Stadtplanung

Bürger fürchten Wegfall von Parkplätzen in Neheim

In der Bürgerwerkstatt zur Umgestaltung der Neheimer Innenstadt werden Details zu den Vorhaben und Fragen an die Planer direkt an den Stadtplänen erörtert.    

In der Bürgerwerkstatt zur Umgestaltung der Neheimer Innenstadt werden Details zu den Vorhaben und Fragen an die Planer direkt an den Stadtplänen erörtert.    

Foto: Frank Albrecht

Neheim.  Mehr als 100 Bürger diskutieren die Zukunft der Neheimer Innenstadt. Kritik gibt es am möglichen Wegfall von Parkplätzen.

Der Wunsch nach Parkplätzen, die Aufwertung von Wegen und Plätzen im Stadtteil sowie die barrierearme Erschließung des Krankenhaus-Parkplatzes – das waren die Kernthemen der ersten Bürgerwerkstatt „Südliche Innenstadt Neheim“. Die Stadt hatte zusammen mit den Planern vom Büro „Pesch & Partner“ aus Dortmund zur Konkretisierung der ersten Ideen geladen.

Vom Ansturm auf den Termin überrascht, musste das ursprünglich geplante Konzept der Arbeitsgruppen umgedacht werden.Die Stühle reichten zunächst nicht aus, um im Saal des Pfarrheims St. Johannes, direkt am Ort der Planungen, alle interessierten Zuhörer unterzubringen. Angesichts der starken Beteiligung entschied man sich, in der großen Runde zu diskutieren. Es gehe um eine Rahmenplanung für die Zukunft von Neheim, so Stadtplaner Thomas Vielhaber vor mehr als 120 Besuchern. Zwischen Goethe- und Hauptstraße gebe es einen spannenden Bereich und einige städtebauliche Herausforderungen.

Die Stadt, so Vielhaber weiter, reagiere damit auf Entwicklungen im Stadtteil, die sie selbst zu verantworten hätte. Vor 17 Jahren sei erstmals nach einem städtebaulichen Wettbewerb um die Entwicklung des St.-Johannes-Hospitals Bewegung in die Fläche gekommen. Wichtig sei es bei den weiteren Planungen, den Blick auf das Ganze zu bewahren.

Grüngürtel durch die Innenstadt

In der Bürgerwerkstatt wurde zu den Schilderungen des Planungsbüros diskutiert. Die Anwesenden erfuhren von Plänen für einen prägenden Bremers Park, über einen Busbahnhof, der zum Eingang in die Stadt werden solle bis zur veränderten Nutzung der Realschule sowie der Anbaupläne der Firma Kress.

Kern der Darstellung war der zunächst als „Boulevard am Spring“ bezeichnete grüne Gürtel zwischen Pfarrheim und Pflegzentrum. Dabei machte Planer Andreas Bachmann vor allem deutlich, dass es Ziel sein müsse, das grüne Band zwischen Bremers Park und Busbahnhof aus dem Dornröschenschlaf zu holen. „Wir wollen hier ein tolles grünes Rückgrat entwickeln“, so Bachmann.

Seine Kollegin Ina Schauer präzisierte schließlich die „grüne Idee“ von Nord nach Süd in Neheim. „Der Weg am Spring ist ein Juwel“, so Schauer. Mit der angedachten Aufwertung des Weges durch so genannte Spring-Inseln an verschiedenen Kreuzungen lasse sich ein Ruhepol schaffen. 135 Parkplätze am Krankenhaus Neheim sollen erhalten bleiben.

Diskussion über Parkplätze

In der Diskussion gab der Bezirksausschussvorsitzende Klaus Humpe zu bedenken, dass sich zahlreiche Grundstücke am Weg in privater Hand befänden. Auch sehe er noch nicht, wie künftig die Anlieferung für das Pflegezentrum geregelt werden könne. Das, so die Planer, solle durch eine Wegeführung zum unteren Teil des Hauses erfolgen.

Im weiteren Gespräch wurde vor allem Kritik am möglichen Wegfall von Parkplätzen laut. Vor allem der Neubau eines Physiozentrums in der Nähe der Klinik und der Bau eines barrierearmen Aufgangs vom Parkplatz zum Krankenhaus würde bis zu 45 Parkplätze in der Innenstadt rauben. Zwischen Anwesenden und Stadtplaner Vielhaber entbrannte kurz der Streit über ausreichende Parkflächen – auch in Stoßzeiten.

Frisör Willi Hartwig bemerkte, dass man in Neheim wie im Paradies leben könne, sein Wunsch allein seien Parkplätze. Eine Lanze für ausreichende Parkplätze in Neheim brach Anke Kalina. Als Dauerparkerin im Parkhaus Apollo verfolge sie die Auslastung täglich.

Parkleitsystem soll noch 2019 kommen

Hoffnung auf Besserung vor allem in Sachen Parksuchverkehr machte bei den Planern indes die bevor stehende Errichtung des längst beschlossenen Parkleitsystems. Vielhaber erklärte den Anwesenden, dass das Parkleitsystem nun von den Stadtwerken installiert werde und noch 2019 in Betrieb gehen solle.

Die Anregungen aus der Bürgerwerkstatt sollen nun in die weiteren Planungen einfließen und beim nächsten Werkstattgespräch vorgestellt werden. „Wir sollten die Erreichbarkeit der Stadt mit allen Verkehrsmitteln in den Vordergrund stellen“, so Vielhaber.

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