Mittwochs-Interview

„Es macht Spaß, anderen Menschen zu helfen“

Beim Kicken auf dem Schulhof das Knie aufgeschürft:  Mirco Trapani ist sofort zur Stelle, um seinem jüngeren Mitschüler Abbas zu helfen. Bei dieser Szene haben wir ein wenig „getrickst“, doch natürlich ist Mirco künftig im Einsatz, wenn etwas passiert – gemeinsam mit seinem Kumpel Rene.Foto:Torsten Koch

Beim Kicken auf dem Schulhof das Knie aufgeschürft: Mirco Trapani ist sofort zur Stelle, um seinem jüngeren Mitschüler Abbas zu helfen. Bei dieser Szene haben wir ein wenig „getrickst“, doch natürlich ist Mirco künftig im Einsatz, wenn etwas passiert – gemeinsam mit seinem Kumpel Rene.Foto:Torsten Koch

Neheim.  Mirco Trapani (15) hat sich bei den Maltesern zum Schulsanitäter ausbilden lassen.

Im Sportunterricht den Knöchel „verknackst“, Kreislaufbeschwerden in der Pause, beim Kicken auf dem Schulhof das Knie aufgeschürft: Über eine ­Million Unfälle passieren an Schulen in Deutschland – jedes Jahr, wohl gemerkt. Gut, dass die Agnes-Wenke-Sekundarschule in Neheim ab sofort auf zwei Schulsanitäter zählen kann. Mirco Trapani und Rene Löhr (14) haben eine Kompaktausbildung des Malteser Hilfsdienstes erfolgreich abgeschlossen.

Im Mittwochs-Interview berichtet Mirco, wie es dazu kam – und was als nächstes kommt.

Mirco, wie wird man denn eigentlich ein Schulsanitäter?

Mirco Trapani: „Mein Freund und Schulkollege Rene Löhr (Anmerkung der Redaktion, Rene ist derzeit krank und konnte bei unserem Gespräch nicht dabei sein) hat mich angesprochen und gefragt, ob ich nicht bei den Maltesern mitmachen möchte. Der Hilfsdienst hat in Arnsberg eine eigene Jugendgruppe. Wir sind dann gemeinsam dort hingegangen, dass ist jetzt ungefähr ein Jahr her. Seitdem sind wir alle 14 ­Tage dort und üben Erste Hilfe.

Erzähl uns mehr über Dich. Hast du neben dem Engagement bei den Maltesern noch weitere Interessen?

Ich bin 15 Jahre alt und wohne in Bruchhausen. Ich besuche derzeit die Klasse 9d der Agnes-Wenke-Schule. Mein Kumpel Rene ist 14 und geht in die 9a. Neben den Maltesern bin ich noch als Kampfsportler aktiv, mache Muay Thai, das ist Thai-Boxen – wie Kick-Boxen, nur härter (lacht) an einer Arnsberger Sportschule.

Und bei den Maltesern – was kann man als Jugendlicher dort lernen?

Anfangs haben wir dort erklärt bekommen, wie man anderen Menschen wirksam helfen kann. Die Malteser-Jugend Arnsberg hat um die zehn aktive jugendliche Helfer, die Älteste ist 17 Jahre alt. Dann hat man uns vor ein paar Wochen gefragt, ob wir Schulsanitäter werden wollen. Dafür mussten wir fünf Tage lang einen Lehrgang in Detmold besuchen. Wir haben zugesagt.

Dieser Lehrgang in Detmold, wie läuft der genau ab?

Vier Tage lang haben wir in einer Jugendherberge gemeinsam gelernt. Theorie und praktische Übungen haben sich abgewechselt. Am Ende gab es dann eine Abschlussprüfung – schriftlich, mündlich und praktisch. Insgesamt habe ich mit Zwei abgeschlossen; und ein Zertifikat der Malteser bekommen. Rene und ich sind jetzt Schulsanitäter – und dafür ausgebildet, unseren Mitschülern bei Unfällen beizustehen.

Hat die Agnes-Wenke-Schule euch bereits fest eingeplant?

Der Schulleiter, Herr Schauerte, weiß natürlich Bescheid, aber unser Engagement ist in Eigeninitiative entstanden, wir haben in den Ferien den Kursus in Detmold besucht, unsere Ausrüstung (ein Sani-Koffer mit allem ‘Drum und Dran’) haben wir selbst zusammengestellt – und gekauft. Jetzt soll an unserer Schule ein Sanitätsdienst aufgebaut werden, damit Rene und ich bald Verstärkung erhalten können.

Toller Einsatz; was motiviert dazu?

Ich wollte schon immer anderen Menschen helfen, daran habe ich viel Spaß. Später möchte ich auch beruflich etwas Soziales machen. Ich könnte mir gut vorstellen, einmal Rettungssanitäter zu werden.

Hattest Du schon einmal einen „scharfen“ Einsatz als Retter?

Rene und ich sind schon öfter in Dortmund für die Malteser im Einsatz gewesen, bei Spielen und Training der Fußball-Akademie dort waren wir im Sanitätsdienst eingesetzt. Dabei war es gut, unsere eigenen Sani-Koffer dabei zu haben... An unserer Schule in Neheim haben wir bisher noch nicht eingreifen ­müssen, aber wenn künftig etwas passiert, sind wir auf jeden Fall sofort zur Stelle!

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