Junges Engagement

Christian Kiesler sucht ständig nach neuen Aufgaben

Schnell helfen: Als First Responder eilt Christian Kiesler in Hellefeld und Umgebung zu Noteinsätzen. Der 24-Jährige ist zudem in der Flüchtlingshilfe und im Schützenverein aktiv.

Schnell helfen: Als First Responder eilt Christian Kiesler in Hellefeld und Umgebung zu Noteinsätzen. Der 24-Jährige ist zudem in der Flüchtlingshilfe und im Schützenverein aktiv.

Foto: TED JONES

Hellefeld.   Helfen als Hobby: Christian Kiesler arbeitet in Hellefeld ehrenamtlich als First Responder, Flüchtlingshelfer und im Schützenverein.

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Christian Kiesler schaut ein wenig ungläubig. „Warum sollte ich denn zu Hause sitzen?“, fragt der 24-Jährige zurück. Nein, Nichtstun macht ihn nicht glücklich. Der Logistiker ist direkt von der Arbeit ins Feuerwehrhaus gehetzt, wo er an diesem Abend zum Kassierer der First Responder Hellefeld und Umgebung gewählt werden wird. Ein weiteres Ehrenamt für einen jungen Mann, dessen Elan ansteckend wirkt. „Die Gemeinschaft war mir schon immer wichtig“, sagt der ehemalige Klassen- und Schülersprecher.

Wenn Christian Kiesler eine Aufgabe übernimmt, dann stürzt er sich hinein. So war es im September des vergangenen Jahres, als er begann, sich beim Bürgernetzwerk Flüchtlingshilfe in Sundern zu engagieren. Die Geflohenen brauchten dringend Kleidung und die Spendenbereitschaft war hoch. Allerdings stapelten sich in der Kleiderkammer die Pullover in der Größe XL, während die stark nachgefragten in S und M schnell vergriffen waren.

Soziale Geschäftsidee entwickelt

Dem Hellefelder kam eine gute Idee: Mit seinem Team öffnete er die Kleiderkammer für alle Bedürftigen, versteigerte die überschüssigen Spenden auf Ebay und führte den Erlös wieder der Flüchtlingshilfe zu. Zu Weihnachten organisierte er über das Online-Versandhaus Amazon zudem einen Wunschzettel, mit dem er ganz gezielt die Bedürfnisse deckte.

Und Christian Kiesler wäre nicht Christian Kiesler, wenn er nicht weitergedacht hätte: Seine Erfahrungen ließ der Koordinator der Kleiderkammer in seine Geschäftsidee „SOZialLOGistik – Gemeinsam sind wir stark!“ einfließen, die er unter anderem Fabrice Schmidt, dem Gründer des Erlebnisgeschenke-Anbieters Mydays, in München vorstellte. Wie er mit der gemeinnützigen Organisation irgendwann einmal Geld verdienen wird? Noch nicht so wichtig jetzt. Christian Kiesler testet leidenschaftlich, wie moderne ehrenamtliche Arbeit aussehen könnte. „Ich möchte Hobby und Beruf vereinen“, sagt er.

Von der Hauptschule zum Bachelor

Sein Hobby heißt Helfen. Im Schützenverein, in dem er seit März Kassierer ist, und als First Responder. Im vergangenen Jahr ließ sich Christian Kiesler in der ehrenamtlichen Notfallhilfe ausbilden, die den Notarzt auf den langen Strecken auf dem Land unterstützen soll. „Was ist zu tun, wenn etwas mit Oma oder Opa passiert? Dieser Gedanke hat mich total nervös gemacht und letztlich zu den First Respondern geführt“, erzählt der 24-Jährige. „Ich bin kein Doktor, aber jetzt weiß ich genau, was man im Notfall tun muss.“

Bei bis zu 25 Einsätzen im Jahr rücken die ehrenamtlichen Helfer in Hellefeld und Umgebung aus. Wenn der Pieper sich meldet, lässt auch Christian Kiesler alles stehen und liegen. „Natürlich bedeutet das manchmal Stress, aber mir machen diese Aufgaben Spaß“, sagt der ehemalige Schlagzeuger des Postorchesters Sundern.

Christian Kiesler hat einen starken Willen. Die Hauptschule Sundern schloss er mit der Mittleren Reife ab, baute sein Fachabitur „Wirtschaft“ am Berufskolleg Meschede und schloss in diesem Jahr sein Bachelor-Studium „Wirtschaftsingenieurwesen Logistik“ an der SRH-Fachschule in Hamm ab. Zu Hause zu sitzen? Christian Kiesler hat Besseres zu tun.

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