Feuerwehr

Einsatz in Hüttebrüchen: 300 Liter Heizöl laufen aus

Ölunfall in Hüttebrüchen: Die Firma Lobbe mit ihrem Havariemanagement ist vor Ort und entfernt den kontaminierten Boden.

Ölunfall in Hüttebrüchen: Die Firma Lobbe mit ihrem Havariemanagement ist vor Ort und entfernt den kontaminierten Boden.

Foto: Matthias Schäfer / WP Sundern

Allendorf.  Mehrere hundert Liter Heizöl laufen auf einem Betriebsgelände in Hüttebrüchen aus. Die Wasserbehörde des Hochsauerlandkreises ist eingeschaltet.

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Viel Glück im Unglück hatten am Dienstagmorgen alle Beteiligten bei einem Ölunfall im kleinen Sunderner Ortsteil Hüttebrüchen an der südlichen Kreisgrenze zum Märkischen Kreis. Gegen 7.30 Uhr hatte der Fahrer eines Mineralölhandels aus Hagen/Volme das Sägewerk Weber hoch über dem Ort angefahren, um dorthin Heizöl zu liefern. Beim Pumpvorgang liefen dann aufgrund eines Materialschadens an der Pumpe etwa 300 Liter Öl in den unbefestigten Boden. Es wurde dann ABC-Alarm ausgelöst.

Schweißnaht gebrochen

Dass der Schaden nicht größer ist, liegt an mehreren glücklichen Umständen und Zufällen, berichtet

Sunderns Stadtbrandmeister Frank Siedhoff im Gespräch mit unserer Zeitung nach dem Einsatz: „Insbesondere hat der Sägewerk-Besitzer Robert Weber super reagiert, sonst wäre noch viel mehr Öl ausgelaufen.“ Den Grund des Unfalls sieht Siedhoff im Bruch einer Schweißnaht direkt an der Stelle, wo der Schlauch an der Pumpe befestigt wird. „Die Pumpe lief gerade an, als ich auch schon ein Rauschen hörte“, berichtet Robert Weber. Er saß auf einem Kran am Rande des Holzlagerplatzes, wollte Holz umschichten und erkannte sofort die Ursache und die Gefahr.

Laute Anweisungen

Danach gab es eine Reihe von lauten Anweisungen, denn Weber war ja bekanntlich bis vor einigen Jahren Löschgruppenführer in Allendorf und ist immer noch Abschnittsleiter. „Das war der große Vorteil in dieser Situation“, so Siedhoff. Der Fahrer des Lkw stoppte daraufhin sofort den Pumpvorgang am Lkw, und Weber begann gleichzeitig mit einigen Mitarbeitern, aus am Rande des Platzes stehenden Säcken Sägemehl auf das Öl zu streuen: „So wurde das Heizöl sehr schnell gebunden“, sagt Siedhoff. Einen weiteren Vorteil steuert ein Havarie-Experte der Firma Lobbe aus Iserlohn bei: „Da der Boden nass war, schwamm das Öl an der Oberfläche.“

Ölbindemittel gestreut

Ein Ruf von Weber galt seiner Frau, die umgehend die Feuerwehr alarmierte. Wenig später trafen etwa 50

Einsatzkräfte ein, da das Ausmaß zunächst nicht bekannt war. Siedhoff ordnete an, dass zunächst um die kontaminierte Stelle Ölbindemittel gestreut wurde, um eine weitere Ausbreitung zu verhindern. Betroffen sind etwa 400 bis 500 qm. Zügig war auch die Polizei vor Ort, ebenso die Untere Wasserbehörde des Kreises und die Stadtwerke Sundern. Auch ein Mitarbeiter des Hagener Öllieferanten begutachtete die Unfallstelle. In gemeinsamer Absprache wurde dann das Iserlohner Unternehmen Lobbe beauftragt. Dort sitzen an 365 Tagen im Jahr Havarieteams in Bereitschaft. Ein Team rückte sofort aus und begann am Mittag mit den Arbeiten.

Geordnete Entsorgung

„Derzeit ist ein Entsorgungsunternehmen dabei den kontaminierten Standort zu reinigen“, hieß es am Nachmittag von der Kreis-Pressestelle in Meschede. „Die kontaminierte Erde wird danach einer geordneten Entsorgung zugeführt“, so Fleur C. Tauber über den weiteren Verlauf. Alle Maßnahmen seien mit der Unteren Bodenschutzbehörde abgestimmt. Wie die Mitarbeiter des Havarieteams vor Ort mitteilten, wird der Aushub der Fläche in einem speziellen Areal gelagert, danach werden darauf Mikroorganismen aufgebracht, die Öl fressen.

Die Feuerwehr Sundern war am Dienstag mit etwa 50 Einsatzkräften vor Ort. Da das Sägewerk in der

Wasserschutzzone 3 liegt, wurden die Wehren aus Allendorf, Hagen, Amecke und Sundern alarmiert. Die meistens konnten aber schnell wieder abrücken. „Wir dürfen da nicht riskieren, dass Öl tiefer ins Erdreich eindringt. Irgendwann ist es im Grundwasser angekommen“, erklärte Stadtbrandmeister Frank Siedhoff. Denn die Trinkwassergewinnung in Hüttebrüchen befindet sich nur einige hundert Meter von der Unfallstelle entfernt.

Schon zwei Einsätze

Die Feuerwehr Sundern hatte am Dienstag morgen schon vor dem ABC-Alarm zwei weitere Einsätze in der Sunderner Röhre, wo in einem Industriebetrieb die Brandmeldeanlage innerhalb einer Stunde zweimal auslöste, zuerst um 7 Uhr: „Allerdings ohne weitere Feststellung unsererseits“, so Stadtbrandmeister Frank Siedhoff zu diesen ersten Einsätzen. So war die Feuerwehr allerdings in Sundern schon im Einsatz und konnte schnell nach Allendorf weiterfahren.

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