Arnsberger Ideenschmiede

Die erste Arnsberger Ideenschmiede ist ein voller Erfolg

Norbert Plaßwilm, Daniel Litver und Christof Möller stellten im Blauen Saal des Sauerland-Museums ihre Ideen zur Weiterentwicklung Arnsbergs vor (v.l.). Im Hintergrund Tarek Jumah.

Norbert Plaßwilm, Daniel Litver und Christof Möller stellten im Blauen Saal des Sauerland-Museums ihre Ideen zur Weiterentwicklung Arnsbergs vor (v.l.). Im Hintergrund Tarek Jumah.

Foto: Ted Jones

Arnsberg.   Der Schlossberg ist der Dreh- und Angelpunkt, um Kaufkraft nach Arnsberg zu holen. Auch Baumwipfelpfad im Eichholz kommt gut an.

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Die „1. Arnsberger Ideenschmiede“ von Verkehrsverein und Werbegemeinschaft „Wir in Arnsberg“ (WiA) war ein voller Erfolg: Der Blaue Saal des Sauerland-Museums platzte Montagabend aus allen Nähten. Dabei kristallisierte sich klar heraus: Schlossberg und auch das Eichholz sind brach liegende Schätze, die es dringend zu heben gilt.

Waren Verkehrsvereinsvorsitzender Heinz Hahn und WiA-Chef Tarek Jumah im Vorfeld noch skeptisch, ob denn überhaupt Bürger den Weg in den Blauen Saal finden würden, zeigten sie sich über den Zustrom begeistert.

Totschlagargumente sind nicht angebracht

Hahn machte zunächst aber nochmals deutlich, dass es allein um die Vorstellung von Ideen engagierter Bürger gehe, die dann - falls akzeptabel - in ein Konzept gegossen werden müssten.

„Deshalb ist das bekannte Totschlagargument ,Wer soll das bezahlen?’ zunächst nicht angebracht. Vor allem auch, weil vieles machbarer ist als man denkt.“

„Konstruktive Ideen helfen uns weiter“

Sehr angetan über das Publikumsinteresse und den Mut der ersten vier Ideengeber - Karl-Jochen Schulte, Norbert Plaßwilm, Christof Möller und Daniel Litver - zeigt sich auch Bürgermeister Ralf Paul Bittner: „Weil uns konstruktive Ideen aus der Bürgerschaft weiterhelfen.“

In diesem Rahmen kündigte Bittner an, dass das „Stadtmarketing neu sortiert“ werde, weil hier eine gedeihliche Zusammenarbeit für die Stadt und für alle Stadtteile unverzichtbar und von großem Vorteil sei. Dabei sei auch die Bürgermeinung wichtig. „Wir bleiben deshalb im Gespräch,“ versprach Bittner den Anwesenden.

Ideen finden Zustimmung, gar Begeisterung

Doch zu den Hauptakteuren, die ihre Vorschläge zur Weiterentwicklung Arnsbergs akribisch vorbereitet hatten und in Powerpoint-Vorträgen erläuterten. Vorab: Nahezu alle Ideen stießen auf Zustimmung, manche gar auf Begeisterung.

Kamera- und Fotomuseum / Öffnung Bunkeranlagen

Erster im Ring Karl-Jochen Schulte. Allerdings in Abwesenheit, krankheitsbedingt musste Tarek Jumah dessen Vorstellungen präsentieren. Zwei an der Zahl: ein „Kamera- und Fotomuseum“ (Alleinstellungsmerkmal für NRW) sowie die „Öffnung der Arnsberger Bunkeranlagen“ im Rahmen von zum Beispiel Führungen.

Baumkronenpfad im Arnsberger Eichholz

Große Begeisterung erntete dann Norbert Plaßwilm für seinen Vorschlag „Baumkronenpfad im Eichholz“, der - ganzjährig geöffnet - nach dessen Einschätzung und Recherchen in anderen Orten ein großer Publikumsmagnet sein würde.Auch als außerschulischer Lernort mit spannenden Einblicken in Flora und Fauna.

Plaßwilms Einschätzung: „Das ist eine riesige Chance. Lasst uns jetzt den Pfad bauen, ehe es andere machen.“

Kerze, Eventkonzept, Osterlauf und Promenade

Mit gleich vier Ideen wartete Christof Möller auf:
„Eine Kerze für Arnsberg“: eine Verwandlung des Glockenturms in der Adventszeit in eine große Kerze mit dem Weihnachtsmarkt zu dessen Füßen. Im hessischen Schlitz bereits ein Erfolgsmodell.

„Event- und Gastronomiekonzept für den Schlossberg“;
„Arnsberger Osterlauf“: Nach Vorbild des Soester Silvesterlaufs - nur an Ostersamstag mit u.a. Laufstrecken für unterschiedliche Ansprüche, Händlermarkt und einem Fest am Ostersonntag auf dem Schlossberg;

„Aufwertung Promenade“: fußläufige Fortführung vom Museumsneubau/Ruhrterrassen entlang der Ruhr bis hin zum Wasserspielplatz, auch als Lehrpfad. Garniert im Kunstsommer mit Kunstobjekten oder einem In-Szene-Setzen der Ruhr durch Beleuchtungseffekte.

Gastronomie auf den alten Schlossmauern

Ebenfalls mit dem Schlossberg auseinandergesetzt hat sich Daniel Litver - mit einem „Gastronomiekonzept auf der Schlossruine“. Habe sich der Besucher auf den Berg geschleppt, finde er dort nichts vor, um sich zu stärken.

Litvers Vorschlag: Auf den vorhandenen Mauern ein erweiterungsfähiges Gastronomiegebäude errichten, das sich in die vorhandenen Strukturen einfügt. Mit Biergarten und Parkplätzen für Behinderte.

(Wir werden die einzelnen Vorschläge in den nächsten Tagen ausführlich vorstellen.)

„Der Schlossberg ist der zentrale Punkt“

Das Publikum, das mit Fragen und Ergänzungen nicht geizte, zeigte sich von den Ideen angetan. Dabei waren sich nahezu alle einig: „Der Schlossberg ist der zentrale Punkt, um Kaufkraft in die Stadt zu holen.“ Auch der Wipfelpfad im Eichholz stieß auf große Zustimmung.

„Deshalb sollte man nun darangehen, einige der Gedanken zu Projekten zu entwickeln und mit Vorschlägen, die so umgesetzt werden können, schon anfangen,“ riet Elmar Werker zum Handeln.

Regionale einbeziehen

Und Dr. Jürgen Schulte-Hobein - „um die Möglichkeiten des Schlossbergs beneiden uns viele andere Kommunen“ - regte an, sich rechtzeitig mit aus der Ideenschmiede entwickelten Projekten für die „Regionale 2025“ zu positionieren. „Dann bieten sich mit Sicherheit große Chancen zur Umsetzung.“

„Jetzt müssen wir Speck an die Ideen bringen“

Das letzte Wort schließlich hatte Heinz Hahn: „Es ist toll, wie hier alle aus sich herausgehen. Aber jetzt geht es erst richtig los: Wir müssen Speck an die Ideen bringen.“ (siehe Infobox)

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