Schulen

Hitzefrei in den Schulen in Arnsberg und Sundern

Da kommt bei vielen Kindern Freude auf.

Da kommt bei vielen Kindern Freude auf.

Foto: Sebastian Kahnert / dpa

Arnsberg/Sundern.  Hitzefrei! Die Schulen in Arnsberg und Sundern regieren auf die aktuelle Temperaturentwicklung. Nur die Sekundarstufe II muss brüten.

Unter diesen Bedingungen ist kaum noch ein vernünftiger Unterricht möglich.“ Klaus Nachtwey bringt es auf den Punkt: Die enorme Hitzewelle lässt den Schulleitungen in den Städten Arnsberg und Sundern kaum eine andere Wahl, als den SchülerInnen auch in den nächsten Tagen - zunächst meist bezogen auf Dienstag und Mittwoch - Hitzefrei zu geben.

So seien schon Montag gegen 9.30 Uhr, sagt Nachtwey, die Temperaturen in den Klassenräumen der Hauptschule unerträglich gewesen. Zumal sich das Gebäude über das gesamte Wochenende hin aufgeheizt habe. „Montag um 7.34 Uhr herrschten in einem Raum 35,5 Grad.“ Da habe selbst das Lüften kaum noch für Abkühlung gesorgt.

Schulen sprechen das Vorgehen ab

Das Hitzefrei in der Hauptschule, so Klaus Nachtwey, erfolge aber in Absprache mit den benachbarten Schulen auf dem Sunderner Bildungshügel, der Realschule und dem Gymnasium.

Was unter anderem mit dem Busverkehr zu tun habe. Denn würden alle drei Einrichtungen ihre SchülerInnen zeitgleich nach Hause schicken, könnte die Kapazitätsgrenze der Busse schnell erreicht sein. „Außerdem sollten wir als Schulen da einheitlich verfahren. Schon allein wegen der Außendarstellung.“

Nur die Sekundarstufe II darf weiter lernen

So werden auch am Sunderner Gymnasium die SchülerInnen zunächst nach der vierten Stunde Hitzefrei bekommen. Allerdings nur die der Sekundarstufe I. Die Sekundarstufe II dagegen darf aufgrund des Alters weiter über dem Lernstoff brüten. So „ungerecht“ kann die Welt sein.

Eltern werden per Brief über das Hitzefrei informiert

Wie auf dem Bildungshügel der Röhrstadt verfahren die meisten Schulen in Arnsberg und Sundern. Dies ergab eine stichprobenartige Umfrage am Montagmorgen.

Viele der Grundschulen hatten da bereits den erforderlichen Elternbrief auf die Reise geschickt, um die Eltern darüber zu informieren, dass deren Kindern zunächst am Dienstag und Mittwoch früher - in der Regel nach der vierten Stunde - entlassen werden. Wie zum Beispiel an der St. Michael Grundschule in Neheim.

Sind die Eltern nicht zu Hause, werden die Kinder weiter betreut

Eltern, die zu diesem nun deutlich früheren Ende des Schultages nicht zu Hause sind, müssen sich jedoch keine Sorgen machen. „Selbstverständlich werden die Kinder dann von uns in der Schule weiter betreut,“ erklärte Eva-Maria Tanklage als Leiterin der Röhrschule Hüsten.

Ebenso wie an der Sauerschule. Dort hat Leiterin Kirsten Braukmann für die anstehenden heißen Tage an der Arnsberger Grundschule auch die Offene-Ganztags-Pflicht aufgehoben. „Aber auf Wunsch können die Kinder natürlich trotzdem bei uns in der Schule bleiben.“

Kinder sind angesichts der Hitze derzeit im Freibad gut aufgehoben

Zudem habe man über die Einführung von Kurzstunden - 30 statt 45 Minuten - nachgedacht. „Doch das ist für eine Grundschule organisatorisch nicht einfach umzusetzen und daher haben wir zunächst darauf verzichtet.“

Nun hoffe man, so Braukmann weiter, jedoch auf bald wieder kühle Tage. „Damit wir unsere Lernziele für dieses Schuljahr erreichen.“ Der Ferienbeginn stehe schließlich mit dem 15. Juli nah vor der Tür. Aber jetzt in dieser Hitze seien die Kinder tatsächlich im Freibad besser unterwegs.

Sekundarschule Arnsberg reagiert mit Kurzstunden auf die aktuelle Hitzewelle

Kurzstunden gibt es während der aktuellen Hitzeperiode an der Sekundarschule Arnsberg. Damit rückt dort der Schulschluss von sonst 15.05 Uhr auf nun 12.50 Uhr vor. Auch das ist eine Option, mit den Temperaturen umzugehen.

Schulen können in Sachen Hitzefrei nach eigenem Ermessen handeln.

„Grundsätzlich,“ erklärt Kirsten Braukmann das Procedere, „sprechen sich die Schulleitungen jedoch ab, um einheitlich zu handeln.“

Hitzefrei-Procedere ist vom Landesschulministerium klar geregelt

Anhaltspunkt für das Erteilen von Hitzefrei ist aber laut Erlass des Schulministeriums NRW eine Raumtemperatur von mehr als 27 Grad Celsius C. Bei weniger als 25 Grad ist Hitzefrei nicht zulässig. Und: In der Sekundarstufe II gibt es kein Hitzefrei. So viel noch einmal zur „Gerechtigkeit“.

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