Karneval

Frauenkarneval St. Johannes fällt Ende Januar aus

kfd Karneval Sundern 2014

Foto: Beate Feische

kfd Karneval Sundern 2014 Foto: Beate Feische

Sundern.   Die Hoffnung stirbt zuletzt. Doch auch in dieser Session wird es keinen Frauenkarneval der Theatergruppe der kfd St. Johannes geben.

Die Hoffnung stirbt zuletzt. Doch in dieser Session bleibt es dabei: Es wird keinen Frauenkarneval der Theatergruppe der kfd St. Johannes im Karneval 2018 geben. Denn der Frust nach der Absage im Januar 2016 war zu groß, um im Sommer durchzustarten, berichten Judith Wachholz und Elke Simon zur Streichung des Termins, der eigentlich seit Generationen fest im Karnevalskalender von Sundern verankert war: „Das ist Fakt“, sagen beide.

Viel Arbeit vernichtet

Rückblende in den Spätherbst 2015: „Wir waren seit Sommer in den Vorbereitung. Wie immer wurden Texte geschrieben, Tänze geprobt,

Kostüme geschneidert und am Bühnenbild gewerkelt“, berichtet Judith Wachholz. Und dann kam am 5. Januar die Absage: „Alle, die dabei waren, waren frustiert“, sehen die Schwestern die damalige Lage. Mit dieser Absage habe man die Eltern, die die Kinder zweimal pro Woche zur Probe bringen, nicht motivieren können.

Für Schwestern, die seit klein auf schon den Frauenkarneval in Sundern an der Seite ihrer Mutter Marita Kaiser und Gaby Buchheister, ihren Vorgängerinnen in der Organisation der Theatergruppe der kfd, begleitet haben, ist die jetzige Situation sehr traurig: „Aber für diese Session ist der Zug abgefahren“, zeigen sie nochmals die langen Planungsrhythmen auf.

Dem Brauchtum verpflichtet

Im Sommer haben sie nochmals Briefe verschickt und neue Mitstreiterinnen gesucht: „Vier neue Frauen haben sich gemeldet.“ Das sei zu wenig, wenigsten 60 Frauen benötige man: „Mit 20 Frauen ist es nicht zu stemmen, dann stehst du dauernd auf der Bühne“, erklärt Judith Wachholz die Struktur der drei bis vier Stunden dauernden Programme der Vergangenheit.

Doch der jetzigen Theatergruppe fehlt auch die innere Einstellung zu einem Fortsetzen. Obwohl es auch traurig sei, nach 45 Jahren Frauenkarneval in St. Johannes, „getragen durch eine hochmotivierte ehrenamtliche Frauenvereinigung, die sich dem Brauchtum verpflichtet sah und in der Freizeit mit einer enormen Vorbereitung mit allen Facetten der Programmgestaltung und der Probezeiten“ sehr viel Engagement gezeigt habe.

Mussten Reißleine ziehen

„Wir mussten die Reißleine ziehen“, sagt auf der anderen Seite Uschi Fischer vom kfd-Vorstand. „Der Karenval 2016 lag extrem früh, aber wir hatten am 4. Januar erst 60 feste Karten verkauft“, bilanziert sei nochmals den Schlussstrich. In den Jahren vorher seien schon zu Weihnachten über 200 Karten verkauft gewesen: „Wir hatten Angst vor den hohen Fixkosten, die wie später nicht mehr hätten stoppen können“, erklärt Uschi Fischer die Absage. „Es war aber immer eine schöne Veranstaltung“, erinnert sie sich an die Strahlkraft des Frauenkarnevals.

Die Theatergruppe sieht, dass man noch hätte warten können, denn im frühesten Karneval aller Zeiten, waren zu diesem Zeitpunkt noch viele in Urlaub oder noch nicht auf Karneval eingestimmt. Etwaige Verluste hätte man über ein Sonderkonto, auf dem Erlöse aus dem Karneval und aus dem Verkauf der Kochbücher lagen, abdecken können.

Erste Ansätze gefunden

Das Vorgehen anderer Frauengemeinschaften, etwa in Altenhundem, zeige, dass es durchaus weitergehen könne, berichtet Uschis Fischer. „Wir würden uns freuen, wenn es weitergeht“, gibt sie die Meinung im Vorstandsteam weiter. Vielleicht müsse man auch den Vorverkauf anders organisieren oder eine kleinere Lokalität auswählen.

Und auch bei den Karnevals jecken Mitgliedern der Theatergruppe gibt es Ansätze, dass man weitermachen möchte: „Aber wir brauchen eben 60 Personen.“

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