Osterfeuer Arnsberg

Drei Arnsberger, die das Osterfeuer in den Genen haben

Der Aufbau des Arnsberger Osterfeuers 2019 ist weitestgehend abgeschlossen – am morgigen Sonntag wird es angezündet. Foto:Wolfgang Becker

Der Aufbau des Arnsberger Osterfeuers 2019 ist weitestgehend abgeschlossen – am morgigen Sonntag wird es angezündet. Foto:Wolfgang Becker

Arnsberg.   Im Haus Hansknecht unter dem Glockenturm laufen seit Generationen alle Fäden für die Vorbereitung des Arnsberger Osterfeuers zusammen.

Der Name Hansknecht ist in Arnsberg unweigerlich mit dem Begriff Osterfeuer verbunden, jedes Jahr vor dem Hochfest laufen in dem Fachwerkhaus unterhalb des Glockenturms die Fäden für die Großveranstaltung auf dem Kreuzberg zusammen. Wenn Urgroßvater, Großvater und Vater als Osterfeuerausschuss-Vorsitzende des Heimatbundes für das Osterfeuer verantwortlich waren, wenn man auch noch direkt gegenüber der Kreuzkapelle aufgewachsen ist, dann ist natürlich manches schon quasi in die Wiege gelegt. Das Interesse für das Osterfeuer war bei Dirk Hansknecht so schon von Kindesbeinen an geweckt, genauso wie bei seinen Schulkameraden David Mannchen und Sebastian Kortz. Obwohl noch keiner der drei die „40“ erreicht hat, zählen sie schon zu den erfahrensten Osterfeueraufbauern in Arnsberg.

„Mein Vater Peter Hansknecht und mein Onkel Reinhold Kortz haben viele Jahre auf dem Kreuzberg das Osterfeuer aufgebaut, da war ich schon als Kind immer mit dabei und habe zugeschaut“, erzählt Dirk Hansknecht. Überhaupt habe sich alles in der Familie nach der Karnevalszeit nur um das Osterfeuer gedreht, dies habe man an der Unruhe im Haus gespürt. Opa Paul sei in diesen Tagen immer besonders nervös und kribbelig gewesen.

Stramme Ausbildung

Dirk Hansknecht, David Mannchen und Sebastian Kortz waren Schüler in der gleichen Klasse und zudem Mitglieder der Arnsberger Jugendfeuerwehr. „Der langjährige Osterfeueraufbauer Rüdiger Wehmeyer hörte 1996 auf und fragte uns drei, ob wir mitmachen wollten“, erinnert sich David Mannchen.

Die Aufnahme in die Runde der erfahrenen Aufbauer sei den Jugendlichen nicht schwergefallen, denn man kannte sich von der Feuerwehr. „Es gab keine Anfangsschwierigkeiten, aber man hat uns auch nicht geschont“, erzählt ­David Mannchen.

Allerdings habe es untereinander eine Rangordnung gegeben. „Auf dem Wagen fängt man an und muss die gebundenen Holzschanzen an die Helfer, die auf dem Osterfeuer stehen, hochreichen“, weiß Sebastian Kortz noch vom ersten Arbeitseinsatz auf dem Kreuzberg. Aufbauer Horst Glaremin aus Niedereimer habe den Jungs immer zugerufen: „Ihr müsst beim Hochreichen die Forke drehen, sonst können wir die Holzbunde nicht annehmen und stechen uns an den Zinken.“ Eine stramme Lehrzeit also, und das 1996 bei übelstem Aprilwetter mit Regen, Schnee und Graupelschauern. Aber der Regen habe auch sein Gutes gehabt, denn die drei Jungfeuerwehrmänner durften zum Schutz die orangenen Einsatzjacken der „großen“ Feuerwehrleute tragen, „da waren wir mächtig stolz drauf“.

Ohne Feuer kein richtiges Ostern

Ans Aufhören hat in den vergangenen 23 Jahren niemand gedacht, im Gegenteil: Als 2011 aufgrund von starker Trockenheit die Osterfeuerveranstaltung ausfiel, sei das ein komisches Gefühl gewesen. „Irgendwie konnten wir an dem Osterfest nichts mit uns anfangen, denn die Tage von Gründonnerstag bis Ostersonntag waren immer fest verplant.“ Das Grillfleisch, das gekauft war, sei trotzdem gut weggegangen.

Dirk Hansknecht, David Mannchen und Sebastian Kortz sind nicht nur engagierte Aufbauer, sondern übernehmen als Einsatzkräfte der Freiwilligen Feuerwehr auch Schichten der Rund-um-die-Uhr-Bewachung des großen Holzstoßes.

Böse Erinnerungen an 1984

Denn: 1984 hatten böse Buben in der Nacht auf Karsamstag das Osterfeuer vorzeitig angesteckt, durch tatkräftige Zusammenarbeit von Feuerwehr, Heimatbund und den damals in Arnsberg stationierten belgischen Soldaten gelang es aber, dass die Osterfeuerveranstaltung wie gewohnt stattfinden konnte.

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