Brandschutzbedarfsplan

Das Dorf Holzen kämpft um seine starke Feuerwehr

Bürgerprotest in Holzen gegen Abzug eines Löschfahrzeugs der Feuerwehr aus dem Dorf.

Bürgerprotest in Holzen gegen Abzug eines Löschfahrzeugs der Feuerwehr aus dem Dorf.

Foto: Frank Albrecht

Holzen.   Holzener Bürger wollen sich mit Abzug eines Löschfahrzeugs ins benachbarte Herdringen nicht zufrieden geben und starten eine große Protestaktion.

Die Stimmung bei der Feuerwehr Holzen ist im Keller: Der Stadtteileinheit droht der Abzug eines im Dorf stationierten Löschfahrzeuges. Der nach einem Gutachten angefertigte Brandschutzbedarfsplan für die Stadt Arnsberg hat diesen Punkt noch in seiner Vorlage. Seit Wochen schon gärt es in der Feuerwehr Holzen, am Freitagnachmittag machten viele Bürger ihrem Unmut Luft. Sie sorgen sich vor allem um die Sicherheit im Dorf und wollen nun Druck auf die Politik machen. Bürgermeister Ralf Paul Bittner signalisierte Entgegenkommen. Die Beratung über den Bedarfsplan sei zwar nicht zu verschieben, jedoch müsse man sich die Holzener Situation noch einmal im Detail anschauen.

Offensichtlich ist zwischen der Feuerwehr in Holzen und der Leitung der Feuerwehr Arnsberg kein Kompromiss gefunden worden. Den Bürgerprotest ins Rollen hatte eine Informationsveranstaltung zu zwei Leader-Projekten in Holzen gebracht, auf der die anwesenden Bürger über den Stand der Sache informiert wurden. Nur Stunden nach der Infoveranstaltung ist im Dorf mobil gemacht worden. Am Freitagnachmittag trafen sich weit über 100 Bürger vor dem Gerätehaus, um ihrem Protest ein passendes Bild zu geben. „Ich kann diese große Initiative in nur 14 Stunden einfach nur loben“, sagte Hans-Dieter Schlinkmann, einer der Sprecher des Protestes. Das schweiße ein ganzes Dorf zusammen, so der ehemals aktive Lokalpolitiker. Quasi über Nacht waren Plakate gedruckt und Unterschriftenlisten angefertigt worden, die jetzt an verschiedenen Stellen ausgelegt werden. „Wir wollen in der ganzen Stadt darauf aufmerksam machen“, erklärte Vera Jürgens. Schon deshalb werden sowohl Plakat als auch Listen in all ihren Bäckereifilialen zu finden sein.

Den aufgebrachten Bürgern geht es um den Erhalt ihrer Feuerwehr. Die ist nach dem Streit um den geplanten Abzug des Fahrzeuges enttäuscht und demotiviert. Im Zuge der länger währenden Diskussion war die komplette Holzener Mannschaft im Sommer bereits aus der Feuerwehr ausgetreten. Und nur einem Besuch des Bürgermeisters Bittner war es wohl zu verdanken, dass der Schritt von vielen wieder rückgängig gemacht wurde. „Wir haben ja Beispiele aus der Vergangenheit, die die Notwendigkeit der beiden Löschfahrzeuge im Dorf belegen“, erklärt Bernhard Padberg, Ortsheimatpfleger. Bei Hochwassern oder dem Orkan Kyrill sei die Feuerwehr aus Holzen ganz auf sich gestellt gewesen und habe ihre Aufgaben vortrefflich erledigt.

Konkret geht es den Holzenern darum, das Hilfeleistungsgesetz des Landes zu befolgen. Danach müssten acht Mann von der Feuerwehr in acht Minuten am Einsatzort sein, bei der ländlichen Ausdehnung von Holzen ohnehin schwierig. Man wolle das zweite Fahrzeug, ein Löschfahrzeug TSW-W, im Ort halten. Der im Fahrzeug vorhandene 3000 Liter Wassertank und die tragbare Pumpe seien für Holzen wichtig. Hier gebe es nämlich keine Hydranten, lediglich am Biberbach könnte Wasser entnommen werden.

„Wir müssen prüfen, ob wir die kritischen Teile zunächst aus der Beratung des Brandschutzbedarfsplans nehmen können“, sagte Bürgermeister Ralf Paul Bittner. „Wir wollen ferner die Zweifel im Stadtteil Ernst nehmen“, so der Bürgermeister. Verunsicherung müsste vermieden und der bestmögliche Brandschutz erreicht werden.

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