Typisierungsaktion

Diagnose Blutkrebs: „Ich will meine Kinder aufwachsen sehen“

Patrizia Calcagno kämpft um ihr Leben. Die Mutter erhielt zum zweiten Mal die Diagnose Blutkrebs.

Patrizia Calcagno kämpft um ihr Leben. Die Mutter erhielt zum zweiten Mal die Diagnose Blutkrebs.

Foto: Familie Calcagno

Neheim.  Zum zweiten Mal innerhalb eines Jahres erhält Patrizia Calcagno aus Neheim den Befund Blutkrebs. Eine Typisierungsaktion ist ihre letzte Hoffnung.

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Ein schöner Tag. Die in Neheim groß gewordene Patrizia Calcagno feierte gerade erst die Einschulung ihres sechsjährigen Sohnes. Ein emotionaler Moment für die 38-jährige Frau, ihrem Mann und auch die vierjährige Tochter. Jetzt brach ihre Welt zusammen - erneut. Zum zweiten Mal nach November 2018 erhielt sie die Diagnose Blutkrebs. Sie setzt jetzt ganz viel Hoffnung in eine Typisierungsaktion für potenzielle Knochenmarkspender am 6. Oktober im Kunstwerk im Atelier von Christoph Meinschäfer. „Ich will meine Kinder aufwachsen sehen“, sagt die Frau, „mit meiner Familie und Freunden auch in Zukunft lachen können“

.

Alles sollte doch eigentlich wieder gut sein. Nach der ersten Diagnose Blutkrebs Ende vergangenen Jahres schlug eine Chemotherapie offenbar gut an. Die Oral-Chirurgin bekam im Frühjahr die Aussage, dass sie zu 100 Prozent geheilt sei. Jetzt bei einer Nachuntersuchung in der vergangenen Woche der erneute Schock: Der Krebs ist zurück. Und nichts ist mehr, wie es war. Schon im November 2018, so sagt sie, habe ihr die Diagnose „den Boden unter den Füßen weggezogen“. Dann kam die Hoffnung zurück, und jetzt muss sie sagen: „Nur noch eine Stammzellentransplantation kann mein Leben retten“.

Schnell muss es gehen. Patrizia Calcagno ist vor fast zwei Wochen nach Marburg zu einer erneuten Chemotherapie gefahren. Fünf Wochen wird sie dort bleiben. Die Hoffnung auf Heilung dadurch ist gering. „Die Therapie wird den Verlauf verlangsamen - mehr aber wohl nicht“, so der Bruder Marco Calcagno (39), „uns wurde gesagt, dass es gut wäre, wenn wir innerhalb der fünf Wochen einen Spender finden“.

Der Neheimer und Patrizias Freundin Claudia Milte aus Ense initiierten in Zusammenarbeit mit der Knochenmarkspende-Organisation DKMS und mit einem elfköpfigen Team aus Freunden und Familie eine Typisierungsaktion am 6. Oktober in Neheim. Die Zeit drängt.

Mit viel Glück kann hier ein dringend benötigter Knochenmarkspender für Patrizia gefunden werden. „Wir wissen natürlich, dass die Chance gering ist, dass sich dieser ausgerechnet hier findet“, so Claudia Milte. Doch viele Typisierungen rund um den Globus - und hinter jeder steckt ein Schicksal wie das von Patrizia Calcagno - erhöhen die Chance für die erkrankten Menschen. Für Marco Calcagno und das Orga-Team ist aber wichtig, etwas zu tun. „Wir wollen nicht hilflos zusehen!“, sagt er.

Neheimer Netzwerk hilft

Und das wollen viele andere ebenfalls nicht. Die Initiative wurde von einem beeindruckenden Neheimer Netzwerk aufgenommen. Das Kunstwerk als Ort war schnell gefunden. Und schon jetzt haben sich über 100 Helfer gefunden, die bei der Typisierung und auch bei der Cafeteria am Rande helfen wollen. Die Organisatoren haben die Hoffnung, dass am Fresekenmarkt-Wochenende viele Besucher den schnellen Abstecher ins Kunstwerk machen.

Marco Calcagno selber hat schon zweimal Knochenmark gespendet. Eine Spende ging nach Frankreich, eine nach Amerika. Leider kam sie für den Empfänger zu spät. Er weiß, dass die eigentliche Spende natürlich mit etwas Aufwand und je nach Art auch mit grippeähnlichen Symptomen verbunden sein kann. „Aber man kann Leben damit zu retten!“, sagt der Italiener. Auch Claudia Milte ist seit 13 Jahren typisiert.

Hilfsbereit und immer gut gelaunt

Sie kämpft jetzt um das Leben ihrer Freundin. „Patrizia ist so lebenslustig, immer gut gelaunt, hilfsbereit und engagiert“, sagt sie. Gemeinsam mit ihrem Bruder ist sie auch von Beginn an im Förderverein der Städtepartnerschaft zwischen Arnsberg und Caltagirone aktiv gewesen. Im Heimatland seiner Großeltern will Marco Calcagno begleitend eine zweite Typisierungsaktion starten. Die DKMS wies darauf hin, dass die Wahrscheinlichkeit eines Treffers bei der Suche nach einem geeigneten Spender in Italien oder innerhalb der italienischen Gemeinde in Deutschland höher sein könnte.

Patrizia Calcagno gibt nicht auf, aber sie braucht Hilfe. „Ein kleiner Moment eurer Zeit könnte mein Leben und das viele anderer Patienten retten“, appelliert sie, sich an der Typisierungsaktion zu beteiligen.

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