Polizei

Entsetzen über Familiendrama

Entsetzen in Hachen über das Familiendrama, das vor diesem Hauseingang passierte.

Foto: Matthias Schäfer

Entsetzen in Hachen über das Familiendrama, das vor diesem Hauseingang passierte. Foto: Matthias Schäfer

Hachen.   Aufwühlende Gespräche gab es gestern überall in Hachen. Ob beim Metzger, an der Brottheke oder auf dem Parkplatz am Rewe-Markt.

Aufwühlende Gespräche gab es gestern überall in Hachen. Ob beim Metzger, an der Brottheke oder auf dem Parkplatz am Rewe-Markt. Meist überwiegt Kopfschütteln, denn das fürchterliche Familiendrama in der Nacht zum Dienstag schockt. Die wesentlichen Fakten, so Staatsanwalt Klaus Neulken, seien schnell erzählt: „Nach familiären Schwierigkeiten hat am Dienstag gegen 1.15 Uhr ein 43-jähriger Hachener seine 47-jährige Ehefrau mit einer Pistole erschossen und sich anschließend selbst getötet.“

Vier Schüsse fallen

Gemeldet hatten die grausame Tat Anwohner aus dem Mehrfamilienhaus an der Hachener Straße Nr. 124. Sie hatten gegen 1.15 Uhr vier Schüsse gehört. Wenige Minuten später rückten mehrere Beamte auf den

rückwärtigen Hof, der durch Garagen begrenzt wird, vor. Sie fanden zwei Personen auf dem Parkplatz vor der Haustür liegend, beide tot. Wie die ersten Ermittlungen der Mordkommission Dortmund ergaben, habe der Mann seiner Ehefrau an der Haustür aufgelauert. Wie Nachbarn ergänzen, habe er sich wohl hinter einer dort geparkten Taxe eines Mitmieters versteckt: „Jedenfalls wurde unter dem Auto eine Patronenhülse gefunden“, hat ein Nachbar gesehen. Ein anderer hat die Polizisten mit gezückten Waffen beobachtet: „Sie haben mich dann aufgefordert, die Rollade wieder herunterzulassen und in Deckung zu gehen“, berichtet Manfred Busak, der noch Stunden nach dem Vorfall ziemlich aufgeregt ist.

Beziehungsprobleme seit Wochen

Wie Staatsanwalt Neulken berichtet, habe es schon seit einiger Zeit

Probleme bei dem Paar gegeben. Vor 14 Tagen sei der Mann ausgezogen. „Sie hat mich gebeten, die Türschlösser zu wechseln“, weiß Vermieter Josef Weitkamp. Auch er hat die Schüsse gehört, aber den Lärm auf eine umgekippte Palette oder Ladelärm am Rewe-Markt geschoben. Viele andere Anlieger haben die Schüsse aus dem Schlaf gerissen: „Dass es Schüsse waren, habe ich nicht realisiert, es war nur ein lautes Knallen zu hören“, so Nachbarin Margret Dittmann.

In Spielhalle gearbeitet

Schnell herumgesprochen hat sich der Vorfall auf Facebook. Die Hachener sind entsetzt über den Tod der 47-Jährigen, die aus Langscheid stammt und drei Kinder hinterlässt. Sie habe um 1 Uhr Dienstschluss in einer Spielhalle an der Hachener Straße gehabt, berichten Anlieger, und sei dann meistens mit dem Auto die etwa 500 Meter heimgefahren.

Tat war nicht zu ahnen

Seit drei Jahren wohnte das Ehepaar dort: „Das waren ganz nette Menschen, die Frau hatte schon vor etlichen Jahren einmal bei uns gewohnt“, erklärt der Vermieter, dass so etwas nicht zu ahnen war. Aber es gab auch dunkle Seiten: So soll der 47-Jährige in der Vergangenheit schon mehrfach brutal gegen seine Frau vorgegangen sein. Deshalb habe man sich nicht gewundert, als er bei der Geburtstagsfeier der Frau vor wenigen Tagen nicht anwesend war.

Auch interessant
Leserkommentare (0) Kommentar schreiben
    Aus der Rubrik