Menschen aus Sundern

Ein Jahr in Indien verbracht

Lisa Ramroth (hinten Mitte) mit ihrere Klasse und den Schwestern.

Foto: privat

Lisa Ramroth (hinten Mitte) mit ihrere Klasse und den Schwestern. Foto: privat

Sundern/Puthuppaddy.   Ein ganzes Jahr hat die Sundernerin Lisa Ramroth im Süden Indiens gelebt und als Missionarin auf Zeit gearbeitet.

Ein ganzes Jahr hat die Sundernerin Lisa Ramroth im Süden Indiens gelebt und als Missionarin auf Zeit in einem kleinen Dorf im Süden Indiens, in Puthuppady in der Nähe von Kozhikode im Bundesstaat Kerala gearbeitet. Gewohnt hat sie neben dem Konvent der Schwestern des St.-Philip-Neri-Ordens: „Meine Mitfreiwillige und ich hatten ein kleines Hostel für uns, aber die Mahlzeiten haben wir mit den Schwestern eingenommen“, erzählt sie jetzt in ihrem Abschlussbericht.

Lob für das Essen

Die Sauerländerin lobt das Essen: „Es ist echt super lecker. Im Süden Indiens wird meist gar nicht so scharf gekocht.“ Gearbeitet hat sie in der

Grundschule, die von den Schwestern geleitet wird, sie war Englisch und Computerarbeit zuständig: „Die Verständigung mit den Schülern war teilweise schwierig, aber mit der Hilfe der Schwestern, war es machbar. Ich habe es genossen, Kontakt zu den Kindern zu haben. Sie sind sehr interessiert, lustig und immer gut drauf. Da sie schon im Kindergarten mit dem englischen Alphabet anfangen, verstehen sie auch in dem jungen Alter schon vieles“, berichtet Lisa Ramroth über den Alltag.

Schulsystem anders

Das Schulsystem in Indien sei nicht so ausgelegt, dass die Kinder lernen, Englisch anzuwenden: „Das war dann meine Aufgabe und eine Herausforderung, eine Klasse von um die 40 Kindern zu kontrollieren. Besonders, da die Kinder immer noch mit dem Schlagstock erzogen werden und deutsche Erziehungsmethoden schwer anzuwenden sind.“

Immer noch Frontalunterricht

Kritisch sieht sie den Frontalunterricht, der dort üblich ist: „Wir waren die ersten Freiwilligen in diesem Projekt, wodurch wir besondere Schwierigkeiten hatten, mit den Kindern in Kontakt zu kommen. Es hat lange gedauert, bis sie sich an uns und unsere Unterrichtsmethoden gewöhnt hatten und gewissenhaft ihre Aufgaben erledigt haben.“

Buntes Land

Es sei eine Reise ins Ungewisse gewesen: „Ich fand mich auf einmal in einem fremden Land, in einfachen Verhältnissen und mit Menschen, deren Sprache ich nicht spreche, wieder. Aber so schlimm sich das vielleicht anhört, ist es nicht“, sieht Lisa Ramroth das Jahr in der Rückschau: „Zum Schluss haben die Kinder dann aber wirklich etwas von mir gelernt“, ist sei überzeugt. Die Vorstellung eines bunten und fröhlichen Indiens treffe zu. „Ich durfte außergewöhnliche Menschen kennenlernen, die mir eine andere Sichtweise der Welt, eine andere Lebensweise gezeigt haben und mir mit ihrem indischen, fröhlichen Charakter immer ein Lächeln ins Gesicht gezaubert haben“, sagt sie heute. Die indische Kultur sei so anders zur deutschen und so einzigartig: „Ich bin sehr froh, dass ich diese aus nächster Nähe miterleben durfte.“ Eines sei ihr bei Rückkehr in die Heimat gleich aufgefallen: „Die Deutschen sind ziemlich grimmig sind, Indien ist einfach viel positiver.“

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