Fastenzeit

Gemeinsam fasten, gemeinsam speisen

Beim Iftar, dem muslimischen Fastenbrechen, in der Bruchhausener Schützenhalle singt der Kinderchor der drei Muslimischen Arnsberger Gemeinden einen religiösen Gesang mit einem deutschsprachigen Anteil

Foto: Achim Benke

Beim Iftar, dem muslimischen Fastenbrechen, in der Bruchhausener Schützenhalle singt der Kinderchor der drei Muslimischen Arnsberger Gemeinden einen religiösen Gesang mit einem deutschsprachigen Anteil Foto: Achim Benke

Bruchhausen.   Einzigartige Veranstaltung in Bruchhausen: Das gemeinsames Fastenbrechen von drei muslimischen Gemeinschaften ist gut besucht.

Die Schützenhalle in Bruchhausen war bis auf den letzten Platz gefüllt. Es fand kein Schützenfest statt, sondern das Fastenbrechen, auf Arabisch „Iftar“. Die Fastenzeit, der Ramadan, begann für die Muslime am 16. Mai und endet am Abend des 14. Juni. Zum dritten Mal versammelten sich die drei muslimischen Gemeinde zu einem gemeinsamen Fastenbrechen.

Bis zum Sonnenuntergang, um 21.43 Uhr in Arnsberg am Samstagabend, hatten der Marokkanische Kulturverein, der Islamisch-Arabische Verein und die DITIB Türkisch Islamische Gemeinde ein kleines Programm für die Gäste organisierte. Unter den Gästen Arnsbergs Bürgermeister Ralf Paul Bittner; Dirk Wiese, SPD-Bundestagsabgeordneter HSK, Dr. Michael Schult, stellv. Landrat HSK, Werner Ruhnert, Fraktionsvorsitzender „Die Linke“ sowie Stefan Wulf vom Arnsberger Büro für Zuwanderung und Integration und Sonja Esser, Integrationsmanagement Zuwandererberatung und -betreuung.

400 Gäste

Das Programm startete mit einer Kuran-Rezession vom Imam Mohamed Fouad und der deutschen Übersetzung vom Imam Sahabettin Kalkan. Rochdi Koubaa, Vorsitzender Marokkanischer Kulturverein und Samawal Karkoutly, Vorsitzender Islamisch-Arabischer Verein und Aynur Kaiser, Vorsitzende DITIB türkisch-islamische Gemeinde begrüßten die rund 400 Gäste. Sie freuten sich, dass viele Nationen zum Iftar gekommen sind. Darunter einige Flüchtlinge von 2015.

„Wir haben in den letzten Jahren sehr viel gemeinsam bewegt und gemeinschaftliches geleistet. Wir stehen zu unserem Engagement in der Gemeinschaft, der Stadt Arnsberg. Die Gemeinsamkeit müssen wir immer in den Fokus bringen. Wir wollen in der Stadt Arnsberg, in der wir leben, mithelfen und sie nach vorne bringen“, betonten die drei Vorsitzenden. Kaiser geht sogar noch weiter: „Wir müssen nicht immer auf Kleinigkeiten schauen, sondern über den Tellerrand hinaus. Dazu gehören Dinge konfessionsüberschreitende Themen, die alle Menschen betreffen.“ Sie nannte unter anderem Bildung, Umweltschutz, Trinkwasser, Seuchen, Renten.

Kleine Beiträge sind wichtig

„Wir können von hier aus nur kleine Beiträge leisten, aber sie sind für ein gutes Zusammen in der Welt“, betont Kaiser. Bürgermeister Bittner versicherte: „Arnsberg ist und bleibt eine offene Stadt. Da wird sich nichts ändern. Die Grundzüge des Zusammenseins sind für uns Fairness, Offenheit und Solidarität. Wir müssen vorangehen für eine gute gemeinsame Zukunft.“ Ein gemeinsamer Kinderchor der drei muslimischen Gemeinden trug ein religiöses Lied mit deutschen Anteil vor.

Der Sonnenuntergang rückte immer näher und pünktlich um 21.43 Uhr gab es etwas zu trinken und traditionell wurde eine ungerade Zahl an Datteln gegessen. Zusätzlich gab es für die Männer und Frauen in den Seitenflügeln der Schützenhalle den Gebetsruf vom Imam Dr. Ahmad Nader Khiata. Nach der Suppe und dem leichten Hauptgericht wurden Gebäck und Obst gereicht. In der Region ist die Veranstaltung, an der drei muslimische Gemeinden Iftar feiern, einzigartig.

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