Bürgermeisterwahl

Bittner will Vermittler und Gestalter sein

Bittner über Wennigloh

Arnsbergs Bürgermeisterkandidat Ralf Paul Bittner über seinen Lieblingsort Wennigloh. Video: Martin Haselhorst
Martin Haselhorst

Arnsbergs Bürgermeisterkandidat Ralf Paul Bittner über seinen Lieblingsort Wennigloh. Video: Martin Haselhorst

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Wennigloh.  Bürgermeisterkandidat Ralf Paul Bittner über seine Entschlossenheit, Arnsberg mit sozialdemokratischen Prägung zukunftsfähig weiterzuentwickeln.

Ein Rückblick: Vor fast vier Jahren war es gemütlicher auf dem Höhenzug in Wennigloh, als wir uns mit Ralf Bittner an einem seiner Lieblingsorte trafen. Im Vorfeld der Kommunalwahl 2014 ging es an diesem sonnigen Mai-Morgen um seine Ziele als SPD-Fraktionschef im Arnsberger Rat. Jetzt steht der 51-jährige Politiker bei strammem Wind und starkem Regen an selber Stelle - als Bürgermeisterkandidat für die Wahl am 4. Februar.

Damals stimmte dort, wo er einst seine erste Ausbildung machte, später auch mal vorübergehend wohnte und heute so gut zur Ruhe kommt, zumindest das Wetter. „Das mit der Bürgermeisterkandidatur aber passte bei den Kommunalwahlen 2009 und 2014 noch nicht“, erinnert sich Ralf Paul Bittner, „damals war ich noch nicht richtig vorbereitet“. Aus familiären und beruflichen Gründen ließ er Gerd Stüttgen den Vortritt als Herausforderer von Hans-Josef Vogel. „Jetzt aber fühle ich mich fit für das Amt“, sagt er.

Früh den Hut in Ring geworfen

Vogel ist Geschichte. Sein im Sommer plötzlich verkündeter und vollzogener Wechsel auf den Sitz des Arnsberger Regierungspräsidenten und die dadurch nötige Neuwahl erwischte Ralf Bittner nicht auf falschem Fuß. Schnell warf er den Hut in den Ring. Sein Vorteil: Die Partei hatte das Thema auf einer Klausurtagung ebenso frisch diskutiert wie Familie Bittner. „Das haben wir familiär gemeinsam beschlossen“, erzählt Bittner. Für die polizeiliche Führungskraft bei der Bezirksregierung Arnsberg wäre eine Wahl ein Einschnitt in die Biografie. Das Leben des Mannes, der 2014 noch über „Überstunden“ der Ratsmitglieder sprach und betonte, dass er kein Berufspolitiker sei, würde als Bürgermeister zum professionellen Gestalter seiner Heimatstadt. „Das wird mein Leben komplett verändern“, so Bittner, „ich stehe dann in der Verantwortung“.

Gestalten wollte er schon immer. Seit jetzt fast 35 Jahren ist der gebürtige Oeventroper in der SPD. Als Jugendlicher spendete er sein Taschengeld an die Greenpeace-Organisation, der er immer verbunden blieb. Das politische Denken des in einer Arbeiterfamilie aufgewachsenen Polizeihauptkommissars und Diplom-Verwaltungswirts und sein lokalpolitisches Wirken ist zutiefst sozialdemokratisch geprägt. „Die Gesellschaft darf nicht aus den Fugen geraten“, sagte Bittner vor vier Jahren. Dazu steht er noch heute. Und auch seinen damaligen Appell, dass die Verhinderung des sozialen Auseinandertriftens und Solidarität eine große gesellschaftliche Aufgabe sei, unterschreibt er sofort aufs Neue.

Exklusive Gespräche geführt

Und so machte sich Bittner nach der frühen Festlegung auf seine Kandidatur auch schnell auf den Weg, bereitete schon einen „humanitären Beirat“ vor, dessen Aufstellung er dringend umsetzen möchte. „Für mich waren in dieser Zeit schon viele exklusive Gespräche möglich“, so Bittner. Bittner, der ohnehin in nahezu allen wichtigen politischen Gremien eingebunden ist, knüpfte und stärkte Netzwerke auf allen Ebenen, sucht seit Monaten das Gespräch mit Entscheidern, Machern und Bürger. „Ich wurde und werde viel eingeladen“, erzählt er, „wenn ich gekommen bin, dann auch aus Überzeugung“.

Bei vielen weckte er Erwartungen. Angst davor? „Alle haben Erwartungen“, weiß Bittner, „es wird aber Prioritäten geben“ Auf den Kopf stellen will Bittner Arnsberg nicht. „Es gibt ja Dinge, die wirklich gut laufen!“, räumt er ein, „viele Entscheidungen wurden jetzt aber auch zu lange geschoben. Das muss jetzt alles sofort weitergehen“. Lange Einarbeitungszeiten könnten nicht gewährt werden. Vieles will er zu Ende bringen, anderes mit neuen Schwerpunkten versehen. Hier nennt er Familie, Soziales, Verwaltung und das moderierende Rollenverständnis des Bürgermeisters. „Ich werde Bürgernähe als Person und über meine Art, nicht als Institution einbringen“, verspricht er. Das sind auch die Kernpunkte seines Wahlkampfes. „Und da ist der Inhalt hundertprozentig von mir. Das ist authentisch“, sagt er, „eine Agentur hat es nur optisch schön gemacht“.

Und wenn’s bei der Wahl am 4. Februar für ihn nicht reichen sollte? „Dann ist das Demokratie“, sagt Ralf Paul Bittner, „dann würde ich politisch trotzdem weiterarbeiten mit den Ideen, die ich jetzt entwickelt habe“. Der Politiker blickt über die Wennigloher Felder. Inzwischen scheint die Sonne.

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