A46-Lückenschluss

B7-Bau in Holzen? Protest ist zu erwarten

Die Bieberstraße in Holzen führt durch das Naturschutzgebiet Luerwald. Nun besteht für Straßen NRW eine Prüfoption, ob die Landstraße 539 (Bieberstraße) zu einer dreispurigen Bundesstraße 7 ausgebaut werden könnte

Die Bieberstraße in Holzen führt durch das Naturschutzgebiet Luerwald. Nun besteht für Straßen NRW eine Prüfoption, ob die Landstraße 539 (Bieberstraße) zu einer dreispurigen Bundesstraße 7 ausgebaut werden könnte

Foto: Achim Benke

Holzen.  Theo-Josef Nagel, CDU-Politiker aus Holzen, lehnt eine mögliche dreispurige B 7 durch das Biebertal als A46-Lückenschluss vehement ab.

Auf klare Ablehnung des Holzener Bezirksausschussvorsitzenden Theo-Josef Nagel stößt das Vorhaben des Landesbetriebs Straßen NRW, möglicherweise eine dreispurige B 7 als A46-Lückenschluss durch das Holzener Biebertal (Ausbau der Bieberstraße / L 537) oder eine ganz neue Straßentrasse von Oberrödinghausen über Oelinghauser Heide Richtung Hüsten zu errichten. „Der an die Bieberstraße angrenzende Luerwald ist ein Naturschutzgebiet und darüber hinaus als besonders schützenswertes FFH-Gebiet (FFH = Flora, Fauna, Habitat) ausgewiesen“, berichtet der Holzener Christdemokrat im Gespräch mit unserer Zeitung. Die alternative Streckenführung über Oberrödinghausen / Oelinghauser Heide ist dem Ortspolitiker völlig schleierhaft. Nagel fragt: „Wie soll dort eine Straße gebaut werden?“

Als gravierendes Argument gegen mögliche Trassenführungen nördlich oder südlich der Ortschaft Holzen führt Nagel auch den aus seiner Sicht nicht möglichen Autobahnanschluss bei Neheim oder Hüsten an. „All dies ist schon vor vielen Jahren bei der Diskussion über eine mögliche A46-Trasse argumentativ von Holzenern angeführt worden, jetzt soll dies bei einer dreispurigen B7, die nur halb so breit wie eine Autobahn sein soll, plötzlich nicht mehr gelten?!“, wundern sich Nagel und einige besorgte Bürger, die sich beim Ortspolitiker schon gemeldet haben. dies hat den CDU-Ratsherrn mittlerweile dazu veranlasst, das Thema B7/A46-Lückenschluss auf die Tagesordnung der nächsten öffentlichen Holzener Bezirksausschusssitzung zu setzen.

Der Holzener Bezirksausschuss tagt am Mittwoch, 30. Oktober, um 18.30 Uhr im Besprechungsraum 136 auf der 1. Etage des Rathauses in Neheim (im Anschluss an die Stadtetat-Beratungssitzung im Ratssaal). Im Gespräch mit unserer Zeitung zeigte sich Nagel bereit, besorgten Bürgern, die nicht Mitglied des Bezirksausschusses, aber dennoch als Zuhörer die Sitzung besuchen wollen, ein Rederecht bei einer Unterbrechung der Sitzung einzuräumen.

Noch Ruhe in Nachbarorten

Von Hüstener und Herdringer Politikern hat unsere Zeitung merkwürdigerweise noch keinen Protest gehört, obwohl die bautechnisch einzig gangbare A46-Anschlussmöglichkeit einer dreispurigen B7 unterhalb des Mühlenbergs an die neue B229n in Höhe der Straße „Zum Herdringer Schloss“ wäre. Hier sind Bewohner des Mühlenbergs offenbar noch gar nicht sensibilisiert.

Die Stadtverwaltung Arnsberg hat sich allerdings schon klar gegen eine mögliche B7-Streckenführung bei Holzen ausgesprochen. Sowohl naturschutzrechtliche als auch bautechnische Gründe, die absolut schwerlich mit den Interessen in den betroffenen Wohngebieten vereinbar sind, wurden schon in der Arbeitskreissitzung von Straßen NRW am 7. Oktober dargelegt.

Laut Pressemitteilung von Straßen NRW ergab dennoch die Diskussion des tags darauf, am 8. Oktober tagenden Dialogforums A46/B7 , dass die beiden möglichen Streckenführungen bei Holzen Teil des vorläufigen Untersuchungsraums für eine Umweltverträglichkeitsstudie bleiben solle. An dieser Stelle schüttelt Theo-Josef Nagel wieder nur den Kopf und macht einen neuen Vorschlag: „Wenn unbedingt eine neue dreispurige Bundesstraße für den A46-Lückenschluss gebaut werden soll, könnte man diese auch weitaus südlicher - im Bereich Balve und Sundern - errichten. Ein Anschluss an die bestehende A 46 könnte dann im Mescheder Raum erfolgen.“

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