Bücher

Die ehemalige Laurentianerin Verena Prym schreibt Kinderbuch

Die Autorin Verena Prym.

Die Autorin Verena Prym.

Foto: privat

Arnsberg/München.   Rumbeck - Johannesburg - München - Hollywood - Wien - München: Stationen der Kinderbuchautorin und gebürtigen Rumbeckerin Verena Prym.

Der Wunsch, sagt sie, war immer da. Aber Wünsche kann man sich erfüllen. Auch den, zu schreiben.

Und diesen Wunsch hat die gebürtige Rumbeckerin und Wahl-Münchnerin Verena Prym trotz einiger „Umwege“ nie aus den Augen verloren und jetzt ihr bereits drittes Buch herausgebracht: „Greta, Jupp und die Geister“. Ein Kinderbuch der ganz besonderen Art.

Verena Prym erlebt hautnah das Ende der Apartheid

Doch bevor das Schreiben zur Profession wird, zieht es Verena Prym aus dem beschaulichen Rumbeck in die große Welt. In ein Land, das sich in einem radikalen Umbruch befindet.

Denn mit 17 Jahren beschließt die Schülerin des Arnsberger Gymnasiums Laurentianum, für ein Jahr ins Ausland zu wechseln. Ziel ist: Südafrika. Ein krasses Kontrastprogramm zum ruhigen Sauerland. Dort erlebt die junge Frau 1989 hautnah das Ende der rassistisch-brutalen Apartheid-Politik und das Entstehen einer Demokratie.

„Mein Vater fand das überhaupt nicht lustig“

Verena Prym ist fasziniert. Von dem Land, von den Menschen, von der Einmaligkeit der Landschaft, von der politischen Aufbruchstimmung. Sie verlängert spontan den Aufenthalt. Um zweieinhalb Jahre.

„Mein Vater fand das überhaupt nicht lustig, sondern betrachtete das Ganze sehr kritisch.“ Doch Tochter Verena setzt sich trotz Bedenken ihrer fernen Eltern Ulf und Birgitta Prym durch und „baut“ sogar - mit Sondergenehmigung des NRW-Kultusministeriums - auf der Deutschen Schule in Johannesburg ihr Abitur.

„Da war mein Vater dann begeistert, weil die Deutsche Schule eine fantastische Ausbildung bietet.“

Als Maskenbildnerin in Hollywood

1992 kommt Verena Prym zurück nach Deutschland. In Köln legt sie nochmals die Reifeprüfung ab - das Abitur für Ausländer. Nun folgt die Ausbildung zur Maskenbildnerin und Visagistin in München und in: Hollywood.

Denn ihre Reiselust, gepaart mit dem Willen, immer dazuzulernen, ist ungebrochen. Und Hollywood ist für eine Maskenbildnerin das Höchste. „Bis 1995 bin ich dort geblieben, habe bei Filmen und Fotoshootings mitgewirkt.“ Unschätzbare Erfahrungen.

Studium der Kulturwissenschaften in Wien

Die nächsten Stationen sind RTL, Pro7 sowie die Mitarbeit an verschiedenen Filmproduktionen. „Doch dann“, sagt die 44-Jährige, „kamen die heute 19, 16 und 8 Jahre alten Kinder.“

Verena Prym nimmt eine Auszeit und lebt mit ihrem Mann, den es beruflich nach Österreich verschlägt, fünf Jahre in Wien.

Aber so ganz „rasten“ kann sie nicht: Sie beginnt dort 2005 ein Studium der Kulturwissenschaften, das sie - „wegen der Kinder“ - erst 2012 in Deutschland abschließen wird.

Das Schreiben war schon immer ihr Ziel

Doch in dieser bewegten Zeit verliert Verena Prym nie ihr großes Ziel aus den Augen: Bücher schreiben. „Das war schon immer mein Wunsch.“

Bereits als 10-Jährige, blickt die Wahl-Münchnerin auf ihre Kindheit zwischen Glockenturm und Kaiser-Wilhelm-Brücke zurück, „habe ich Geschichten mit selbstgemalten Bildern verfasst und sogar bei einem Verlag eingereicht.“ Wenn auch vergeblich. Zunächst.

„Den Mumm habe ich erst 2015 aufgebracht“

„Den Mumm, ein Buch zu schreiben, habe ich schließlich erst 2015 aufgebracht.“ Sie lernt einen Fotografen kennen und bringt gemeinsam mit diesem ein Kinderbuch heraus, in dem die Fotografien eine Geschichte erzählen. Das Buch trifft den Geschmack der Kinder, schon bald folgt das zweite.

Jetzt, brandneu, ihr drittes Werk: „Greta, Jupp und die Geister“. Dabei steht der Zufall Pate. „Meine Schwester hatte mich gebeten, für ihre vierjährige Tochter Lotta eine Geschichte zu schreiben, um ihr so die Angst vor Geistern zu nehmen, die sie am Einschlafen hinderten.“

Ein Buch zum Überwinden von Ängsten

Die Bitte wird erfüllt. Die 44-jährige spinnt das Thema aus. Was ihr nicht schwer fällt. Weil sie eine lebendige Fantasie besitzt „und weil die Geisterwelt der Kinder nur ein Spiegel der Menschenwelt ist. Da kann man wunderbar erzählerisch mit diesen Welten spielen.“

So dreht sich in „Greta, Jupp und die Geister“ alles um Mut, Freundschaft, Verantwortung und Vertrauen. Themen, die elementar für das Überwinden nicht nur kindlicher Ängste sind.

Mutiger Glücksgriff: 10-Jähriger als Illustrator

Aber Verena Prym zeigt auch selbst Mut: Sie verpflichtet den erst 10-jährigen Yannick Weinert, ein Sohn von Freunden, als Illustrator für dieses Buch - und lässt ihm völlig freie Hand.

Ein Abenteuer mit bestem Ausgang. „Denn das hat zu 100 Prozent gepasst.“ Und Yannick Weinert ist inzwischen in München eine bekannte Größe.

Großverlage scheuen Herausgabe

Mut dagegen zeigen die von Verena Prym angeschriebenen Großverlage nicht. Sie scheuen die Herausgabe von „Greta, Jupp und die Geister“. Ein 10-jähriger Illustrator? Gibt’s denn so was

Doch dann nimmt die Autorin Kontakt zu dem kleinen, aber feinen MTM-Verlag auf, der sich begeistert zeigt.

Und so sind sie jetzt alle da: Greta, Jupp und die Geister, die Vera Prym gerufen hat.

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