Video erstaunt Bürger

„Grippeschutz-Impfstoff reicht aus“ - Ärzte gegen Panikmache

Die Möglichkeit, sich gegen Grippe impfen zu lassen, wird zurzeit von Patienten in heimischen Arztpraxen deutlich stärker angenommen als in  früheren Jahren

Die Möglichkeit, sich gegen Grippe impfen zu lassen, wird zurzeit von Patienten in heimischen Arztpraxen deutlich stärker angenommen als in früheren Jahren

Foto: Ingo Otto / WAZ FotoPool / Ingo Otto

Arnsberg.  Patienten mit unnötiger Torschlusspanik verursachten eine lange Warteschlange vor einer Hüstener Arztpraxis. Ein Video erstaunt Bürger.

„Es gibt genug Impfstoff für eine Grippeschutzimpfung!“ Dies betonen gleichlautend die Hüstener Ärzte Dr. Hans-Heiner Decker und Kirsten Droste auf Anfrage unserer Zeitung. Die Mediziner reagieren damit auf ein Video, das in den sozialen Netzwerken kursiert und eine riesige Warteschlange vor der Hüstener Gemeinschafts-Arztpraxis Schmidt / Droste / Remberg zeigt. Dort hatte die Praxis am Mittwoch, 14. Oktober, von 17 bis 19 Uhr erstmals einen reinen Grippeschutz-Impftermin angeboten und wurde von einem Patienten-Ansturm überrascht.

200 Patienten beim ersten Impftag

Bereits um 16.30 Uhr hatten sich etwa 20 bis 30 Leute vor der Praxis eingefunden, um sicher zu gehen, dass sie auch eine Grippeschutzimpfung bekommen. „Diese Sorge war aber vollkommen unbegründet. Wir haben ausreichend Grippeschutz-Impfmittel und zu Torschluss-Panik besteht überhaupt kein Anlass“, erklärt Kirsten Droste, die wie das gesamte Praxisteam überrascht war, dass sich plötzlich eine etwa 50 Meter lange Warteschlange auf dem Gehweg von der Praxis an der Heinrich-Lübke-Straße 22 (Höhe Adenauerstraße) bis zur Straße „Am Freigericht“ hinzog.

Diese lange Warteschlange war dann in dem Video zu sehen, das „unnötigerweise die Angst vermittelte, eventuell wegen mangelnden Impfstoffs nicht gegen Grippe geimpft werden zu können“, so Droste. Spekulationen in den Medien, wonach die für Deutschland millionenfach georderten Impfdosen bei gestiegner Nachfrage vielleicht doch nicht reichen könnten, hätten Leute unnötig in Panik versetzt.

Beim zweiten Impftermin verteilten sich Patienten besser

Doch sowohl am ersten zentralen Impftermin der Praxis Schmidt/Droste/Remberg, zu dem rund 200 Patienten kamen, und auch am zweiten zentralen Impftermin, bei dem 150 Patienten eine Impfung erhielten, wurden alle versorgt. Zusätzlich gab es am ersten zentralen Impftag auch Impfungen gegen Lungenentzündung. „Am zweiten Impftag (am 17. Oktober von 10 bis 12 Uhr) verteilten sich die Patienten besser auf die zwei Stunden, so dass es nicht mehr zu der langen Warteschlange kam“, betont Droste.

Impfung in normaler Sprechstunde

Als dritten Impftermin bietet die Praxis Samstag, 24. Oktober, von 10 bis 12 Uhr an. „An den darauffolgenden Tagen nehmen wir auch Impfungen während der normalen Sprechstunden vor“, so Droste. Wegen des bereits vorhandenen, zusätzlichen Arbeitsaufkommens wegen Corona-Tests hatte sich die Praxis erstmals für zentrale Impftermine entschieden, um den Praxisbetrieb zu entzerren.

Spürbar gestiegene Nachfrage nach Grippeschutzimpfung

Dr. Hans-Heiner Decker berichtet für das Hausarztzentrum Neheim-Hüsten, das er mit Kollegen an drei Standorten betreibt, auch von einer spürbar gestiegenen Nachfrage nach Grippeschutzimpfungen. Diese Impfungen würden während der normalen Sprechstunden vorgenommen, nachdem hierfür Arzttermine vereinbart wurden. „Es gibt bei uns keinen Mangel an Impfstoff, er ist bei uns in der Praxis vorrätig. Ei n Mangel an Impfstoff in anderen heimischen Arztpraxen ist mir nicht bekannt“, sagt Dr. Decker, der gleichzeitig auch die Kassenärztliche Vereinigung Westfalen-Lippe im Bezirk Arnsberg leitet.

An dem Sinn einer Grippeschutzimpfung ließ Dr. Decker im Gespräch mit unserer Zeitung keinen Zweifel. Diese Impfung sei insbesondere für chronisch Kranke, aber auch für Personen ab 60 Jahren zu empfehlen.

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