Fusion Krankenhäuser

Der nächste große Schritt zum Klinikum

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Arnsberg.„Wir sind ein ganzes Stück weitergekommen,“ beginnt Hubert Cloer die Pressekonferenz zur Fusion der Arnsberger Krankenhäuser.

Wennemar Freiherr von Fürstenberg zeigt zur Verdeutlichung einen Ordner mit vielen hundert Seiten Vertragstext. Und Bürgermeister Hans-Josef Vogel freut sich, dass nach viel Arbeit, aber „in sehr angenehmer Atmosphäre“ auch alle Personalentscheidungen einstimmig gefallen sind.

Bis Ostern hatten sich die Akteure der Krankenhausfusion Zeit gegeben für insgesamt 19 Verträge sowie die Wahl der Organe des neuen Klinikums. Schon vier Wochen vorher war jetzt alles in trockenen Tüchern. Nun fehlen nur noch die Zustimmungen der Aufsichtsgremien in Paderborn und bei der Bezirksregierung. Die werden bis zur Jahresmitte erwartet.

Mit dem Grünen Licht der Aufsicht gelten die Verträge. Das Neheimer Johanneshospital, das Hüstener Karolinenhospital und das Arnsberger Marienhospital werden - wirtschaftlich rückwirkend zum 1. 1. 2011 - gemeinsam als Klinikum Arnsberg an den Start gehen. Ein Haus mit 19 Abteilungen, 1433 Mitarbeitern, 728 Betten und 86 Mio. Euro Jahresumsatz, ein Großarbeitgeber und Wirtschaftsfaktor für die Stadt, listet Cloer auf. Ein Projekt für die Region und die nächsten Generationen, fügt Vogel hinzu.

Als ausgezeichnete Lösung wertet von Fürstenberg, dass gleich vier Organe personalidentisch besetzt seien. Das entschärfe Konfliktpotenzial und lasse Kirchturmdenken nicht aufkommen. Wennemar von Fürstenberg als Vorsitzender der Gesellschafterversammlung und Hubert Cloer als Vorsitzender des Aufsichtsrats sitzen zusammen mit Bürgermeister Hans-Josef Vogel, Pfarrer Dietmar Röttger, Ratsmitglied Franz-Josef Schröder sowie Norbert Runde und Reinold Kerkhoff nicht nur in diesen beiden Gremien, sondern auch in den beiden Stiftungskuratorien. Zu Geschäftsführern der Klinikum GmbH wurden Werner Kemper als Sprecher sowie Volker Koch bestimmt. Sie wollen im zweiten Quartal mit der kompletten Verwaltung des Klinikums an den neuen vierten Standort im alten Neheimer Sparkassenhaus ziehen.

Ab Sommer soll dann die dritte Phase der Fusion beginnen, bei der es um die inhaltliche Aufstellung geht. Dabei geht es darum, welche medizinische Leistung künftig wo angeboten wird und welche Leistungen neu hinzukommen. Ein Prozess, der als Projekt organisiert sei und bei dem auch die Mitarbeit der Beschäftigten eingefordert werde, so Werner Kemper. So soll es von Pfarrer Röttger moderierte Resonanzteams geben. Auch Sprechstunden für individuelle Probleme der Mitarbeiter sind vorgesehen.

Natürliche Fluktuation

Mit neuen Leistungsangeboten werde das Klinikum auch neue Mitarbeiter einstellen und und sehe sich dabei als attraktiver Arbeitgeber für Ärzte und Fachkräfte, sagt Wennemar von Fürstenberg. Gleichwohl gebe es noch Doppelstrukturen etwa in Laboren und Küchen, doch solle Personalabbau nur durch natürliche Fluktuation erfolgen.

Auch die lange als unüberwindbare geltende Frage der betrieblichen Altersvorsorge ist gelöst, ohne das es millionenschwere Ausgleichszahlungen geben muss. Jeder Mitarbeiter bleibt in seiner bisherigen Zusatzversorgungskasse und neue Mitarbeiter werden nach einer Quote der kirchlichen oder kommunalen Kasse zugeordnet.

Franz-Josef Schröder fasst die allgemeine Zuversicht so zusammen: „Das größte und sinnstiftendste Projekt in Arnsberg seit der kommunalen Neuordnung 1975!“

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