Arnsberger Ideenschmiede

„Eine Kamera- und Fotomuseum wäre eine Chance für Arnsberg“

Karl-Jochen Schulte sieht in einem Kamera- und Fotomuseum eine große Chance für Arnsberg.

Karl-Jochen Schulte sieht in einem Kamera- und Fotomuseum eine große Chance für Arnsberg.

Foto: Wolfgang Becker

Arnsberg.   Karl-Jochen Schulte steuert zwei Ideen bei. Neben einem Fotomuseum auch die Öffnung alter Weltkriegsbunker - als Mahnung für junge Generationen.

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Er lebt zwar seit einigen Jahren in Dörnholthausen, doch Karl-Jochen Schulte ist „immer ein Arnsberger Junge geblieben,“ wie er betont. Daher liegt ihm auch seine Heimatstadt im Blut und am Herzen.

Was den früheren Lehrer hat gleich zwei Vorschläge zur „1. Arnsberger Ideenschmiede“ beisteuern lassen: ein Kamera- und Fotomuseum und die Öffnung heimischer Weltkriegsbunker auch als Warnung nachfolgender Generationen vor politischer Verblendung.

„Ich denke, dass hier eine solche Einrichtung fehlt“

Das Fotografieren und Filmen hat Karl-Jochen Schulte schon immer fasziniert. So greift er nicht nur selbst zur Kamera, sondern ist auch leidenschaftlicher Sammler von Kameras und Zubehör, der seinen inzwischen enormen Fundus mit Freude einem Kamera- und Fotomuseum in Arnsberg überlassen würde. „Denn ich denke, dass hier eine solche Einrichtung fehlt.“

Schließlich gebe es viele bekannte Sauerländer und Arnsberger Fotografen, die Stadt, Bewohner und Landschaft gekonnt in Szene gesetzt hätten. „Doch leider sind diese Bilder für fast niemandem zugänglich.“

Das Museum wäre eine „wunderbare“ Ergänzung

So sollten neben historischen bis hin zu modernen Film- und Fotokameras eben auch Fotografien zu ständig wechselnden Themen in einem Museum vor Ort in Arnsberg präsentiert werden.

„Außerdem würde sich ein Film- und Fotomuseum wunderbar mit dem Lichtturm mit camera obscura und unseren anderen kulturellen Einrichtungen ergänzen.“ Praktisch als weiterer Mosaikstein auf dem Weg, Arnsberg für Touristen und Einheimische noch stärker zu positionieren.

Ein solches Museum sollte aber lebendig sein

Doch dieses Museum müsse natürlich lebendig sein. „Darauf würde ich sehr großen Wert legen, falls die Idee Gefallen findet und umgesetzt werden könnte.“ Und zwar Leben durch Veranstaltungen, Ausstellungen und Workshops.

„Damit könnten Interessierte das Fotografieren lernen und zugleich mit der Technik vertraut werden.“ Vielleicht sei auch die Einrichtung eines Ateliers und einer Dunkelkammer machbar. Als Blick in die fotografische Vergangenheit.

„Ein Alleinstellungsmerkmal für ganz Westfalen“

„Auf jeden Fall aber,“ hat Schulte recherchiert, „wäre ein solches Museum ein Alleinstellungsmerkmal für ganz Westfalen und darüber hinaus.“ Und wenn man bedenke, dass ähnliche Einrichtungen wie in Zingst/Mecklenburg-Vorpommern einen riesigen Publikumszulauf hätten, „dann liegt hier für Arnsberg eine sehr große Chance“.

Denn Publikumszuspruch und gutes Umfeld seien selbst für namhafte Hersteller von Foto- und Filmkameras wie Nikon, Leitz, Canon oder Sigma ein Grund, vor Ort in diesen Museen ihre Produkte umfassend vorzustellen und auch entsprechende Kurse anzubieten. Für Schulte ein zusätzlicher Magnet mit starker Anziehungskraft.

Ein düsteres Kapitel - der Luftkrieg in Arnsberg

Themenwechsel: Der zweite Vorschlag Schultes befasst sich mit einem traurig-düsteren Kapitel: dem Luftkrieg in Arnsberg und dessen Erleben in engen, beklemmenden Bunkern.

„Das habe ich als sieben- bzw. achtjähriges Kind selbst erfahren müssen. Und je älter ich werde, desto mehr belasten mich die Erinnerungen daran. Das alles hängt mir heute noch nach.“

Für Schulklassen wichtig

Und damit sich ein solcher Wahnsinn nicht wiederholt, regt Karl-Jochen Schulte eine zeitweise Öffnung der noch vorhandenen Arnsberger Bunker an. „Für Stadtführungen und auch Schulklassen, die sich mit dieser Thematik im Unterricht befassen.“

Öffnung soll auch zeigen, wie es nie mehr werden soll

Medial mit realistischem Material unterlegt, damit die schreckliche Stimmung der dort oft zusammengepferchten Menschen zum Ausdruck komme: „Die Schreie beim nahen Einschlag von Bomben, das Beten, das Fluchen, die Flatterhaftigkeit, die Nervosität, die Todesangst.“

Er selbst habe im Eichholzbunker hinter der Festhalle Promenade auch menschlich schlimme Erlebnisse erfahren müssen. „Die Öffnung der Bunker soll zeigen, wie es einmal war. Und wie es nie mehr werden soll. Und dafür müssen wie die nachfolgenden Generationen sensibilisieren.“

Heimatbund sieht Fotomuseum als eine gute Sache

„Wir wären schon sehr dafür.“ Auch für den Arnsberger Heimatbund-Vorsitzenden Werner Bühner wäre ein „Kamera- und Fotomuseums“ eine gute Sache, schließlich habe man sich im Heimatbund bereits seit längerer Zeit mit einer solchen Idee befasst.

„Und wir haben viele historische Aufnahmen, die wir für Ausstellungen beisteuern könnten.“

Interesse in der Jugend

Nicht nur unter nostalgischem Aspekt, „denn gerade bei jungen Leuten herrscht großes ein Interesse, zu erfahren, wie ihre Heimatstadt einmal ausgesehen hat“.

Allerdings stelle sich die Frage nach geeigneten Räumlichkeiten und deren Finanzierung. „Wir als Heimatbund können das natürlich nicht stemmen.“ Da müssten sich andere Wege finden.

Auch der Uferpfad-Vorschlag findet Gefallen

Auch die Bunker-Öffnung sei überlegenswert, doch müsse zuvor die Sicherheit dieser alten Anlagen untersucht werden.

Sehr gut gefallen, so Werner Bühner, habe ihm auch der Vorschlag von Christof Möller, an der Ruhr einen Uferpfad von Klosterbrücke bis Promenade anzulegen.

„Ich kann mir nicht vorstellen, dass damit der Natur dort Schaden zugefügt werden könnte.“ Er jedenfalls habe in der Bevölkerung dazu viel Positives vernommen.

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