Kirche

Ausstellung in Sundern zum Geheimnis des Turiner Grabtuchs

Ideengeber Dr. Thorsten Miederhoff, Pfarrer Stefan Siebert und Kuratorin Bettina von Trott mit der „Kopie“ des von Turin autorisierten Grabtuchs der Ausstellung.

Ideengeber Dr. Thorsten Miederhoff, Pfarrer Stefan Siebert und Kuratorin Bettina von Trott mit der „Kopie“ des von Turin autorisierten Grabtuchs der Ausstellung.

Foto: Frank Albrecht

Sundern.  Eine Wanderausstellung rund um das Grabtuch und den Leidensweg Christi ist aktuell in der St.-Johannes-Kirche zu sehen.

In Deutschland und Europa hat die Ausstellung schon viele Menschen begeistert. Unter dem Titel „Wer ist der Mann auf dem Tuch? Eine Spurensuche“ zeigt seit Sonntag der Pastorale Raum Sundern in der St. Johannes Kirche die außergewöhnliche Ausstellung, die sich als Spurensuche versteht.

„Der Titel der Ausstellung ist wichtig und das Fragezeichen hat Bedeutung“, erklärt Kuratorin Bettina von Trott. Denn statt einer Aufzählung vermeintlicher Fakten rund um das berühmte Grabtuch aus Turin gehe es der Ausstellung darum, Fragen zu stellen und den Denkprozess in den Köpfen anzuregen. Für den Hausherrn Pfarrer Stefan Siebert ist die Ausstellung zudem auch ein neue Beschäftigung mit dem Glauben.

In fünfeinhalb Jahren haben schon fast 200.000 Besucher die Ausstellung gesehen. Wenn Bettina von Trott von der Ausstellung erzählt, gerät sie schnell ins Schwärmen. Sie beschreibt, wie Mitglieder des Malteser-Ordens die Ausstellung vor sieben Jahren bei den Legionären Christi im Heiligen Land gesehen haben und mitgebracht haben. Erst, so erinnert sich die Kuratorin, sei ein fester Platz dafür geplant gewesen. Dann aber habe man schnell erkannt, dass man das Faszinierende nur im Rahmen einer Wanderausstellung zu den Menschen bringen könne.

Die Ausstellung – das sind acht Vitrinen und 25 Informationsstelen, die seit Sonntag in der Kirche zu sehen sind. Und natürlich das zentrale Stück der Ausstellung: Das Grabtuch ist nicht nur ein Stück Stoff, sondern ein von Turin aus autorisiertes Ausstellungsstück. „Wir sagen nicht, dass das Tuch in Turin das echte Grabtuch von Jesus ist, aber wir begeben uns mit dieser Ausstellung auf Spurensuche“, sagt Kuratorin von Trott.

Ziel der Ausstellung sei es, weit weg von den Fragen „wahr oder unwahr“ zu bleiben, man wolle keine Bewertung. Um das Turiner Grabtuch gibt es viele Fakten, und natürlich auch echte Tatsachen. Von denen erzählt die Ausstellung „Wer ist der Mann auf dem Tuch?“ in Texten, Bildern und Fotos sowie „greifbaren“ Exponaten genauso.

Geißel und Dornenkrone

Nachbildungen von Geißel, Dornenkrone, Gefangenenstrick und Rute zum beschriebenen Leidensweg Christi sind zu sehen. Darüber hinaus auch original Nägel, Münzen und eine Speerspitze aus der Römerzeit. Gezeigt wird auch der Korpus eines Menschen, der von einem italienischen Künstler nach einem dreidimensionalen Foto, das vom Turiner Grabtuch abgenommen ist, gefertigt wurde.

Den zentralen Platz in der Ausstellung hat das vier Meter lange Grabtuch bekommen, das direkt am Altar in der St.-Johannes-Kirche aufgestellt ist und beleuchtet wird. „Das Tuch spricht für sich“, sagt die Kuratorin. Auf zwei Stelen werden die Zeichen auf dem Tuch erklärt, so wie sie nach vielen Untersuchungen gedeutet werden können. Dabei folgt auch dieser Teil der Ausstellung dem Ziel, keine Tatsachen präsentieren zu wollen.

„Wir wollen sagen, dass es so sein könnte, nicht dass es so ist“, unterstreicht von Trott. So habe es in den 1980-er Jahren zum Beispiel eine Untersuchung des Tuchs nach der Radio-Carbon-Methode gegeben, die zum Ergebnis hatte, das Tuch stamme aus einer ganz anderen Zeit. Die Ausstellung sei daraufhin noch einmal angepasst worden. Ganz bewusst habe man sich nicht auf die Behauptungen der Forscher einlassen wollen.

Kirchenraum wird anders erlebbar

Somit wird jetzt in Sundern erstmals die in einigen Punkten angepasste Ausstellung gezeigt. Dass das Turnier Grabtuch in Sundern überhaupt zum Thema wird, ist einem Zufall zu verdanken. Dr. Thorsten Miederhoff hatte im Internet Hinweise zur Ausstellung gefunden und mit Pastor Siebert gesprochen. Vor rund eineinhalb Jahren sei dann die Idee geboren worden.

„Wir sehen jetzt, dass die Ausstellung den Kirchenraum auf neue Weise spannend macht“, so Miederhoff. Über die Ausstellung freut sich besonders Pfarrer Stefan Siebert. „Wir kommen über das Tuch an den Kern des Glaubens“, sagt er. Tod und Auferstehung seien die Themen, die die Menschen bewegten. Mit umgestellten Bänken habe man zudem den Kirchenraum neu erlebbar gemacht.

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