Hilfsalltag während Corona

„Eröffnung der Tafel in Arnsberg war richtig“

Arnsberger Tafel: Heike Wittenstein, Klaudia Düwil, Marlis Kaiser, Anne Künkenrenken hinter der Verkaufstheke Foto: Imrana Malik 

Arnsberger Tafel: Heike Wittenstein, Klaudia Düwil, Marlis Kaiser, Anne Künkenrenken hinter der Verkaufstheke Foto: Imrana Malik 

Foto: Imrana Malik

Arnsberg / Sundern.  Auch in Coronazeiten erfüllt die Arnsberger Tafel ihre wichtige Rolle bei Unterstützung bedürftiger Menschen.

Im März stürmten viele Menschen die Läden, gähnende Leere herrschte in vielen Regalen, Lieferungen verlangsamten sich und viele Läden platzten vor Kunden aus allen Nähten. Doch wie sah das Aufkommen in der Tafel aus? Und vor allem: wie ist die momentane Lage und die Entwicklung bei den Tafeln in Arnsberg, Neheim und Sundern? Genau diese Fragen beantwortet Stephan Blefgen, der zweite Vorsitzende der Arnsberger Tafel im Interview.

Die Supermärkte im März wurden fast schon gestürmt, war die Situation bei der Tafel ähnlich?

Stephan Blefken: An der Personenzahl hatte man nichts gemerkt, es wurden aber auch keine gravierenden Geschäftszeitenänderungen vorgenommen. Natürlich hatten manche Menschen Angst hier hin zu kommen, es waren zwischendurch etwas weniger Leute anwesend, aber es gab keine großen Unterschiede zum „normalen“ Alltag. Vor allem muss man auch mal an die ganzen Läden Danke sagen, es gab kaum Ausfälle von Waren. Die ehrenamtlichen Mitarbeiter konnten weiterhin die Waren mit den Lastkraftwagen abholen und zu uns bringen.

Wie kann man sich den Alltag in der Tafel vorstellen, hat sich dieser stark in den letzten Monaten verändert?

Die Tafel gibt es in Arnsberg , Neheim und in Sundern. Wir versorgen weit über 2000 Menschen, also werden viele Mitarbeiter gebraucht. Insgesamt arbeiten 80 Personen in den drei Stellen und die größte Anzahl der Mitarbeiter sind dort ehrenamtlich tätig. Es werden täglich unsere fünf Lastkraftwagen rausgefahren, um Waren abzuholen, zu entladen und vorzusortieren. Zusätzlich wird auch noch samstags Ware abgeholt, auch wenn wir am Samstag nicht geöffnet haben. Die Fahrer sind oft pensionierte Lkw-Fahrer oder auch Hobbyfahrer, die gerne helfen. Nach der Vorsortierung werden die Waren zu den Verkaufstheken gebracht. Lassen Sie sich aber nicht von dem Wort „Verkauf“ irritieren. Um neun Uhr morgens kommen dann die ersten Leute herein. Wie viel jemand bekommt, ist auch von der Familiengröße abhängig. Eine große Familie bekommt natürlich mehr als eine alleinstehende Person. Selbstbedienung gibt es übrigens nicht mehr, es wird den Mitarbeitern gesagt was benötigt wird und diese geben den Leuten dann die Nahrungsmittel. Das wird auch nach der Corona-Pandemie so beibehalten, das läuft super.

Gab es große Einschränkungen bei der Mitarbeiterzahl in den letzten Monaten?

Wir haben das Personal etwas gestrafft, da einige unserer Mitarbeiter auch zur Risikogruppe gehören. Anstatt vier Mitarbeiter die dann die Leute bedienen, sind es jetzt zwei. Große Unterschiede merkt man aber nicht, da jetzt nur noch maximal zwei Personen gleichzeitig in die Stelle dürfen und sich maximal fünf Personen gleichzeitig im Wartebereich aufhalten dürfen.

Kamen denn in den letzten Monaten mehr Menschen, um sich etwas bei der Tafel zu holen?

Wir hatten im August diesen Jahres die Stelle in Alt-Arnsberg eröffnet, dort kommen immer mehr Menschen hin. Ich denke aber nicht, dass die Corona-Pandemie daran Schuld hat, sondern dass es sich erstmal herumsprechen musste, dass es die Tafel jetzt auch dort gibt. Dass wir dort eröffnet haben war der richtige Weg, wir sind froh mehr Menschen helfen zu können weil die Stelle in Arnsberg jetzt für einige leichter zu erreichen ist.

Wie kann man als Privatperson helfen?

Es gibt die Möglichkeit Mitglied der Tafel zu werden und zu spenden. Aber auch ehrenamtliche Mitarbeiter werden immer gesucht.

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