Mittwochsinterview

„Die Schützen in Oeventrop waren immer mein Hobby“

Sein letztes Schützenfest  als Oeventroper Oberst feierte Johannes Bette (rechts) im Sommer. Hier mit dem aktuellen Königspaar

Sein letztes Schützenfest als Oeventroper Oberst feierte Johannes Bette (rechts) im Sommer. Hier mit dem aktuellen Königspaar

Foto: Martin Haselhorst

Oeventrop.   Johannes Bette tritt am Sonntag bei der Generalversammlung nach 20 Jahren als Oberst der Bruderschaft St. Sebastianus Oeventrop ab.

Nach 20 Jahren als Oberst der St. Sebastianus-Schützenbruderschaft Oeventrop tritt Johannes Bette am kommenden Sonntag von seinem Amt zurück. Bei der Generalversammlung am Sonntag ab 17 Uhr in der Schützenhalle wählen die Oeventroper Schützen einen neuen Chef. Ihren Hut in den Ring werden der bisherige Kassierer Martin Brüggemann und Ex-Schützenkönig Ferdi Geiz werfen. Viele hundert Schützen werden zur Versammlung und zur spannenden Abstimmung erwartet. Zum Abschied bittet unsere Zeitung Johannes Bette zum „Mittwochsinterview“.

Was ist Ihre erste Schützenfesterinnerung?

Die hat weniger mit dem Fest als vielmehr mit dem Schützenwesen zu tun. Mein Vater war Geschäftsführer der Bruderschaft. Daher hatten wir eine Schreibmaschine - und so etwas hatten im Dorf damals nicht viele. Die hatte man immer gehört bei uns. Schützen waren auch so immer ein Gesprächsthema bei uns. Mein Großvater war ja 1924 schon Mitbegründer der Kompanie Dinschede gewesen. Ich bin da also erblich geprägt.

Wann übernahmen Sie bei den Oeventroper Schützen erstmalig Verantwortung?

Im Festausschuss 1974 machte ich erstmalig mit und unterstützte den Vorstand. Und dann nahm alles seinen Lauf. Ich habe mich irgendwann entschieden, das Schützenwesen als mein Hobby zu nehmen. Man baut dann auch seinen ganzen Freundeskreis mit den Jahren darum auf. Meine erste Vorstandstätigkeit war die stellvertretende Geschäftsführung der Kompanie Dinschede.

Was glauben Sie in den 20 Jahren als Oberst besonders bewegt zu haben?

Ich hoffe, dass das viele Dinge waren. Aber für mich ist es eindeutig das Kreisschützenfest 2011, weil das in der Vorbereitung den Vorstand und die Bruderschaft enorm zusammengeschweißt hat. Wir haben das Fest ja komplett alleine gestemmt. Und das ganze Dorf stand mit großartiger Gastfreundschaft hinter dem Ereignis. Das hat mich wirklich stolz gemacht.

Warum hören Sie dann jetzt auf?

Das hängt maßgeblich mit unserer Satzung zusammen. In Oeventrop darf man nach seinem 65 Geburtstag nicht mehr in den Vorstand gewählt werden. Ich bin zwar am Sonntag noch 64, doch wäre es vermessen, dann noch einmal anzutreten. Diese Satzung ist schließlich ein guter Schutz vor der Überalterung des Vorstandes der Bruderschaft und der Kompanien. Außerdem stehen zwei kompetente Kandidaten auf meine Nachfolger bereit. Dann ist das jetzt auch ein guter Zeitpunkt.

Was sind aus Ihrer Sicht die großen Herausforderungen des Schützenwesens in der Zukunft?

Das ist weiterhin die Regulationswut, mit denen wir Schützen und auch andere Vereine konfrontiert sind, und die damit verbundene Verantwortung, die die Vorstände und Vereine zu tragen haben. Man darf ja nicht vergessen, dass wir das alle ja nur am Feierabend ehrenamtlich machen. Wichtig wird auch sein, die Jugend weiter bei Laune zu halten. Da müssen wir uns immer wieder drum bemühen. Unsere ganz große Aufgabe ist und bleibt natürlich die Schützenhalle. Sie muss immer wirtschaftlich betrieben werden.

Was würden Sie am Schützenwesen ändern wollen, wenn Sie das könnten?

Eine schwierige Frage. Aber eigentlich gefällt es mir so, wie es ist. Ich habe nie daran gedacht, da im Großen etwas zu verändern. Ich kann und will nichts ändern, von dem ich nicht wüsste, ob es dann besser wird. So geht es doch immer nur um Modifizierungen bei Abläufen und in der Binnenstruktur. Das sind kleine Stellschrauben, an denen wir natürlich immer wieder mal drehen.

Was fangen Sie denn jetzt mit der Mehr-Freizeit an?

Ich bleibe natürlich weiter ein Schütze. Da ich aber auch bald in Pension gehe, werde ich künftig meinen Garten in aller Ruhe fertigmachen. Das macht mir Spaß und war jetzt schon immer ein toller Ausgleich. Ich werde vielleicht auch mal etwas mehr Urlaub machen. Besonders freue ich mich aber auf das nächste Oeventroper Schützenfest, wo ich dann einmal ganz ohne Verantwortung hingehe und feiern kann.

Reizt es nicht, dann noch einmal Schützenkönig zu werden?

Nein, den Schützenkönig mache ich jetzt nicht mehr, sofern bei dem einen oder anderen möglichen Ehrenschuss nichts außergewöhnliches passiert. Sechsmal habe ich es unter der Vogelstange ja schon probiert. Oeventroper Schützenkönig war ich aber nie.