Baukultur

Auf der Suche nach dem Sauerland-Style

Kontraste, Aussichtspunkt und Blickfang: Vom Dach-Schwimmbad des modernen Hotels Seegarten blicktder Gast auf den Sorpesee. Das Schwimmbad ist umgekehrt vom Seeufer aus zu sehen. Foto:Ted Jones

Kontraste, Aussichtspunkt und Blickfang: Vom Dach-Schwimmbad des modernen Hotels Seegarten blicktder Gast auf den Sorpesee. Das Schwimmbad ist umgekehrt vom Seeufer aus zu sehen. Foto:Ted Jones

Arnsberg/Sundern.   Was macht das Sauerland unverwechselbar? Die Stadt Arnsberg will das gemeinsam mit Sauerland Tourismus und Sauerland Initiativ herausfinden.

Klischees sind so herrlich einfach. Etwas Fachwerk, etwas Schiefer, Wald und Wasser. Reicht das für Touristen? Macht das das Sauerland unverwechselbar? Die Stadt Arnsberg will das gemeinsam mit den beiden Vereinen Sauerland Tourismus und Sauerland Initiativ herausfinden. Das Sauerländer Modellvorhaben wurde aus 70 Bewerbungen als eine von bundesweit acht Modellregionen für die Teilnahme am Forschungsfeld „Baukultur und Tourismus – Kooperation in der Region“ beworben.

Akteurs-Netzwerk

Ziele sind ein fachlich moderiertes Akteurs-Netzwerk, die Erarbeitung und Erprobung einer touristischen Baukultur-Strategie sowie zielgruppenscharfe Information und Öffentlichkeitsarbeit.

„Wir wollen etwas erproben, was nachhaltig weitergeführt werden kann“, sagt Klaus Fröhlich von der Stadt Arnsberg. Er hatte auch schon den organisatorischen Hut auf, als die Stadt vor einigen Jahren am Forschungsfeld „Baukultur“ teilgenommen hat. Hieraus waren für die Stadt Arnsberg dauerhafte Instrumente – wie der Gestaltungsbeirat und die Gestaltungsberatung für Bauherrn und Hausbesitzern – entstanden.

Jetzt geht es um mehr – nämlich um die Vernetzung mit touristischen Ansprüchen und Akteuren. „Wir wollen, ausgehend vom Thema Baukultur, die Besonderheit für das Sauerland kreieren“, sagt Klaus Fröhlich. Und was könnte das sein? „Authentisch und nicht billig“, denkt Klaus Fröhlich laut nach, „es geht um eine Mischung aus Neu und Alt“.

Spiel mit der Historie

Dem Arnsberger Projektleiter ist klar, dass „das Sauerland auch mit der Historie spielt“, doch will er die Region darauf nicht reduziert ­wissen. So ist es kein Wunder, dass ein erstes Treffen im Hotel Seegarten in Sundern-Langscheid am Sorpesee stattfand. Ein modernes Hotel mit gar nicht historisierender Architektur, dafür aber mit regionalen Produkten. Das könne sich auf der Speisekarte widerspiegeln, aber ebenso bei den Bau­stoffen und dem kompletten Interieur. Die Stadt Arnsberg ist die treibende Kommune der Modellregion. Klaus Fröhlich ist aber wichtig, dass auch die anderen Kommunen eingebunden werden. Das ­passiert auch dadurch, dass Regionalmanager Lars Morgenbrodt vom Verein „LEADER-Bürgerregion am Sorpesee“ ins Netzwerk der Akteure eingebunden ist.

LEADER-Region im Boot

Sundern mit seinem Sorpesee – auch Teil der LEADER-Region – spielt eine wichtige Rolle beim Tourismus und damit auch im Projekt. Dort gibt es bereits Beispiele des Zusammenspiels von Gestaltung und Tourismus. Der Begriff Baukultur wird dabei weit gefasst.

„Baukultur ist auch gestaltete Umwelt“, so Klaus Fröhlich. Und so gehören auch Ruhr-Renaturierung oder die Sorpesee-Promenade dazu.

Details werden nun erarbeitet. Klaus Fröhlich stellt sich vor, dass sich Arbeitsgruppen für Themenfelder wie Baukultur und Städte, Sauerland-Produkte oder Gastronomie bilden. Auch Wald, Wasser, Schlösser und mittelständische Industrie könnten Themen sein.

Vorstellbar sei, so Fröhlich, dass Kommunen hier enger zusammenarbeiten, um das touristisch nutzbar zu machen. Auch ein „mobiler Gestaltungsbeirat“ sei denkbar. Fröhlich: „Es gibt mehr Verbindendes als den Ruhrtal-Radweg!“

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