Steinbruch Habbel

Genehmigung zur Erweiterung bleibt offen

Der Steinbruch Habbel bei Müschede aus der Luft fotografiert.

Der Steinbruch Habbel bei Müschede aus der Luft fotografiert.

Foto: Hans Blossey

Müschede/Hochsauerlandkreis.   Die Genehmigung der Erweiterung des Steinbruchs Habbel in Müschede verzögert sich um unbestimmte Zeit. Das LANUV hat noch viele Bedenken.

Die Genehmigung der Erweiterung des Steinbruchs Habbel in Müschede verzögert sich um unbestimmte Zeit. Grund dafür sind Aussagen in einer Stellungnahme des Landesamtes für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz Nordrhein-Westfalen (LANUV).

Das 26 Seiten starke Papier liegt der für die Genehmigung zuständigen Kreisverwaltung des HSK bereits seit einiger Zeit vor – und wirft neue Fragen auf. „Knackpunkt“ ist laut LANUV die im Antrag der Betreiberfirma Ebel nicht genau genug definierte Abbaumenge: Es werde zwar eine Brücke geschlagen zwischen dem genehmigten Betrieb und der künftigen Betriebsweise gemäß Antrag, doch vor dem Hintergrund von Einwendungen, denen zufolge erhebliche Zweifel daran gehegt werden, dass der Steinbruch derzeit genehmigungskonform betrieben wird (wir berichteten), sei diese Aussage nicht zielführend.

Gestein oder Wertgestein?

„Die genehmigte und beantragte Kapazität des Abbaus wird auf insgesamt eine Million Tonnen Gestein maximal pro Jahr begrenzt“, zitieren die LANUV-Prüfer. Laut Aussage der von der Firma Ebel beauftragten Gesellschaft für Umwelt-Consulting mbH (GfU) belaufe sich die Kapazität jedoch auf eine Million ­Tonnen Wertgestein.

Aus der Kapazität ergeben sich für das Landesamt direkte Auswirkungen auf die Emission: „Zusammenfassend ist festzustellen, dass die Darstellung der Emissionssituation im Plan-Zustand wegen unzureichender und inkonsistenter Angaben zu den Massenströmen bereits im Ansatz nicht überprüfbar ist. Sollte die Genehmigungs-/Überwachungsbehörde erwägen, das ­LANUV ein weiteres Mal zu beteiligen und mit einer erneuten Prüfung zu beauftragen, wird geradezu gefordert, dass die Genehmigungsbehörde sich abschließend positioniert und den Antragsgegenstand dem LANUV gegenüber eindeutig, nachvollziehbar und plausibel darlegt und besagte Widersprüche ausräumt.“

Neues Gutachten

Die – „gerüffelte“ – Genehmigungsbehörde ist, wie erwähnt, der Hochsauerlandkreis. Dort ist man einsichtig: „Aus der LANUV-Stellungnahme gehen Dinge hervor, die nicht in Ordnung sind“, räumt Martin Reuther ein. Ein weiteres Gutachten sei von der Firma Ebel zu erbringen. „Liegt dieses neue Gutachten vor, und trägt es zur Entschärfung bei, entscheiden wir“, so der HSK-Sprecher weiter.

Ein Zeitfen­ster nennt der Kreis nicht, betont aber: „Es geht noch was für Ebel.“

Bürgerinitiative sieht sich bestätigt

„Was geht“, teilt die Firma Ebel auf unsere Anfrage in knappen Worten mit: „Es findet derzeit eine fachliche Diskussion zur Abstimmung statt, die wir im Sinne der Sache nicht vorweg kommentierend begleiten werden. Unser Gutachter, Diplom-Ingenieur Schimmel, wird in einer ergänzenden Stellungnahme die Fragen des LANUV beantworten und entkräften“, erklärt Ebel-Betriebsleiter Edmund Rötz. Die Bürgerinitiative „KOHA IV“ (Kontra Habbel IV) sieht sich in ihrer Sicht der Dinge durch die ­LANUV-Stellungnahme voll bestätigt. „Dass es nachts zu laut gewesen ist, wurde bereits eingeräumt, und durch den Verzicht auf Nachtarbeit inzwischen ausgeräumt“, stellt die BI fest. Nun zeige sich, dass auch die Einwendungen zur Abbaumenge und zur Staubentwicklung begründet sind.

„Leichtes Spiel vor Gericht“

„Der HSK sollte unter diesen Umständen keine Genehmigung erteilen“, meint Jupp Reichenbruch. „Käme sie jetzt kurzfristig, hätten wir leichtes Spiel vor Gericht“, so der Sprecher der BI ­KOHA IV weiter. Er und seine Mitstreiter sind der Ansicht, nach Bekanntwerden der Inhalte des LANUV-Schreibens müsse die Firma Ebel „einen komplett neuen Antrag“ zur Steinbrucherweiterung um die Abbauphase IV stellen.

Blickt man auf den bisherigen Gang des Verfahrens zurück, dürfte das wohl mindestens ein weiteres Jahr in Anspruch nehmen.

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben
    Aus der Rubrik