Musikszene

Event der ganz kurzen Wege

Arnsberger Kneipennacht: Ben Wild und Martin Schroer das Publikum im „Flip“. Foto: Til Daldrup

Arnsberger Kneipennacht: Ben Wild und Martin Schroer das Publikum im „Flip“. Foto: Til Daldrup

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Arnsberg.Beim jährlichen „Downtown Groove“ boten die Arnsberger Kneipiers Live-Musik vom Feinsten und öffneten ihre Pforten für alle Nachtschwärmer - frei nach dem Motto „die ganze Stadt ist eine Bühne“. Wieder einmal pilgerten Hunderte auf dem Steinweg und den Seitenstraßen von Kneipe zu Kneipe.

„Bei solch einem erwarteten Andrang und 16 Live-Acts auf 15 Bühnen ist eine gute Vorbereitung wichtig“, sagte Bernd Böhne, Chef der zuständigen Eventagentur „BwieB“ vor dem Event. „Wir können jedenfalls nur auf Holz klopfen: Alles ist soweit planmäßig verlaufen. Wir müssen nur noch schauen, dass bei so vielen Gästen heute Abend alles glatt geht.“

Und tatsächlich waren wieder einmal alle der teilnehmenden Kneipen am Abend zum Bersten voll. Die Besucherzahl des Vorjahres, so der Veranstalter, sei mit 2200 Gästen in diesem Jahr sogar noch einmal getoppt worden: Anscheinend hatte das herbstliche Wetter mit immer wieder einsetzendem Nieselregen und starken Windböen die Musikliebhaber nicht im geringsten abgeschreckt.

Bei kühlen Temperaturen ließen sich die zahlreichen Besucher im Rhythmus der Nacht von Kneipe zu Kneipe treiben und genossen das einzigartige Flair des „Events der kurzen Wege“ beim abwechslungsreichen Musikprogramm zwischen rassigen Latino-Klängen, lässigen Piano-Melodien und einer Auswahl der besten Rock- und Pop-Klassiker: Während die Gelsenkirchener Party-Kombo „La Cubana“ die Gäste im „Alten Backhaus“ mit ihrer karibischen Lebensfreude ansteckte und im dichten Gedränge zum Tanzen und Mitsingen animierte, zogen Ben Wild und Martin Schroer das Publikum im „Flip“ mit ihren ruhigen Gitarrenballaden in ihren Bann.

Doch nicht nur die Gäste zeigten sich begeistert vom Kneipenfestival: Auch für die teilnehmenden Kneipiers spielt das jährliche Event eine immer wichtigere Rolle – vor allem in finanzieller Hinsicht. „Für meine Kneipe ist das Festival natürlich eine gute Werbung“, sagt Achileas „Archie“ Zisis, Wirt im „Windsor Pub“. Zum mittlerweile fünften Mal ist er beim „Downtown Groove“ dabei. „Ich kann dadurch Leute herlocken, die sonst nie in eine Kneipe gehen würden.“

Und als in den frühen Morgenstunden die letzten Getränke ausgeschenkt wurden, auch die Hartgesottensten schließlich den Heimweg antraten und sich wieder Ruhe über die Innenstadt legte, zeigte sich auch Bernd Böhne äußerst zufrieden. „Das war einfach grandios: Die Bands haben wunderbar gespielt und für eine erstklassige Stimmung gesorgt. So viele Leute unterwegs von einer Kneipe zur nächsten – Wahnsinn!“

Trotz der großen Menschenmenge kam es zu keinerlei Zwischenfällen. „Auch in diesem Jahr ist zum Glück nichts passiert“, sagt der Kamener Eventmanager erleichtert. „Beim Downtown Groove haben wir bis jetzt noch nie Schlägereien oder ähnliches erlebt.“

Ein persönliches Highlight für Böhne, selber Künstler und Sänger, war Tate Simms, ein Gitarrist aus Manhattan, der mit seiner Band „The Moov“ und geschmeidigen R&B und Funk in der Kulturschmiede einheizte. „Ein großartiges Konzert, wir hatten hier sozusagen New Yorker Verhältnisse in der Arnsberger Alt-Stadt.“

Und nun, da in der Innenstadt noch die letzten Spuren des Events beseitigt werden, rollen auch schon die Planungen für das nächste Jahr an: „Das Kneipenfestival wird natürlich auch im nächsten Oktober stattfinden - im Interesse aller Beteiligten.“

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