Serie

Der Weg des Plastikmülls aus Arnsberg und Sundern

Der Plastikmüll aus den Gelben Säcken wird von Mitarbeitern des Unternehmens Remondis umgeschlagen und in Sortieranlagen gebracht.

Der Plastikmüll aus den Gelben Säcken wird von Mitarbeitern des Unternehmens Remondis umgeschlagen und in Sortieranlagen gebracht.

Foto: André Hirtz

Arnsberg/Sundern.   Neue Serie „Alles Müll, oder was?!“ startet mit Zahlen und Fakten zum Abfall aus Arnsberger und Sunderner Haushalten.

Schnell mal mit einem Papiertuch den Tisch abwischen – dann ab in den Müll damit. Das Hasenbrot aus der Schule mag niemand aus der Familie mehr essen – es landet in der Tonne. Genauso wie Essensreste, vertrocknete Pflanzen, die leere Milchtüte, das Brillenputztuch, das benutzte Backpapier....

Mehrere hundert Kilo Müll pro Kopf

220 Kilogramm: So viel hat jeder Arnsberger im vergangenen Jahr durchschnittlich allein an Rest- und Biomüll weggeworfen. Pro Sunderner waren es ungefähr 200 Kilogramm. Hinzu kommen Papier, Sperrgut und Verpackungsmüll. Und auch der Müll, der nicht in der Tonne landet, wo er hingehört, sondern zum Beispiel achtlos aus dem Autofenster geworfen wird.

Diesen Müll sammeln die Bürger bei der Aktion „Arnsberg putz(t)munter“ ein. „Es gibt komische Zeitgenossen, die ihren Müll in der Landschaft entsorgen“, meint Hermann-Josef Rath vom Hegering Arnsberg, der seit sich mehreren Jahrzehnten an den Aktionen beteiligt. Zahlreiche Vereine, Verbände und Gruppen ziehen an diesem Wochenende die Arbeitshandschuhe an, schnappen sich Müllsäcke und befreien Wälder, Wiesen und Gewässer vom Müll.

Arnsberg macht mit bei europäischer Initiative

2002 gab es die erste Auflage der Aktion in Arnsberg, neuerdings sind die beiden Aufräumtage in der Stadt auch Teil der europäischen Initiative „Let’s clean up Europe“. Ziel der Initiative ist es, möglichst viele Kampagnen und Bündnisse auf dem Kontinent zu vereinen, um auf das Problem des Mülls in der Umwelt aufmerksam zu machen. Beteiligen können sich Freiwillige in jedem Frühjahr zwischen März und Juni. Ein europäisches Aktionswochenende ist zusätzlich vom 10. bis 12. Mai geplant.

Doch wie lässt sich die Natur um uns herum sauberer halten? Wie können Arnsberg und Sundern sauberere Städte werden? Und wie kann jeder einzelne Bürger die Menge an Müll reduzieren, die er verursacht? Um diese Fragestellungen dreht sich eine neue Serie unserer Redaktion, die zum Startschuss für „Arnsberg putz(t)munter“ ebenfalls beginnt. Und zwar mit einer hohen Zahl: 9562 Tonnen Plastikmüll, sogenannte Leichtverpackungen, haben die Bürger im Hochsauerlandkreis im vergangenen Jahr weggeworfen.

Duales Abfallsystem

Während die einzelnen Kommunen die Entsorgung des übrigen Abfalls regeln, wird der Kunststoffmüll aus Arnsberg und Sundern so wie im restlichen Kreisgebiet vom Unternehmen Remondis abgeholt und auch verwertet. Das Duale System finanziert sich aus den Lizenzgebühren der sogenannten Inverkehrbringer, erklärt ein Remondis-Sprecher, also der Unternehmen, die Verpackungen herstellen und der Supermarktketten, die das Material in den Markt stellen.

Die Gelben Säcke werden zunächst zu zentralen Umschlagsorten gebracht, wie dem der Firma Remondis im Hüstener Gewerbegebiet. Von dort geht der Müll in verschiedene Sortieranlagen, die die verschiedenen Wertstoffe voneinander trennen sollen, um sie später recyceln zu können. Etwas mehr als die Hälfte der Kunststoffe kann wiederverwertet werden, der übrige Teil wird verbrannt.

Neue Serie mit sieben Folgen

Sieben Folgen wird unsere Serie unter dem Titel „Alles Müll, oder was?!“ haben. Die Serie soll zeigen, wie sich Menschen in Arnsberg und Sundern schon dafür einsetzen, die Umwelt vom Müll zu befreien und dafür zu sorgen, dass er erst gar nicht dort landet. Wir klären darüber auf, welche Folgen wilde Müllkippen für die Sauerländer Natur haben und wie man den Müll im eigenen Haushalt richtig trennt.

Wir sind unterwegs mit den Mitarbeitern der Straßenreinigung und wir testen selbst, wie jeder im Alltag Müll vermeiden kann – vor allem, wenn es um Verpackungsmaterialien geht. In größeren Städten gibt es bereits sogenannte Unverpacktläden, aber wie gelingt das umweltbewusste Einkaufen in ganz normalen Supermärkten?

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