Schnelles Internet

Glasfaser bis in jedes Haus in jeder Ortschaft

Machen dem Internet Beine: Landrat Dr. Karl Schneider und Peter Kroppen, (Leiter ­Infrastrukturvertrieb West, Deutsche Telekom – 4. und 3. von rechts) mit ihren beteiligten Mitarbeitern nach Vertragsunterzeichnung vor dem Kreishaus.Foto:Torsten Koch

Machen dem Internet Beine: Landrat Dr. Karl Schneider und Peter Kroppen, (Leiter ­Infrastrukturvertrieb West, Deutsche Telekom – 4. und 3. von rechts) mit ihren beteiligten Mitarbeitern nach Vertragsunterzeichnung vor dem Kreishaus.Foto:Torsten Koch

Hochsauerlandkreis/Arnsberg.  HSK und Deutsche Telekom starten neues Förderprogramm für schnelles Internet. Auch Arnsberger Schulen profitieren.

­„Alle fordern schnelles Internet – jetzt können sie es zeitnah ­bekommen“: Landrat Dr. Karl Schneider wertet einen am Dienstagnachmittag mit Vertretern der Deutschen Telekom unterzeichneten Vertrag als Quantensprung mit Blick auf die digitale Zukunft des Hochsauerlandkreises.

Das Telekommunikations-Unternehmen wird in den näch­sten zwei Jahren insgesamt 5500 Haushalte, acht Industriegebiete mit etwa 50 Firmen sowie 55 Schulen – darunter 13 im Stadtgebiet von Arnsberg, mit schnellen Internetanschlüssen versorgen.

„Glasfaser bis in jedes Haus jeder noch so kleinen Ortschaft im HSK“, versprachen die im Kreishaus anwesenden Telekom-Vertreter, allen voran Peter Kroppen, Leiter ­Infrastrukturvertrieb West, der das ­Dokument für seinen Arbeitgeber unterzeichnete.

„Meilenstein für unseren Flächenkreis“

„Ein schneller Internet-Anschluss ist heute ein Muss“, meint Dr. Schneider, der den Vertragsabschluss als „Meilenstein für unseren Flächenkreis“ bezeichnet – vor allem, weil bisher nicht begünstigte Regionen nun in den Fokus gerückt werden: Von den angesprochenen 5500 Haushalten liegen die meisten im Raum Schmallenberg (2300 in 53 Ortsteilen), Eslohe (400) und Brilon (500). Doch was genau heißt eigentlich „schnell“?

„Die Anschlüsse bieten eine Geschwindigkeit von bis zu einem Gigabit pro Sekunde beim Herunterladen – beim Herauf­laden sind es bis zu 500 MBit/s“, erklärt Reinhard Rohleder. ­Ob Video-Streaming, Gaming oder Arbeiten von Zuhause – alles kein Problem, so der für den Infrastrukturvertrieb im HSK zuständige Telekom-Mann. In Arnsberg profitieren vor ­allem Schüler und Lehrer von diesem neuesten Förderprojekt. „Jede weiterführende Schule kommt in den Genuss des Programms“, weiß Ludger Laufer, Breitband-Koordinator der HSK-Kreisverwaltung.

9,2 ­Millionen Euro aus Bundesmitteln

Und wer fördert? Die bislang jüngste Turbo-Internet-Offensive im Sauerland finanziert sich zu 9,2 ­Millionen Euro aus Bundesmitteln, 7,7 Millionen Euro steuert das Land NRW bei, weitere 1,4 Millionen Euro teilen sich die begünstigten Kommunen – insgesamt eine Summe von satten 18,4 Millionen Euro.

Damit lässt sich einiges beschleunigen, vorausgesetzt, die Immobilienbesitzer ziehen mit: „Glasfaser gibt es nur gemeinsam“, sagt Josef Sommer; „für jeden Anschluss brauchen wir eine Einverständniserklärung mit Unterschrift des Eigen­tümers“, so der Projektleiter. Die ­Telekom wird aus diesem Grund Infoveranstaltungen in den jeweiligen Ortschaften durchführen und ­alle Haushalte anschreiben.

Start im Frühjahr 2019

Los gehen soll es im Frühjahr 2019. „So früh wie möglich“, meint Sommer mit Blick auf die Wetter­bedingungen. Bis dahin läuft die Feinplanung, werden u.a. die benötigten Tiefbaufirmen „rekrutiert“.

Läuft alles glatt, soll Ende 2020 ein Großteil der „weißen Flecken“ ­beseitigt sein; Wermutstropfen: Immer noch nicht jeder HSK-Haushalt ist danach mit Gigabit aufgerüstet.

„Nach der Förderung ist vor der Förderung“, verspricht Ludger Laufer, auch bei der nächsten Runde wieder Anträge stellen zu wollen.

Die Telekom will ihr Netz außerdem langfristig und ausbaufähig anlegen – bis irgendwann jeder daran hängt. Und bei monatlichen Kosten zwischen 50 und 70 Euro dürfte es kaum Hochsauerländer geben, die auch in Zukunft weiter im ­Schneckentempo durch das Web surfen möchten...

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