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Arnsbergs Bürgermeister Hans-Josef Vogel blickt zurück

Hans-Josef Vogel

Foto: Martin Schwarz

Hans-Josef Vogel Foto: Martin Schwarz

Arnsberg.   Bürgermeister Vogel spricht vor Abschied aus dem Amt über sein Verhältnis zur Ratspolitik. Am Dienstag Einführung als neuer Regierungspräsident.

Das große Büro im Rathaus sieht noch nicht nach Umzug aus. Und doch sind es die letzten Arbeitstage von Hans-Josef Vogel als Bürgermeister der Stadt Arnsberg. Der 61-Jährige wurde am Dienstagmorgen (29. August 2017) im Sauerlandtheater feierlich in das Amt des Präsidenten der Bezirksregierung Arnsberg eingeführt. Den neuen Job tritt Vogel am 1. September an. Bis zu einer Neuwahl eines Arnsberger Bürgermeisters, die jetzt für Anfang Februar anvisiert ist, wird der Stadtkämmerer Peter Bannes die Rolle des Verwaltungschefs ausüben.

Bilanz als Vordenker

Unsere Redaktion traf sich mit Hans-Josef Vogel, um eine Bilanz seiner Arbeit zu ziehen. Fast ein Vierteljahrhundert leitete der gebürtige Werler als Stadtdirektor und später als hauptamtlicher Bürgermeister die Geschicke der Stadt. Vogel spricht im Rückblick über seine Rolle als starker Vordenker in der Stadt, seine Erfolge und sein Verhältnis zur Politik im Rat. „Als Bürgermeister habe ich nicht in Parteibüchern gedacht“, so Vogel- Zwar habe er nie einen Hehl daraus gemacht, dass er für die CDU bei den Wahlen angetreten ist und für sie gestanden hat und steht, doch „waren mit mir keine parteipolitischen Spielchen zu spielen“.

Ratsparteien als „Partner“

Und so betont Vogel zum Abschied, dass er Anträge der Politik an die Verwaltung stets nach Sinnhaftigkeit und Machbarkeit und nicht nach parteipolitischer Herkunft geprüft habe. Die politischen Parteien im Rat habe er stets als „Partner“ und nicht als Gegenspieler gesehen. Die „großen Linien“ seien mit den Parteien - vor allem natürlich auch mit der politischen Mehrheit - im Vorfeld abgestimmt worden, jedoch sei nicht über jeden einzelnen Antrag - auch nicht denen der CDU - im Vorfeld gesprochen worden.

Oft hat der Rat Vogels Verwaltungsvorlagen nur noch abgenickt, was den Begriff der „Bürgermeisterkratie“ entstehen ließ. Das aber hat auch Sicht Vogels nichts mit fehlender politischer Stärke der Ratsparteien zu tun. „Mir war es immer wichtig, dass wir als Verwaltung dem Rat Vorschläge vorlegen, die gut durchdacht sind und an denen auch schon die betroffenen Bürger beteiligt waren“, sagt Vogel. Dass das die Rolle der Parteipolitik anders definiert, sei ihm immer klar gewesen. „Die Politik gibt hier Macht ab“, so Vogel, „gewinnt aber Gestaltungsspielraum“.

Ohnehin arbeitete Vogel immer mit einem erweiterten Politikbegriff. „Politik ist auch das, was die Bürger machen“, so der scheidende Bürgermeister. Die Bürgerbeteiligung und das parteipolitische Wirken im Rat hatte er als Bürgermeister immer zusammensehen müssen.

„Politik fällt die strategischen Entscheidungen“

Das höhere Maß an Bürgermitsprache nimmt aus Vogels Sicht die Politik im Rat nicht im geringsten aus der Verantwortung. „Die Politik hat hier immer die wichtigen strategischen Entscheidungen in der Stadt treffen müssen“, betont Hans-Josef Vogel. Das sei bedeutend für das Fortkommen gewesen. In Detailfragen musste und müsse aber auch immer vor allem die Verwaltung gefragt sein, um die guten Lösungen anzubieten. „Sonst besteht die Gefahr, dass sich die Politik verzettelt“, so Vogel.

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