Moria

Helfer aus Herdringen sorgt sich um Flüchtlinge auf Lesbos

Der Herdringer André Weide (Mitte) bei seinem Hilfseinsatz auf Lesbos.

Der Herdringer André Weide (Mitte) bei seinem Hilfseinsatz auf Lesbos.

Foto: Privat

Herdringen/Lesbos.  Das Flüchtlingslager Moria auf Lesbos kennt André Weide von seinen Hilfseinsätzen. Warum ihn der Brand dort nicht sehr überrascht hat.

André Weide kennt das kürzlich weitestgehend abgebrannte Flüchtlingslager Moria nicht nur aus dem Fernsehen. Der Herdringer war bereits im vergangenen Jahr auf der Insel Lesbos als Helfer im Einsatz. Im Interview spricht der Sauerländer über die aktuelle Situation.

Wie betroffen machen Sie die aktuellen Bilder aus Moria? Schließlich waren Sie dort bereits selbst als Helfer aktiv.

Es macht mich sehr betroffen, und ich fühle mit den Flüchtlingen in Moria mit. Unter diesen Umständen sollte kein Mensch leben müssen. Was mich zudem beschäftigt ist, dass Tausende Menschen unter der Entscheidung einiger weniger Flüchtlinge leiden, die das Lager mutmaßlich angezündet haben. Schließlich ist dort in den vergangenen Jahren eine improvisierte Infrastruktur entstanden, die nun völlig zerstört wurde.

Hätten Sie eine solch schlimme Eskalation erwartet und was erhoffen Sie sich jetzt für die Flüchtlinge?

Es hat mich gewundert, dass nicht schon früher etwas passiert ist. Bereits zuvor gab es häufiger Unruhen. Die Menschen haben Angst vor dem Coronavirus und der ungewissen Zukunft. Die Nachricht, dass es Corona-Fälle im Lager gibt, hat das Fass wohl endgültig zum Überlaufen gebracht. Die Flüchtlinge hocken in ihrer prekären Situation dicht beieinander und sind dem Virus quasi schutzlos ausgeliefert. Deswegen erhoffe ich mir, dass die Wohnsituation und die ärztliche Versorgung schnell verbessert wird. Die Griechen brauchen Unterstützung nicht nur aus Deutschland, sondern von der gesamten EU.

Wegen der Corona-Pandemie haben Sie Ihren zweiten Hilfseinsatz verschoben. Wollen Sie jetzt erst recht nach Moria, um dort zu helfen?

Aus beruflichen Gründen ist es mir derzeit nicht möglich, nach Griechenland zu reisen. Wenn sich die Situation stabilisiert, damit die Hilfe auch etwas bewirken kann, dann denke ich darüber nach, im kommenden Jahr nach Moria zurückzukehren.

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