Weltretter

Auf dem Rad zum Job: Warum nicht mit E-Bike?

Für die Fahrt zum Job nur bedingt geeignet: Das alte MTB mit abgenutztem Ritzel.

Für die Fahrt zum Job nur bedingt geeignet: Das alte MTB mit abgenutztem Ritzel.

Foto: Martin Haselhorst

Am Tag 3 unseres „Weltretter“- Selbstversuchs zeigt ein E-Bike unserem Redaktionsleiter seine Grenzen bei der Fahrt zum Job auf.

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Tag 3 der Selbstversuches: Ich will im Juni weitestgehend auf mein Auto verzichten und will schauen, wie weit ich mit dem Rad komme. Tag 2 war ja CO2-, kraft- und zeitsparend zugleich gewesen, weil ich das Instrument „Home Office“ eingesetzt habe.

Nun also wieder die Fahrt nach Neheim - diesmal mit dem Mountainbike. Würde mein Zweirad da hinein passen, hätte ich es nach den ersten fünf Kilometern sicher in die Tonne geschmissen. Nicht nur, dass ich dicke Beine beim Bergauf-Kaltstart habe, weil ich am Abend zuvor mit Kumpels 80 Kilometer auf dem Rennrad saß und eine fiese Gipfelwertung auf einer Kohlehalde in Bergkamen mitnahm. Nein, auch die ausgeleierte Kette springt nervig über die Ritzel. Das geht mir ziemlich und aufgrund der ruckeligen „Luftritte“ nicht nur sprichwörtlich auf den viel zitierten Sack.

Die Laune im Keller ist aber endgültig, als nach zwei Kilometern kurz vor dem Haarkamm ein Nachbar in gepflegter Jeans und feinem Karo-Hemd an mir vorbeischießt - auch auf dem Weg nach Arnsberg. Das E-Bike, deren Anschaffung manche Arbeitgeber als Leasingmodell ja fördern - macht es möglich. Schon völlig durchgeschwitzt hechele ich dem guten Mann hinterher. Keine Chance: Als ich in Neheim ankomme, hat diese „Rakete“ wahrscheinlich schon ihre erste Frühstückspause in Alt-Arnsberg hinter sich gebracht.

Ich lerne dazu. Konsequentes Radfahren zur Arbeit macht auf einem Sportrad (erst recht auf einem defekten) wenig Sinn, weil zu ungemütlich. Das E-Bike verheißt mir offenbar mehr Komfort. Ist vielleicht ja mal auch mal eine Vergleichsfahrt wert. Bis dahin aber stelle ich mich der Herausforderung, täglich 6320 Gramm CO2 zu vermeiden mit den Fahrzeugen, die mir zur Verfügung stehen.

So ist das halt im Leben - und ja auch auf dem motorisierten Weg zur Arbeit. Da fährst du im Nullachtfünfzehn-Auto zufrieden über die Autobahn zum Büro - und irgendwann schießt doch der Ferrari an dir vorbei und zeigt dir deine Grenzen auf.

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