Wahlkampf

Dirk Wiese als Kümmerer im Dorf unterwegs

Dirk Wiese (links) mit Frank Dietzel im Herdringer Neubaugebiet Sternhelle unterwegs

Dirk Wiese (links) mit Frank Dietzel im Herdringer Neubaugebiet Sternhelle unterwegs

Foto: Ted Jones

Arnsberg.   SPD-Politiker Dirk Wiese setzt auf direkte Gespräche mit den Bürgern vor Ort. Bundestagsabgeordneter besucht Herdringen

Dirk Wiese fühlt sich wohl in der Rolle des „Kümmerers“ in seinem Wahlkreis. Nicht erst jetzt im Wahlkampf, sondern bereits seit zweieinhalb Jahren lädt er Bürger zu Dorfspaziergängen ein, um zu erfahren, wo der Schuh drückt. „Das sind hochspannende Treffs, bei denen ich aus erster Hand - von den Betroffenen selbst - erfahre, wofür sie sich im Ort einsetzen“, berichtet der heimische SPD-Bundestagsabgeordnete, der gern Hilfe anbietet. Doch wie kann ein Bundespolitiker wie Dirk Wiese ein kommunales Anliegen von Dorfbewohnern unterstützen?

Förderung ehrenamtlichen Einsatzes

„Um ehrenamtliches Engagement in einem Dorf zu unterstützen, kann ich Bürger zum Beispiel auf Bundesfördermittel oder mögliche Gelder von Stiftungen aufmerksam machen“, berichtet Dirk Wiese nach einem Dorfspaziergang, zu dem er in Herdringen eingeladen hatte. So wie in Herdringen versammeln sich hierzu in den Dörfern im Durchschnitt etwa 10 bis 15 Leute, wobei nach Wieses Einschätzung durchschnittlich etwa 70 Prozent der Versammelten interessierte Bürger und etwa 30 Prozent SPD-Parteifreunde seien.

„Bei den Vor-Ort-Terminen werde ich öfters aufgefordert, bei schon längst entschiedenen Projekten wie zum Beispiel bei Straßenbaumaßnahmen beschleunigenden Druck auszuüben“, berichtet Wiese und verweist dann darauf, dass er schon manches Mal Bewegung in eine Sache gebracht habe, wenn er einer Behörde einen Brief mit dem Bundesadler-Briefkopf eines Bundestagsabgeordneten geschrieben habe.

Wiese sieht als Briloner keinen Nachteil in Arnsberg

Dirk Wiese sieht es nicht als Nachteil an, als Briloner in der Stadt Arnsberg als Wahlkämpfer unterwegs zu sein. Über Westfalenpost und andere Medien informiert er sich HSK-weit über das kommunalpolitische Geschehen und sieht sich wissensmäßig gut aufgestellt, wenn er Dörfer in der Stadt Arnsberg besucht. Oft ähneln sich auch Wünsche und Probleme in den ländlichen Bezirken des HSK. Bei der Frage „Weitere Neubaugebiete für Dörfer schaffen?“ fordert Wiese bedarfsgerechte Lösungen und setzt sich für eine Kombination aus „Junge Leute kaufen alte (leerstehende) Häuser“ und der Ausweisung kleiner Neubaugebiete ein.

Hilfe auch in persönlichen Angelegenheiten möglich

Seine Rolle als Kümmerer beschränkt der 34-jährige SPD-Politiker nicht auf öffentliche Belange. „Nicht selten kommen Bürger mit persönlichen Problemen auf mich zu und bitten um Hilfe. Dies kann zum Beispiel bei einem unverständlichen Rentenbescheid der Fall sein“, sagt Wiese, der dann Fachleute zur Überprüfung der Angelegenheit einschaltet.

10 bis 12 Stunden Wahlkampf pro Tag

Seine Einladungen an Bürger zu Dorfspaziergängen oder zu Gesprächsrunden in den Städten bilden einen Teil von Wieses derzeitigem Wahlkampf ab. Hinzukommen zum Beispiel Firmenbesuche sowie viele Besuche von Veranstaltungen, wozu auch kleinere und größere Vereins- und Sommerfeste gehören.

Alles zusammen kann sich dann auf 10 bis 12 Stunden Wahlkampf pro Tag summieren. Für seine Familie - er ist verheiratet und hat einen zweijährigen Sohn - muss er dann schon freie Stunden - insbesondere an Sonntagen - im Terminkalender blocken.

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