Dorfgeschichte

Bruchhausen: Neue Flagge zum Jubiläum kreiert

Heinz Hecking (2.v.l.) erklärt an dem von ihm gebauten Modell die bauliche Entwicklung des Dorfes. Rodentelgen-Kapelle Bruchhausen Jubiläumsfest im Oktober 2019

Heinz Hecking (2.v.l.) erklärt an dem von ihm gebauten Modell die bauliche Entwicklung des Dorfes. Rodentelgen-Kapelle Bruchhausen Jubiläumsfest im Oktober 2019

Foto: Wolfgang Becker / WP Sundern

Bruchhausen.  In der Rodentelgenkapelle ist ein Stück der der 875-jährigen Dorfgeschichte von Bruchhausen erlebbar.

Von Wolfgang Becker


Rittergut, Linde und Wappen: Sie sind die Wurzeln Bruchhausens und haben die Entwicklung über Jahrhunderte symbolisch beeinflusst. Jetzt feiert das Dorf, das seit 1975 Stadtteil der Stadt Arnsberg ist, sein 875-jähriges Jubiläum. Arnold Müller, Mitglied im Team Dorfarchiv, eröffnete am Sonntagnachmittag im Beisein zahlreicher Bürgerinnen und Bürger eine eindrucksvolle Ausstellung zur Geschichte des Dorfes in der Rodentelgenkapelle. „Heute starten wir in die 875-Jahr-Feier, das ist ein Grund zur Freude“, zeigte sich Arnold Müller von den vielen Gästen begeistert und hatte gleich zu Anfang eine Überraschung parat.

Ruittergurt und Linde

Mitstreiter Heinz Hecking und Herbert Jochheim präsentierten die neue Flagge mit den Dorfinsignien Rittergut, Linde und Gemeindewappen und dem Jubiläums-Logo und hievten die von der Volksbank Sauerland gesponserte Fahne gleich an den Mast. Rosemarie Goldner, ehemalige stellvertretende Bürgermeisterin, bedankte sich für die Einladung: „Mit Bruchhausen verbindet mich ganz viel“.

Nach 30 Jahren Begegnungen mit den Menschen, Vereinen und Verbänden sei sie sich sicher, dass man sich um die Zukunft des Dorfes nicht sorgen müsse. An die Politik gerichtet, so Goldner, solle man nicht nur ein Auge für die großen Stadtteile haben, denn in den kleinen Ortschaften würde ganz viel für die Menschen geleistet. Nach dem offiziellen Teil ging es dann in die Ausstellung, die nach verschiedenen Themenblöcken wie Historie, Rittergut, Schulwesen, Brauchtum, Weltkriege oder die Auflistung wichtiger Dorfpersönlichkeiten aufgebaut ist. Viele Informationen auf kleinem Raum haben die Organisatoren zusammengetragen, anschaulich auf Stellwänden mit Texttafeln versehen und mit viel Foto- und Kartenmaterial reich bebildert wird die lange Geschichte Bruchhausens anschaulich erzählt. So steht in einem Schulzeugnis von 1833: „Ludwig (Name geschwärzt) aus Bruchhausen, hat die Schule immer während fleißig besucht. Konnte aber wegen seines blöden Gesichts keine großen Fortschritte thun“ oder „Heinrich aus Niedereimer, hat die Schule fünferhin schlecht besucht…und auf dem Schulwege nur gestreitet und gehadert“.

Schreiben vom Kreisfunkwart

In einem Schreiben vom 16. November 1934 „An den Herrn Gemeindeschulzen in Bruchhausen“ fordert der Kreisfunkwart die Schulleitung auf „mit allen Kräften dafür zu sorgen, dass endlich die Parole ‚Keine Schule ohne Rundfunkgerät‘ in Erfüllung geht“. Viele Exponate dokumentieren die Geschichte Bruchhausens zum Anfassen nah. Da sind zum einen die Fahne des närrischen „Zylinderschutzvereins“ von 1905 zum anderen Bücher und Spielzeug wie der Original-Struwwelpeter oder selbst gebaute Dampfmaschine aus dem Kriegsjahr 1940. Auch das religiöse Leben wird beleuchtet, zahlreiche historische Fotos von der Grundsteinlegung und den Bauarbeiten der St.-Maria-Magdalena- und-Luzia-Kirche oder von den traditionellen Prozessionen sind in der Kapelle zu sehen.

Der AK Dorfgeschichte würde sich über viele Besucher freuen. Die Ausstellung ist auch für Bürger anderer Ortsteile interessant, denn die Themen streifen inhaltlich auch die Geschichte anderer Stadtteile.

Die überaus sehenswerte Ausstellung ist bis kommenden Sonntag täglich (außer Samstag) von 15.30 bis 18 Uhr geöffnet.

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