Cell Broadcast

Heute ist Warntag in Deutschland: Cell Broadcast im Test

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Auch für Leute ohne Warn-Apps wie Nina oder KatWarn: Der Cell Broadcast soll die meisten mobilen Endgeräte erreichen.

Auch für Leute ohne Warn-Apps wie Nina oder KatWarn: Der Cell Broadcast soll die meisten mobilen Endgeräte erreichen.

Foto: Martin Haselhorst / WP

Arnsberg/Sundern.  HEUTE ist Warntag - auch hier in Arnsberg und Sundern sollen um 11 Uhr die Warnmöglichkeiten getestet werden. Neu: Der Cell Broadcast!

Die Alarmketten sollen besser und zielgenauer funktionieren: Am 8. Dezember soll daher beim bundesweiten Warntag erstmals das sogenannte „Cell Broadcast“ getestet werden. Diese neue digitale Technik soll den Sirenenalarm mit näheren Informationen zum lokalen Ereignis bereichern. Das Ziel: Die Menschen schneller und genauer erreichen und im Notfall warnen können.

Hintergründe

Den Hintergrund der Idee zum Cell Broadcast bildet die Flutkatastrophe 2021, die einige Teile Deutschlands im Juli letzten Jahres überrollte. Viele Menschen saßen stunden- oder tagelang in ihren Häusern fest, einige wurden verletzt oder getötet. Die Vermutung besteht, dass mit einem effektiveren, schnelleren Warnsystem mehr Menschen ihre Wohnungen und Häuser hätten verlassen können, um sich selbst zu retten.

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„Wenn die Sirenen heulen, greifen verunsicherte Bürger oftmals zum Hörer und wählen den Notruf, um zu erfahren, was eigentlich los ist“, verrät Bernd Löhr, städtisches Mitglied im Stab für außergewöhnliche Ereignisse. Dies sollte künftig nicht mehr nötig sein, denn bei lokalen Ereignissen wie Unwetter, Feuer oder Naturkatastrophen werden app-unabhängige Warnungen des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe über die Mobilfunknetze ausgesendet.

So funktioniert der Cell Broadcast

Alle sind nun gespannt auf den ersten Testversuch. Der Ablauf klingt dabei erstmal simpel. „Ein Mitarbeiter in der Leitstelle des Hochsauerlandkreises drückt am Donnerstag, 8. Dezember, um Punkt 11 Uhr auf’s Knöpfchen. Damit wird voraussichtlich auf sämtlichen Mobilfunkgeräten eine Warnmeldung aufploppen“, erklärt Kreis-Sprecher Martin Reuther. Dafür benötigt man keine spezielle App, sondern nur eine Verbindung zu einem Funkmasten.

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Er könne allerdings nicht ganz ausschließen, dass in den ländlichen Gebieten (die sogenannten „weißen Flecken“), die Funksignale nicht ankommen. „Die Warnmeldung wird von den Mobilfunkmasten gesendet. In naher Zukunft sollen auch die nicht erschlossenen Gebiete endlich von der Karte verschwinden.“ Ein Blick auf den Stand der erreichten Gebiete ist auf der Mobilfunk-Versorgungskarte „breitband-monitor.de“ zu finden.

Warnungen ohne Warn-Apps

Auch wenn man keine „Warn-Apps“ (zum Beispiel „Nina“) auf dem Handy installiert hat, könne man im Katastrophenfall in einem gewissen Funkzellenbereich eine Warnmeldung erhalten. „So wollen wir sicherstellen, dass im Fall einer lokalen Gefahr auch die Menschen erreicht werden, die Warn-Apps wie Nina oder Katwarn nicht installiert haben“, erklärt der Kreissprecher und meint damit nicht nur die Bürgerinnen und Bürger des Hochsauerlandkreises, sondern auch Touristinnen und Touristen, die sich mit ihrem Handy vorübergehend bei einem der hiesigen Mobilfunkanbieter angemeldet haben.

Der Text der Warnmeldung am 8. Dezember sieht ungefähr so aus: „PROBEWARNUNG, NIEDRIG Do., 08.12.2022 – 11:00 Uhr – Bundesweiter Warntag 2022 – für den Hochsauerlandkreis – Cell Broadcast Alarm für den Warntag 2022 – Weitere Hinweise auf https://warnung.bund.de/meldungen – Herausgegeben von: Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe“ Die jeweilige Entwarnung am Warntag soll dann von der Leitstelle um 11.45 Uhr, ebenfalls im „Cell Broadcast“, erfolgen.

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Bernd Löhr ist, wie die meisten anderen Beteiligten, gespannt auf das Ergebnis. „Beim Warntag werden die technischen Abläufe auf ihre Funktionen und mögliche Schwachstellen hin überprüft. Im Nachgang sollen von den Verantwortlichen gegebenenfalls Verbesserungen vorgenommen werden“, erklärt er. Somit könne das System der Bevölkerungswarnung sicherer gemacht werden.

Der Hochsauerlandkreis hat dazu einen Flyer „Warnung der Bevölkerung“ aufgelegt, der im Kreishaus Arnsberg sowie bei den zwölf Städten und Gemeinden ausliegt oder auch unter https://fcld.ly/warnung_der_bevoelkerung heruntergeladen werden kann. Näheres über Cell Broadcast finden Sie auch auf der Internet-Seite des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe: www.bbk.bund.de/DE/Warnung-Vorsorge/Warnung-in-Deutschland/So-werden-Sie-gewarnt/Cell-Broadcast/cell-broadcast_node.html Dort können Sie auch nachlesen, welche Geräte mit dem Service kompatibel sind und was Sie beachten müssen.

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