Odltimer-Rundfahrt

Heiße Schlitten bei Arnsberger Klassiker-Tour

ADAC Klassik  mit einem alten Chrysler.

ADAC Klassik  mit einem alten Chrysler.

Foto: Achim Benke

Arnsberg.  Die Arnsberger ADAC Klassik-Oldtimerausfahrt startet diesmal nicht in Neheim. Von Bruchhausen ging es in das Sauerland.

„Ihre Boardkarte bitte!“ forderte Bettina Behrensdorf, Geschäftsführerin des AMC-Arnsberg, von den Teilnehmern an der 27. Arnsberger ADAC Klassik. Ein kurzer Check in der Starterliste, ob Startnummer, Fahrerteam stimmen, dann noch die Startzeit und los ging die Fahrt vom Autohaus Rosier in Bruchhausen ins „Land der 1000 Berge“.

Einige der fast 90 Teilnehmer fragten Behrensdorf, ob das jetzt schon der offizielle Start sei, in den Jahren zuvor ist man in der Neheimer Fußgängerzone gestartet. Ihre Antwort: „Wir dürfen nicht mehr dort starten, es gibt Sicherheitsbedenken und Geruchsbeläsigungen.“

Dieses Mal machten sich die knapp 90 Old- und Youngtimer über den Westring, durch Bruchhausen auf den Weg Richtung Sundern. Darunter mit der Startnummer 25 ein Chrysler 300, Baujahr 1962, mit 305 PS und 6,3 Liter Hubraum. Ein „Schlachtschiff“ unter den teilnehmenden Klassik-Fahrzeugen. Sein Besitzer ist Ulrich Kaiser aus Meschede. Er hat den amerikanischen „Schlitten“ vor fast neun Jahren bei Ebay ersteigert. „Ich habe damals nie gedacht, dass ich an einem Montagabend um 21 Uhr den Zuschlag erhalten würde.“ Fast 20 Monate wurde der Chrysler restauriert. Das Schlimmste für war, die sieben Lackschichten abzuschleifen. Wenn Kaiser Ersatzteile benötigt, bestellt er sie über Ebay-USA. Als Spaß liegt eine rote Basecap auf der Hutablage, auf der steht „Make America Great again“. Ein witziger, eindeutiger Aufkleber ziert die Heckscheibe: „Das Bundesgesundheitsministerium warnt – Das berühren dieses Gefährts kann schlagartig Zahnausfall verursachen.“

Mit ihrem Lieblingsauto, einem VW-Golf-Cabrio (1994), gingen Silvia Giudice und Tochter Anja Tschenisch auf Tour. Sie kommen aus Voßwinkel und Hüsten. „Ich bin die zweite Besitzerin des Youngtimers. Damals wusste ich gar nicht, was für ein tolles Auto ich gekauft habe. Erst nach und nach fand ich raus, dass darin die ganze Vollausstattung ist.“ Achtmal hat sie ihn schon gut durch den TÜV gebracht und hofft, dass noch viele Jahre folgen. „Es ist ein tolles Auto, das ich nicht im Winter fahre. Ich werde es nicht mehr abgeben“, betont Giudice. Sie verriet nur, dass das Auto ein amüsantes Geheimnis birgt. Oldtimer fahren heißt für sie, Handwerk: „Um es zu fahren, brauchst du noch Kopf, Hand und Fuß.“

Auch junge Fahrer dabei

Weil die Klassik-Tour nicht in Neheim startete, ging es direkt in den Hochsauerlandkreis. „Die Fahrzeuge sollten Teil der 775 Jahr-Feier der Stadt Schmallenberg sein und dort vorgestellt. Die Stadt hat angefragt, ob wir zu ihnen kommen können. Da haben wir sofort zugesagt“, so Heinz Schulte-Hobein, AMC-Vorsitzender. Die Genehmigungen durch den HSK laufen seit Jahren einwandfrei. Schulte-Hobein stellt fest, dass seit Jahren die Teilnehmerzahl steigt. „Die Anzahl der Fahrer aus der jungen Generation ist dabei gestiegen. Zwei Drittel der Teilnehmer sind sozusagen Stammkunden von unserer Ralley“, meint Schulte-Hobein.

Nachdem alle Fahrzeuge gestartet waren, machte sich die Geschäftsführerin auf den Weg nach Brenschede (Sundern). Dort war eine versteckte Kontrolle der 27. Arnsberger ADAC Klassik. Sie kontrollierte die Durchschnittsgeschwindigkeit auf einem Teilstück von zirka 3,8 Kilometer. Hier durften die Fahrzeuge nicht schneller als 31 km/h fahren.

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