Party-Spaß

Geburtstagsgäste fahren Panzer am Kloster Oelinghausen

Panzer vor Gutshof in Oelinghausen

Foto: Martin Schwarz

Panzer vor Gutshof in Oelinghausen Foto: Martin Schwarz

Oelinghausen.   Ein Sammler alter Militärfahrzeuge bietet seinen Geburtstagsgästen eine Spritztour über die Wiese des Oelinghauser Gutshofs an. Ein Party-Spaß.

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Am deutschen Nationalfeiertag 3. Oktober trauten einige Besucher des Klosters Oelinghausen ihren Augen nicht: Auf der Zufahrt zur Klosterkirche sahen sie auf einer benachbarten Gutshof-Wiese Panzer, die bei ihren Fahrten tiefe Spuren im Gras hinterließen. Einige Bürger dachten zunächst an eine Bundeswehrübung, doch weit gefehlt: Ein Sammler alter, ausrangierter Panzer hatte anlässlich seines 60. Geburtstags seine Festgäste mit Panzerfahrten überrascht.

Fahrzeuge in Oelinghausen untergestellt

Der 60-Jährige nutzt Räumlichkeiten des Gutshofs, um hier vier Panzerfahrzeuge unterzustellen. Die vom Militär ausrangierten Fahrzeuge gehörten ursprünglich teilweise zur österreichischen Armee und teilweise zur deutschen Bundeswehr. Der Sammler betonte im Gespräch mit unserer Zeitung, dass alle seine Fahrzeuge entmilitarisiert wurden, das heißt: Die Kanonen wurden funktionsuntüchtig gemacht. „Es geht uns um den reiner Fahrspaß mit der besonderen Fahrtechnik eines Panzers“, sagte der Sammler. Etwa 20 bis 30 Geburtstagsgäste nutzten auf dem Gutshof die Gelegenheit, eine Spritztour über die angrenzende Gutshof-Wiese zu unternehmen.

Erlaubnis des Grundstückseigentümers

Der Grundstückeigentümer, Wennemar Freiherr von Fürstenberg, hatte dem mit ihm befreundeten Sammler zuvor erlaubt, die Panzerfahrten zu unternehmen. Der im Herdringer Schloss wohnende Baron hatte sich am 3. Oktober das Panzerspektakel auch selbst angeschaut. Er betonte auf Anfrage unserer Zeitung: „Das war eine einmalige, auf zwei Tage begrenzte Aktion. Dies soll hier kein Freizeitvergnügen für jedermann werden.“ Der Sammler der Militärfahrzeuge hatte bereits am Montag, 2. Oktober, die ersten Festgäste Panzer fahren lassen.

Tiefe Panzerspuren auf Wiese

Die tiefen Panzerspuren auf der Oelinghauser Wiese sahen der Sammler und der Herdringer Baron gelassen. „Die Wiese war im Oktober abgeweidet. Wenn man später mit einer Rolle drübergeht und neu aussät, wird man im nächsten Jahr kaum noch etwas sehen“, sagte der Sammler.

Nicht begeistert von der Aktion waren die benachbarten Klosterschwestern mit ihrem Ergotherapiezentrum und der Freundeskreis Oelinghausen, der am Feiertag eine Austellung präsentierte. Der Panzerlärm wurde als störend empfunden.

Gespaltenes Leser-Meinungsbild auf Facebook

Auf der WP-Facebook-Seiteführen Leser in der Kommentarrubrik eine hitzige Diskussion über Panzerfahrten als Party-Spaß. Gegner mahnen, dass Militärfahrzeuge kein Spielzeug seien. Befürworter rufen zu Gelassenheit auf, da keinem Menschen Schaden entstanden sei.

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