Kriminalstatistik

Hochsauerlandkreis ist eine der sichersten Regionen in NRW

Harte Zeiten für Einbrecher im HSK: Die strategische Neuausrichtung der Kreispolizeibehörde auf diesem Gebiet hat seit 2015 entscheidend zur erfolgreichen Bekämpfung des Einbruchdiebstahls beigetragen.

Foto: Daniel Maurer

Harte Zeiten für Einbrecher im HSK: Die strategische Neuausrichtung der Kreispolizeibehörde auf diesem Gebiet hat seit 2015 entscheidend zur erfolgreichen Bekämpfung des Einbruchdiebstahls beigetragen. Foto: Daniel Maurer

Hochsauerlandkreis.   Kriminalität laut Polizei im vierten Jahr in Folge rückläufig. Besonders bei den Einbrüchen verzeichne man einen deutlichen Rückgang

Weniger Straftaten und eine deutlich verbesserte Gesamtaufklärungsquote: Die Einwohner des Hochsauerlandkreises leben in einer der sichersten Regionen Nordrhein-Westfalens.

Alles im grünen Bereich – sogar im dunkelgrünen: Landesweit stuft die NRW-Polizei die Anzahl der Straftaten in fünf farblich gekennzeichnete ­Kategorien ein, von rot (sehr hoch) über orange, gelb und hellgrün bis dunkelgrün (niedrig).

„Niedrig“ bedeutet für den HSK: 12 260 Straftaten wurden im vergangenen Jahr zur Anzeige gebracht – im vierten Jahr in Folge ein Rückgang im Vergleich zum Vorjahr, aktuell minus 0,33 Prozent. Gleichzeitig ist die Gesamtaufklärungsquote um 2,3 Prozent angestiegen: In 57,04 Prozent der angezeigten Delikte konnte die Polizei den oder die Täter ermitteln; die beste Quote seit 2003 – und ein Wert fast fünf Prozent über der NRW-Quote (52,3 Prozent).

Von „vielen erfreulichen Entwicklungen“ sprach Dr. Karl Schneider zu Beginn der Präsentation der „Polizeilichen Kriminalstatistik 2017“ am Montagmittag ­ im Mescheder Kreishaus. Vor ­allem die signifikant rückläufige Anzahl von Wohnungseinbrüchen hob der Landrat hervor – und bedankte sich ausdrücklich für zahlreiche Hinweise aus der Bevölkerung: Weiterhin gelte – bei verdächtigen Beobachtungen die 110 wählen, so Dr. Schneider. Neben des offenbar geschärften Sicherheitsbewusstseins der Einwohner des HSK habe die strategische Neuausrichtung der Kreispolizeibehörde seit 2015 entscheidend zur erfolgreichen Bekämpfung des Einbruchdiebstahls geführt, betont Polizeidirektor (PD) Klaus Bunse. Damals gab es einen deutlichen Anstieg der Wohnungseinbrüche, so der Leiter der Kreispolizeibehörde. Die Ermittlung der Täter wurde ein Schwerpunkt der (kriminal)polizeilichen Arbeit – belohnt mit einem Rückgang um 40,29 Prozent. 249 Einbrüche wurden 2017 angezeigt, bei mehr als der Hälfte der Fälle (128) blieb es beim Versuch („keine Beute“ – 51,4 Prozent), nicht selten gelangten die Langfinger nicht einmal in das Haus/die Wohnung. Schwerpunkt-Kontrollen im HSK, meist an Autobahnzubringern, trugen ebenfalls zur Eindämmung des Einbruchsdiebstahls bei; und nicht zuletzt wohl die Tatsache, dass 2017 eine Gesetzesno­velle Wohnungseinbruchdiebstahl zum Verbrechen (Mindeststrafe ein Jahr Haft) „aufgewertet“ hat.

Weitere Entwicklungen der ­Kriminalität im ­„Stenogramm“:

Mord/Totschlag

Die Zahl der Tötungsdelikte hat sich 2017 im Vergleich zum Vorjahr von zehn auf fünf halbiert, die Opfer stammen aus Arnsberg, ­Meschede und Sundern.

Raubdelikte

Rückläufig ist auch dieser Bereich – von 75 (2016) auf 48 Fälle.

Gewaltkriminalität

In 393 Fällen wurde 2017 ermittelt (minus acht Fälle), Schwerpunkt waren gefährliche Körperverletzungen (313 Anzeigen, 2016 waren es dagegen „nur“ 296).

Diebstahl gesamt

Hier sank die Zahl der angezeigten Delikte um fast 15 Prozent gegenüber dem Vorjahr, gezählt wurden 2520 „einfache Diebstähle“.

Sexualstraftaten

Hier liegt ein deutlicher Anstieg um 36 auf 156 Fälle vor, Ursache ist u.a. der neue Tatbestand sexuelle Belästigung (§ 184i StGB, 40 Fälle).

Bei der Ermittlung von Tatverdächtigen (TV) trifft die HSK-Polizei nicht selten „alte Bekannte“: Von 5275 Personen, gegen die 2017 als „TV“ ermittelt wurde, waren 2551 (48,4 Prozent) „aktenkundig“. Der Anteil nichtdeutscher Tatverdächtiger ist weder auffällig noch besonders angestiegen, er sank um 2,1 auf 23,7 Prozent.

Vor allem auf dem Feld Einbruchdiebstahl kommen die Täter überwiegend nicht aus Deutschland, sondern oft aus Osteuropa.

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