Überschwemmungen

Flut in Südindien: Bergheimer Verein will helfen

Bärbel Graf, Vorsitzende des Fördervereins Südindien, zeigt eine Hütte aus dem Urwald bei Gudalur. Viele Hütten hat die durch den Monsun ausgelöste Wasserflut fortgerissen.

Bärbel Graf, Vorsitzende des Fördervereins Südindien, zeigt eine Hütte aus dem Urwald bei Gudalur. Viele Hütten hat die durch den Monsun ausgelöste Wasserflut fortgerissen.

Foto: Martin Schwarz

Bergheim/Gudalur.  Nach den katastrophalen Überschwemmungen in Südindien bittet der Bergheimer Förderverein Südindien die Bevölkerung um Spenden.

Seit fast 20 Jahren unterstützt der auf Bergheim ansässige „Förderverein Südindien“ ein Hilfsprojekt im Urwald nahe der Stadt Gudalur. Bei dem Projekt geht es um medizinische Versorgung durch ein Krankenhaus, Schulbildung sowie um Versorgung mit Nahrung und Kleidung. Die Überschwemmungskatastrophe durch das Monsun-Unwetter hat vor einigen Tagen das Hilfsprojekt stark in Mitleidenschaft gezogen. Unsere Zeitung sprach mit der Fördervereinsvorsitzenden Bärbel Graf über die notwendige Wiederaufbauarbeit in Südindien.


Wie ist die Lage vor Ort?

Bärbel Graf: Durch die starken Regenfälle stand das Wasser bis zur Hochparterre des Krankenhauses, das unser Verein seit Jahren unterstützt. Die benachbarte, projekteigene Plantage, in der Gemüse für die Essensversorgung der Projekt-Mitarbeiter, aber auch für die Landbevölkerung gezüchtet wird, wurde überspült. Die Ernte wurde vernichtet. So kann auch durch Kaffee-, Vanille- und Pfeffer-Verkauf kein Ertrag erzielt werden, um anderes Material kaufen zu können. Am schlimmsten hat es die Ureinwohner des Urwalds getroffen, die Hütten an Hängen gebaut hatten. Oft sind diese Hütten in die Wassermassen abgerutscht, wobei dann sämtliches Inventar (Kleidung, Kochgeschirr etc.) verloren ging. Sie haben nichts mehr.


Wie kann man helfen?

Das Projekt, das unser Verein unterstützt, wird von der indischen Organisation „Samaritan Gramodharan Samithy (SGS)“ (Hilfe für die notleidende Landbevölkerung) getragen. Unsere SGS-Ansprechpartnerin vor Ort ist Dr. Lakshmi Chettur Herring, die Ehefrau des verstorbenen, früheren Arnsberger VHS-Leiters Dr. Herbert Herring. Durch viele frühere Besuche vor Ort ist Lakshmi mir sehr gut bekannt. Zu ihr habe ich 100-prozentiges Vertrauen. Daher kann ich sagen: Geldspenden kommen zu 100 Prozent bei den Bedürftigen an

Was wird dringend benötigt?

Es müssen Lebensmittel, Decken, Kleidung und Kochgeschirr gekauft werden, um den dringendsten Bedarf in der nächtlich kühlen Berggegend decken zu können. Außerdem müssen dringend neue Hütten im Urwald aufgebaut werden. Denn direkt nach der Überflutung stellten sich viele Ureinwohner einfach nur unter die Bäume und suchten so zumindest Schutz vor Regen. Unsere Projektmitarbeiter helfen auch beim Wiederaufbau im Urwald. Um Hilfsgüter kaufen zu können, sind Spenden nötig: Das Spendenkonto des Fördervereins Südindien lautet: IBAN: DE71 4665 0005 0015 5194 24

Wie halten Sie Kontakt zu Dr. Lakshmi Chettur Herring?

Die Telefonverbindung funktioniert. In diesen Tagen habe ich öfters mit ihr telefoniert. Ich weiß, dass die Aufräumarbeiten im vollen Gange sind und die Straßen passierbar gemacht werden. Die Überschwemmungsfotos, die mir Lakshmi schickte (und auf dieser Seite zu sehen sind - die Redaktion) zeigen aber nicht das Krankenhaus unseres Hilfsprojekts. Die Fotos sind im Umkreis des Hospitals entstanden. Wer nähere Informationen zu unserem Hilfsprojekt wünscht, kann mich unter Telefon 02932/7434 erreichen.

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