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Das wird eine Schlammschlacht

Mofa-Rennen Enkhausen: Die Wernersens

Foto: Matthias Schäfer

Mofa-Rennen Enkhausen: Die Wernersens Foto: Matthias Schäfer

Enkhausen.   Wenn in Enkhausen wieder aus den Scheunen und Garagen laute Mofa-Motorengeräusche dringen, dann ist das Mofa-Rennen nicht mehr weit.

Wenn in Enkhausen wieder aus den Scheunen und Garagen laute Mofa-Motorengeräusche dringen und die Luft überall nach Sprit riecht, dann ist das Mofa-Rennen „Die vier Stunden von Enkhausen“ nicht mehr weit. Unsere Zeitung besuchte das Team „Die Wernersens“ in ihrer Bastelwerkstatt hoch über dem Lübke-Ort auf dem Hof Münstermann. Vor Ort waren die Fahrer Jendrik Otto (22), Kolja Funk (31), Patrick Grünebaum (26) und Niklas Biemelt (26).

Frage: Wie oft sind Sie schon das Rennen gefahren?

Jendrik Otto: Wir sind seit der ersten Auflage im Jahr 2012 dabei, im Jahr 2013 haben wir sogar gewonnen. Und wir haben viel gelernt in diesen sechs Jahren.

Für alle, die sich nicht mit Motorradsport auskennen: Woher kommt der Team-Name?

Jendrik Otto: Das bezieht sich auf den Kult-Comic „Werner Beinhart“ von Rötger „Brösel“ Feldmann, dessen Held ja Motorrad fährt. Wir können alle Texte aus den Heften auswendig. So kam es dann zu den „Wernersens“, als wir einen Namen suchten.

Wie groß ist das Team?

Kolja Funk: Wir sind inzwischen auf neun Personen gewachsen. Außer

uns vieren sind noch Pascal Kaminski, René Tietz, Steffen Lampe, Yannik Schöngarth und Colin Hüser dabei. In der Vergangenheit hat sich durch etliche Ausfälle kurz vor dem Start gezeigt, dass man mit einem Neuner-Team gut aufgestellt ist.

Wer ist für die Maschine, also die Mofa, zuständig?

Patrick Grünebaum: Das bin ich. Ich habe das zwar nicht gelernt, mir aber angeeignet. In diesem Jahr haben wir eine komplett neue Mofa aufgebaut. Der Rahmen stammt von einer Puch Maxi S, den hatten wir noch in der Werkstatt liegen. Diesen haben wir nun mit einem neuen Motor versehen.

Was ist sonst noch verändert worden an der Ursprungs-Mofa?

Patrick Grünebaum: So ziemlich alles: Es gab eine neue Gabel aus dem Motocross, dazu Scheibenbremsen, um effektiver und verlässlicher vor den vielen Kurven bremsen zu können. So rechnen wir auch mit einer höheren Geschwindigkeit und somit auch mehr Runden in vier Stunden.

Woher stammen denn die Räder?

Patrick Grünebaum: Da haben wir ein Kinder-Bike gekauft und ausgewertet, auch die Verkleidung haben wir von diesem Motorrad übernommen.

Gibt es einen Werkstattfahrzeug?

Kolja Funk: Allerdings, darein haben wir viel Arbeit gesteckt. Vor einem Jahr haben wir in Werdohl einen Kirmes-Verkaufswagen für Süßigkeiten aus dem Jahr 1976 erstanden. Hier auf dem Hof von Manfred Schmidt haben wir ihn wieder neu aufgebaut: Das heißt, er hat einen kompletten neuen Boden bekommen, ebenso ist der Innenausbau ganz neu und auf unsere Bedürfnisse zu geschnitten. Dank geht da an Elektromeister Rene Niemand, der uns die Beleuchtung erstellt hat. In einem Graffiti-Workshops der Schützen für Jugendliche hat der Wagen eine Außen-Lackierung bekommen.

Wie ist der Einsatz geplant?

Kolja Funk: Also an der Strecke wird ist er natürlich Team-Wagen sein. Für die Fahrer zum Pause machen und zum Schrauben, falls notwendig. Ansonsten wollen wir ihn auch etwa am Enkhausener Osterfeuer als Verkaufswagen nutzen oder mal ein Team-Lager machen.

Wie oft wird eigentlich geschraubt?

Niklas Biemelt: Eigentlich das ganze Jahr über, aber in der Schlussphase vor dem Rennen jeden Tag. Es wir geschraubt, probiert und getestet. So etwa die richtig Abstimmung. Wichtig ist: Die Mofa muss durchhalten. Bei einem größeren Schaden verliert man viel Zeit.

Ist das Team dafür präpariert?

Jendrik Otto: Wir haben in diesem Jahr einen zweiten Motor parat. Den werden wir auch nicht an ein anderes Team abgeben, wie im vergangenen Jahr.

Sind die „Wernersens“ nur ein Team zum Rennen im September oder mehr?

Kolja Funk: Wir haben jetzt einen Verein gegründet, der natürlich auch ,Die Wernersens’ heißt. Vorsitzender ist Patrick Grünebaum, Sprecher Jendrik Otto. Ansonsten hat jeder so seinen Bereich, das klappt jetzt so gut, dass man sich blind versteht. Aus den vergangenen fünf Jahren wissen wir, was jeder zu tun hat.

Wie lang dauert ein Fahrerwechsel?

Niklas Biemelt: So etwa eine halbe Minute, wenn es nicht problematisch ist. Der Fahrer, der in die Pause geht, berichtet noch kurz, was zu beachten ist, also ein knifflige Stelle oder ähnliches. Derweil wird Benzin aufgefüllt. Und dann geht es wieder los.

Wie sind die Chancen in diesem Jahr?

Jendrik Otto: Es sind 14 Teams am Start. Das Wetter wird die ganze Woche nass, so dass die Strecke sehr schwer wird. Wir rechnen mit einer Schlammschlacht. Wir haben aber unsere Übersetzung an der Mofa nochmals optimiert, um besser das Auf und Ab zu verkraften.

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