Tanzland

Das Tanzen soll als Kunstform in Arnsberg etabliert werden

Wollen den Tanz als Kunstformat in Arnsberg etablieren (von. links): Kirsten Minkel, Douglas Bateman und Michael Maurissens

Foto: Frank Albrecht

Wollen den Tanz als Kunstformat in Arnsberg etablieren (von. links): Kirsten Minkel, Douglas Bateman und Michael Maurissens Foto: Frank Albrecht

Arnsberg.  Auf neuen Wegen unterwegs ist das Kulturbüro. Und arbeitet dabei mit dem Kölner „Michael Douglas Kollektiv“ zusammen.

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Von der Stadt und den Menschen vor Ort hat sich Douglas Bateman schon einen Eindruck machen können: Im Kunstsommer war der Engländer an mehreren Tagen in der Altstadt unterwegs und hat Interessierte mit auf seine „getanzten Stadtführungen“ genommen.

Als Mitglied des „Michael Douglas Kollektivs“ kommt er nun 2018 mit weiteren Tänzern zurück, um von Arnsberg aus Pionierarbeit für dieses Kulturformat zu leisten. Das Projekt im Rahmen von „Tanzland“ wurde jetzt vom Kulturbüro der Stadt vorgestellt.

Die Förderung ist auf drei Jahre angelegt

„Tanzland“, so nennt sich der Fonds der Kulturstiftung des Bundes, der in Projektträgerschaft mit dem „Dachverband Tanz Deutschland“ Gastspiele auf zahlreichen Bühnen in Deutschland unterstützt. Arnsberg profitiert davon und erhält 120.000 Euro an Förderung, mit denen in den kommenden drei Jahren gearbeitet werden kann.

Das Thema Tanz ist zu wenig präsent

„Damit wird das generelle Problem, für künstlerische Formate nur wenig Geld zu haben, etwas kleiner“, freut sich bei der Projekt-Präsentation Kulturbüroleiterin Kirsten Minkel. Der Stiftungsfonds könne helfen, im Sauerland eine Lücke zu schließen.

Und die ist mit Blick auf das Thema „Tanz“ im Rahmen einer Befragung von Kulturbüros im gesamten Sauerland offenkundig geworden, sagt Minkel. Das Thema sei wenig präsent, hier und da gebe es nur vereinzelte Ansätze.

Die Fördermittel bewirken moderate Eintrittspreise

Dank der 80 Prozent-Förderung durch die Stiftung müsse die Stadt nur noch 20 Prozent als Eigenanteil aufbringen, um die Pionierarbeit in Sachen Tanz zu unterstützen. Die Förderung werde sich auch in den moderaten Eintrittspreisen niederschlagen, die zudem für Schüler und Tanzsportler ermäßigt werden sollen.

Der Zusammenschluss von Tänzern, der sich schon 2009 in Köln gegründet hat, kann auf einige Erfolge verweisen. 2013 erhielt das Michael Douglas Kollektiv für seine Beteiligung an der Produktion „Golden Trash“ den Kölner Tanztheaterpreis der Stiftung Kultur der Sparkasse Köln-Bonn.

Tanz als kultureller Beitrag ist große Herausforderung

„Zur Realisierung unserer Ideen arbeitet unser Kollektiv natürlich mit anderen Tänzern zusammen“, erklärt Tänzer Michael Maurissens, der Douglas Bateman zur Projektvorstellung begleitete. Tanz als kulturellen Beitrag auf die Bühnen in Arnsberg zu bringen, das, so Maurissens, sei schon eine besondere Herausforderung, auf die sich das Kollektiv sehr freue.

Formate im Sauerland-Theater und in Kulturschmiede

So sind für 2018 bereits vier Formate vereinbart, Start ist mit der Produktion „Loving Losing Loving Living“ zum Thema Musik, Liebe und Tanz am 17. Februar im Sauerland-Theater.

Bis zum 24. November sollen im Theater und der Kulturschmiede drei weitere Produktionen folgen (siehe Infokasten).

„Sehr experimentell wird es mit dem zusätzlichen Projekt ,The Exchange’, das die Themen Konflikt und Gewalt aufnimmt“, so die Kulturbüroleiterin. Dazu wird das Kollektiv voraussichtlich in einer Sporthalle antreten und das gesamte Publikum in die Handlung einbeziehen.

„Wir möchten hier ein Publikum für Tanz aufbauen“

Deutlich seichter solle dagegen der Einstieg im Februar verlaufen: Die Show des Kollektivs setzt auf klassisches Tanztheater im Stile von Pina Bausch und wird ein „liebevolles Tanztheater“ auf die Bühne bringen.

„Wir möchten hier vor Ort nach und nach ein Publikum für Tanz aufbauen und dauerhaft für das Thema begeistern“, gibt Kirsten Minkel die Zielrichtung vor. Und mit den positiven Rückmeldungen aus dem Kunstsommer 2017 sei man da schon auf einem ersten, richtigen Weg dahin.

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