Kunst

Betonkünstler Arno Mester gestaltet Unterwasser-Szenerie

Arnsberger Künstler Arno Mester

Kunstaktion des Arnsbergers Arno Mester als Protest gegen den Klimawandel. Video: Ted Jones

Kunstaktion des Arnsbergers Arno Mester als Protest gegen den Klimawandel. Video: Ted Jones

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Arnsberg.   „Menschen unter-wegs“ heißt eine Kunstaktion des Arnsbergers Arno Mester - in den Tiefen des Sundhäuser Sees im Ostharz.

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„Ein spannendes Projekt“. Sagt der Arnsberger Künstler Arno Mester. Wie wahr. Zum ersten Mal werden seine lebensgroßen Betonfiguren im Wasser versenkt. Aber nicht auf Nimmerwiedersehen.

Zumindest Taucher werden im glasklaren Sundhäuser See der Harz-Gemeinde Nordhausen Mesters Skulpturen bewundern können, sollen diese doch die Attraktivität des zweitgrößten Tauch-Eldorados in Deutschland steigern. Die Unterwasser-Installation trägt den Titel „Menschen unter-wegs“.

Kunstprojekt soll Zugkraft dauerhaft erhalten

„Außer Fischen ist da nichts,“ weiß Arno Mester. Dafür aber kristallklares Wasser, das die Taucher in Scharen zu diesem aus einer Kiesgrube entstanden See mit einer Höchsttiefe von 30 Metern lockt.

Doch es muss eben immer wieder etwas Neues her, um diese Zugkraft dauerhaft zu erhalten.

Arno Mesters Figuren erfreuen sich großer Beliebtheit

Bei der Suche nach entsprechenden Ideen ist der Inhaber des dortigen Tauchsportzentrums, Wolfgang Tröger, auf den englischen Künstler Jason deCaires Taylor gestoßen, der vor Mexiko und Lanzarote Betonskulpturen im Meer versenkt hat. Faszinierende Unterwasserwelten entstanden.

Davon inspiriert, „fahndete“ Tröger nach einem deutschen Betonkünstler - und wurde am Uentroper Damberg fündig.

Dort betreibt Arno Mester gemeinsam mit seiner Partnerin Petra Kaiser nicht nur ein großes Atelier, sondern seine realistischen Figuren erfreuen sich großer Wertschätzung. Bundesweit.

Im ersten Schritt sieben lebensgroße Skulpturen

Nach Ortsbesichtigung in Nordhausen und Skizzierung des Projektes „Menschen unter-wegs“ war dann schnell alles klar:

Arno Mester wird in einem ersten Schritt sieben lebensgroße Figuren schaffen und dann in etwa 12 Meter Tiefe im Sundhäuser See fixieren. Termin des „Untergangs“: Mai 2019. „Das heißt für mich, dass ich die Figurengruppe Ende 2018 abliefern muss.“

Auch eine Arnsbergerin wird im See „versenkt“

Ein weitere Bedingung neben der zeitlichen Vorgabe: Die Skulpturen müssen real existierende Menschen darstellen.

So werden auch einige Arnsberger im kristallklaren Harz-Wasser verschwinden. Wie Mesters künftige Praktikantin Alexandra Donner (16) aus Rumbeck. „Sie freut sich riesig darüber.“

Figurengruppe wird vor dem Untergang ausgestellt

Die erste Figur nach Arnsberger Vorbild - das Modell möchte lieber ungenannt bleiben - ist bereits fertiggestellt.

Bevor jedoch die Figurengruppe feierlich versenkt wird, wird sie in Nordhausen öffentlich ausgestellt. „Damit sich auch die Menschen ein Bild machen können, die mit Tauchen nichts im Sinn haben.“

Algen und Muscheln sollen das Aussehen verändern

Das Interessante an diesem Projekt: Die Oberfläche der Skulpturen sind rau gehalten, damit sich auf ihnen Algen und Muscheln ansiedeln können. „Dieser Besatz verändern allmählich die Figuren. Wie im wahren Leben. Ein Prozess, den Taucher durch regelmäßige Besuche nachvollziehen können.“

Ein Kunstprojekt auch mit tiefer Intention

Weil Mester aber auch gerne Kunst in für alle zugänglichen Räumen präsentiert, erwägt er, eine achte, eine Kinderfigur, der Skulpturengruppe hinzuzufügen.

„Diese könnte man nach fünf Jahren aus dem See holen und in einer Ausstellung zum Thema ,Veränderung’ präsentieren.“ So seine Idee.

Hinter dem Versenken der realistischen Figuren-Szene steckt aber auch eine Intention, eine Philosophie.

Die Menschen für den Klimaschutz sensibilisieren

„Durch den Klimawandel steigen die Meeresspiegel, so dass wir allmählich im Wasser verschwinden werden.“ Deshalb wolle sein englischer Kollege Jason deCaires Taylor mit seinen Installationen die Menschen wach rütteln, „um endlich dieser fatalen Entwicklung Einhalt zu gebieten. Und dies kann ich nur unterstreichen.“

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