Verkehrsgutachten

Durch Neubau steigt Verkehrsbelastung an Hüstener Hospital

Claudia Bonmann vom Bochumer Ingenieurbüro „Brilon-Bondzio-Weiser“ stellt in der Bürgerversammlung das Verkehrsgutachten vor, das das Büro bezüglich des Neubauvorhabens am Karolinen-Hospitals erarbeitete.

Claudia Bonmann vom Bochumer Ingenieurbüro „Brilon-Bondzio-Weiser“ stellt in der Bürgerversammlung das Verkehrsgutachten vor, das das Büro bezüglich des Neubauvorhabens am Karolinen-Hospitals erarbeitete.

Foto: Martin Schwarz

Hüsten.  Durch den geplanten Neubau eines Notfallzentrums werden täglich 1800 Fahrten mehr rund um das Hüstener Karolinen-Hospital stattfinden.

Durch den geplanten Bau eines „Zentrums für Notfallmedizin“ am Hüstener Hospital wird der motorisierte Verkehr rings um die „Karoline“ um 1800 Fahrzeuge pro Tag (jeweils zur Hälfte in der An- und Abreise) zunehmen. Dies ist das Ergebnis einer Verkehrsuntersuchung, die die Stadt Arnsberg beim Bochumer Ingenieurbüro „Brilon - Bondzio - Weiser“ in Auftrag gegeben hatte und am Mittwochabend in einer von rund 170 Bürgern besuchten Info-Veranstaltung zum Bebauungsplan Karolinen-Hospital vorstellte.

Gutachten: „Verkehrsbelastung ist der Funktion der Straßen angemessen“

Das Verkehrsgutachten kam zu dem Ergebnis, dass das vorhandene Straßennetz den Verkehr prinzipiell aufnehmen könne und ein leistungsfähiger Verkehrsablauf auch in Zukunft (nach Fertigstellung des Notfallzentrums Mitte 2022) gewährleistet sei. Allerdings empfahl Verkehrsgutachterin Claudia Bonmann eine Ausweitung des Kreuzungsbereichs Möthe / Alt Hüsten sowie einen Ausbau der Straße Stolte Ley im Bereich des Krankenhaus-Haupteingangs. Wie schon der städtische Planungschef Thomas Vielhaber kam auch das Bochumer Ingenieurbüro zu dem Ergebnis, dass eine alternative Streckenführung zum kraolinen-Hospital - sei es über eine neue Ruhrbrücke zwischen Arnsberger Straße und Stolte Ley oder eine Querung der Bahnlinie (Brücke oder Tunnel) zwischen Kirmesplatz und bestehendem Straßennetz nahe der Karoline nicht in Betracht komme. Das Gutachten zum Straßenverkehrslärm kam zu dem Ergebnis, dass an einzelnen Straßenstellen Lärm-Richtwerte über- bzw. unterschritten werden.

Viele grummelnde Anwohner

Dies alles nahmen viele Anwohner grummelnd zur Kenntnis, denn eine klare Lösung des Verkehrsproblems konnte die Stadt nicht anbieten. Die Anwohner müssen in Zukunft mit noch mehr Lärm und Verkehr vor ihren Haustüren leben.

Ein Bürger wies schon auf den Lärm des Rettungshubschraubers hin, der ab Mitte 2022 an der Karoline landen wird, hin. Mehr Lärm gebe es auch - bedingt durch das neue Notfallzentrum - durch die deutliche Zunahme von Rettungsdienstfahrten (mit Blaulicht und Martinshorn). Der Bürger erinnerte auch an den elterlichen Schülerbringverkehr, der mit dem geplanten Umzug der Neheimer Grimmeschule ins frühere Gebäude der Petrischule verbunden sei. Thomas Buchmann wies darauf hin, dass ja auch noch eine neue Wohnsiedlung am Flammberg geschaffen werden könnte. Diese Verkehrsbelastung käme ja dann noch oben drauf.

Der Hüstener Bezirksausschuss-Vorsitzende Günter Goßler machte sich dafür stark, dass die Stadt doch mittel- bis langfristig an eine Bahnquerung (Brücke oder Tunnel) denken solle. Hier widersprach Thomas Vielhaber: „Wir müssen Verkehre neu denken. Es wird mehr E-Mobilität und damit auch weniger Lärm geben.“ Auch setzt er auf das Mobilitätskonzept, das das Klinikum mit den Mitarbeitern erarbeitet. Denn auf einzelne Schichten verteilt werden insgesamt 521 Mitarbeiter zusätzlich in der Karoline ab Mitte 2022 arbeiten, denn mit Fertigstellung des Notfallzentrums werden zusätzlich 194 Betten in Hüsten geschaffen.

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