Ausstellung

Flair der 50er-Jahre in Arnsbergs Altstadt

Der in Arnsberg gebaute „Kleinschnittger F 125“ ist ein regionales Symbol für die Aufbruchsjahre. Steffi, Elisabeth, Anna und Sandra (von links) sind passend im Outfit der 1950er Jahre gekleidet.

Der in Arnsberg gebaute „Kleinschnittger F 125“ ist ein regionales Symbol für die Aufbruchsjahre. Steffi, Elisabeth, Anna und Sandra (von links) sind passend im Outfit der 1950er Jahre gekleidet.

Foto: Wolfgang Becker

Arnsberg.   Von Petticoats, Rock’n’Roll und Musikboxen: Der Arnsberger Heimatbund startet eine Fotoaktion zu den 50ern und sucht noch Material.

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Es ist die Zeit der Petticoats, Musikboxen und Nierentische, getanzt wird zu Rock’n‘Roll, Hits von Chuck Berry, Elvis Presley und Buddy Holly und die „Vespa“ ist in den 1950er Jahren Lieblingsfahrzeug der jungen Generation. Unverkennbare Zeichen dafür, dass in der neu gegründeten Bundesrepublik Aufbruchsstimmung herrscht.

Mit einer zweiten Auflage der beliebten Fotoaktion im Schaufenster der Fleischerei Scheiwe auf dem Alten Markt will der Arnsberger Heimatbund wieder an diese Zeit des Wiederaufbaues erinnern.

Die erste Ausstellung mit kolorierten historischen Ansichtskarten war ein voller Erfolg und zog massenweise Besucher an, die sich sogar in den Wintermonaten im wahrsten Sinne des Wortes am Schaufenster „die Nase platt drückten“.

„Teilweise wurden die Fotos mit Handys vom Bildschirm abfotografiert, das zeigt uns, dass wir mit unserer Idee richtig liegen“, freut sich Werner Bühner als „Macher“ der Präsentation. Viele Stunden hat der Heimatbund-Vorsitzende am Scanner gesessen und hunderte von alten Bildern digitalisiert und auf Format gebracht.

Historische Werbeanzeigen

Neben Stadtansichten und Gebäuden gibt es diesmal auch zahlreiche Werbeanzeigen ehemaliger Geschäfte und Unternehmen zu sehen. Bekannte Namen wie Truernit, Völkel, Jeltrup oder Buchheister erinnern beispielsweise an den Einkaufs-Charme des Steinwegs. Auch der Kreisverkehr an der Klosterbrücke ist damals schon rund. Ein Foto zeigt die so genannte „Hill-Kreuzung“ mit der Bundesstraße 7, damals schon in vier Richtungen ausgeschildert. Wer einst nach Kassel oder Hagen wollte, musste über den Neumarkt fahren.

Die Werbung wird dann mit den Jahren immer aufwendiger. Während die Anzeigen 1950 noch kleinlaut Kartoffeln, Obst und günstige Babykleidung anpreisen, sind es fünf Jahre später schon großvolumige, teils ganze Zeitungsseiten umfassende Werbungen für Zigaretten, Cognac, Smokings und Autos. Es herrscht Aufbruchsstimmung im Land.

Ausstellung ab sofort zu sehen

So kommt bereits 1950 der legendäre „Kleinschnittger F 125“ auf den Markt, das Autohaus Ludwig Jost von der Bahnhofstraße preist den „Borgward Hansa 1500“ an, Konkurrent Wisian an der Johannisstraße kontert mit dem „Taunus 12 M“ in Zwei-Farben-Lackierung. Auch im städtischen Leben macht sich das nahende Wirtschaftswunder bemerkbar.

Eine Werbeagentur erhält den Auftrag, Hotels, Gaststätten und Cafés in Arnsberg und Umgebung fotografisch in Szene zu setzen. Die Fotopräsentation ist ab sofort tagsüber im Ausstellungsfenster auf dem Alten Markt 15 zu sehen.

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