Brauhaus

Ein Gebäude mit Überraschungen

Melanie und Christian Krick mit Wildschwein-Eckzähnen, die sie beim Renovieren des künftigen Brauhauses an der Mühelnstraße in Arnsberg gefunden haben.

Melanie und Christian Krick mit Wildschwein-Eckzähnen, die sie beim Renovieren des künftigen Brauhauses an der Mühelnstraße in Arnsberg gefunden haben.

Foto: wolfgang becker

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Arnsberg.  Geschichte hautnah erleben – das können derzeit Christian Krick und sein Vater Friedrich im Haus Mühlenstraße 20. Wie berichtet, wird hier in nächster Zeit ein uriges Brauhaus entstehen – mit angeschlossener Gaststätte. Bei den umfangreichen Renovierungsarbeiten stießen Vater und Sohn auf manche historische Überraschung.

Doch der Reihe nach: „Wir wollten ursprünglich in der Garage nebenan Bier brauen, dann aber lieber eine Gasstätte dabei haben“, erzählt Christian Krick. Gesagt, getan. Vor drei Jahren erwarb Friedrich Krick das Gebäude von der Familie Schennen. Zuerst stellte sich natürlich die Frage nach dem Alter des Hauses, in dem viele Jahrzehnte eine Lohgerberei ansässig war. Hier half Stadtarchivar Michael Gosmann. Anhand alter Karten konnte das Baujahr um 1814 datiert werden.

Wasserzisterne entdeckt

Dann kam harte Arbeit auf die beiden Hobbybrauer zu. „Wir haben das Haus komplett entkernt, das kostete viel Zeit und Mühe“, erzählt Christian Krick von den ersten Wochen und Monaten. Neue Stahlträger mussten eingesetzt und die Lehmziegel im Fachwerk freigelegt und neu verputzt werden. Zudem wurde das Tonnengewölbe im Eingangsbereich wieder sichtbar gemacht.

Bei den Aufräumarbeiten dann die erste Überraschung. „Zufällig entdeckten wir eine große, eiserne Bodenplatte unter der sich eine alte Wasserzisterne befand“. Gewundert habe man sich schon seit langem über das große Drehrad an der Wand mit nach unten und oben führenden Eisenrohren, „wir wussten aber erst gar nicht, was das für eine Apparatur war“.

Recherchen ergaben, dass es sich um die Wasserentnahmestelle der ehemaligen Gerberei handelt. Die Zisterne wurde leer gepumpt, der Wasserstand stieg aber durch einen Zufluss aus der Altstadt innerhalb weniger Tage wieder bis auf 2,50 Meter Höhe an. Ab diesem konstant bleibenden Pegelstand gibt es einen natürlichen Abfluss zum Mühlengraben.

Wildschweinzähne und Fallen

Interessant ist auch der geringe Temperaturunterschied des Wassers innerhalb der Jahreszeiten. „Im Sommer hat das Wasser 12 Grad und im Winter 7 Grad“, hat Christian Krick gemessen. Als weiteren brisanten Fund entdeckten Vater und Sohn eine große Lebend-Falle aus Holz. Dass hiermit Tiere, vornehmlich wohl Wildschweine gefangen wurden, beweisen die vielen in Zwischendecken und Winkeln gefundenen Eckzähne von Keilern. Laut Auskunft eines heimischen Jägers gäbe es diese Wildschweinart schon lange nicht mehr im Sauerland.

Lobend äußert sich Christian Krick über das Amt für Denkmalschutz, welches immer mit im Boot war, und jederzeit mit Rat und Tat zur Seite gestanden habe.

Wenn alles klappt, soll vielleicht schon im September Eröffnung der Brau-Gaststätte sein. Der Edelstahl-Braukessel und die Vorratsbehälter für das „Arnsberger Mühlenbräu“ sind bereits installiert und auch die Leitungen liegen. Auch Tische und Stühle sind schon angeliefert und warten nur aufs Auspacken.

Info

Wie berichtet, entsteht in der Mühlenstraße ein Brauerei-Gasthaus mit 90 Plätzen - das „Brauhaus Arnsberger Mühlenbräu“.

Betreiber sind Christian und Melanie Krick.

Im Ausschank werden dann u.a. „Arnsberger Mühlenbräu“, ein vollmundiges Pils, und ein „Arnsberger Weizen“ sein.

Geplant ist auch ein dunkles Bier.

Angeboten werden auch Kaffee, Kuchen und warme Speisen.

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