E-Zentrum

E-Zentrum in Hüsten bringt allen Gewinn

E-Zentrum: Bürgermeister Bittner verabschiedet Binetha Beckmann (links) als Leiterin.

E-Zentrum: Bürgermeister Bittner verabschiedet Binetha Beckmann (links) als Leiterin.

Foto: Frank Albrecht / WP

Hüsten.  Beim Tag der offenen Tür im Hüstener E-Zentrum stand auch die Verabschiedung von Binetha Beckmann auf dem Programm.

Seit 2017 läuft das „E-Zentrum für Begegnung und Engagement“ in Hüsten. In den Räumen der ehemaligen Pestalozzi-Schule und des späteren zentralen Flüchtlingsunterkunft in Arnsberg geht die Arbeit mit genau diesen Menschen weiter. Aber nicht nur – einen Überblick zu den vielfältigen Angeboten bot am Samstag der zweite Tag der offenen Tür, an dem sich viele Gruppen aus dem Haus mit einem Programm-Teil beteiligten. Im Beisein von Bürgermeister Ralf Paul Bittner gab es aber auch schon einen vorzeitigen Dank und ein frühe Verabschiedung der Leiterin, Binetha Beckmann. Sie widmet sich ab 2020 einer neuen Herausforderung.

Kontakt zu Menschen

„Das Haus ist einfach klasse und zieht Menschen an“, sagt Nisa Demirci. Die 24-jährige Türkin ist beim Tag der offenen Tür am Samstag voll bei der Sache und weiß noch genau, wo ihre Motivation dafür herkommt. Im Jahr 2017 hatte sei ein Praktikum bei der Stadt gemacht, speziell im Ausländeramt, dem Büro für Integration. In diesem Zusammenhang war sie auch mit der Einrichtung des E-Zentrums, dem Gebäude und seinen dort wirkenden Menschen in Berührung gekommen. „Und ich bin noch immer dabei“, lacht Nisa. Der Kontakt zu den Menschen, die Möglichkeiten des Austauschs – all das hat sie schon im letzten Jahr motiviert, den Tag der offenen Tür zu begleiten und immer wieder im „E“ vorbeizuschauen. Für letzten Samstag hat sie sich in das Theaterstück eingebracht.

Tag der offenen Tür

„Der Tag der offenen Tür ist ein wichtiger Anlass zum Treffen von Kultur und Religionen in der Stadt“, sagt Bürgermeister Ralf Paul Bittner zur offiziellen Eröffnung, die auch einen kleinen Abschied darstellt. Zuvor aber lobt der Bürgermeister: Seit dem Frühjahr 2017 gebe es hier eine Begegnung mit Menschen aus anderen Kulturkreisen auf Augenhöhe, und: Es sei herrlich geworden, ganz so wie es der Plan gewesen sei. Eine große Bandbreite von Angeboten habe viel an die Menschen herangetragen, im E-Zentrum hätten sie eine Heimat gefunden. „Wir wollen die Dinge finden und nicht das Trennende suchen“, so Bittner, und die Gäste im Saal klatschen laut Beifall.

Bereichernde Dinge

Die bereichernden Dinge finden – das hat auch Monika Holtappels getan. Die Senior-Trainerin Neheim moderiert im E-Zentrum den interkulturellen Frauengesprächskreis. Einmal in der Woche gibt es ein lockeres Treffen bei Kaffee und mal Kuchen – und Gesprächen auf jeden Fall. „Mit den Frauen aus verschiedenen Nationen sprechen wir über alles, das Schöne und die Sorgen und auch einfach nur mal so“, sagt Holtappels. Gott und die Welt und halt das Thema Familie und Kinder gehörten auch dazu. Das Engagement der 68-jährigen Senior-Trainerin hört aber nicht an den Türen des „E-Zentrums“ auf. Alle aus dem Kreis hätten ihre Telefonnummer und können sich stets mit Anliegen bei ihr melden.

Abschied von Leiterin

Zum schönen Programm am Tag der offenen Tür gibt es aber auch ein paar Tränen. Weil die mit Landesmitteln für zwei Jahre ausgeschriebene Stelle von Binetha Beckmann zum Jahresende ausläuft und die engagierte Koordinatorin im Haus dasselbe verlässt. „Mein Dank geht an das Herzblut, das Frau Beckmann hier investiert hat“, lobt der Bürgermeister in seinem Grußwort. Und zum Blumenstrauß der Stadt Arnsberg gibt es den tosenden Beifall aller Anwesenden im Saal. Es sei ein sehr erfolgreicher Weg gewesen, so Bittner. Der solle jetzt weiter gehen, allerdings werde er anders koordiniert.

Petra Vorwerk koordiniert

Petra Vorwerk von der Engagementförderung der Stadt Arnsberg soll das „E“ über den ehrenamtlichen Bereich weiter führen. In einer Begrüßung lud sie alle Gruppen aus dem Haus ein, sich persönlich an sie zu wenden. Weiter solle das „E“ mit Leben und bürgerschaftlicher Zusammenarbeit geführt werden.„Es ist eine schöne Zeit hier im E“, sagte Binetha Beckmann in ihrer kleinen Dankesrede, die sich schon wie eine Verabschiedung anhört. Und die Nutzer des Hauses kommen nach vorne, um mit Blumen und einem Film über die Arbeit im Haus ganz persönlich „Danke!“ zu sagen. Dann gibt es wieder Musik und Theater, bei dem das „E“ seine Qualitäten praktisch unter Beweis stellen kann: Beim „absurden“ Theaterstück um die Geschichte von Aschenputtel gibt es viel zu Lachen und die schöne Zusammenarbeit der verschiedenen Nationen, so wie es das Haus in seinem Programm stehen hat.

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