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Hüsten: Erzieherinnen geben Tipps für künftige Babysitter

In sicheren Händen sollen Eltern ihren Nachwuchs wissen – deshalb gibt es in Hüsten einen Babysitterkurs.

In sicheren Händen sollen Eltern ihren Nachwuchs wissen – deshalb gibt es in Hüsten einen Babysitterkurs.

Foto: Ingo OTTO

Hüsten.  Die Plätze im Babysitterkurs sind bei Jugendlichen begehrt – Erzieherinnen vermitteln dort Wissen in Theorie und Praxis.

„Wem darf man das Kind anvertrauen?“ Mit dieser Frage beschäftigen sich Sigrid Ewers und Marion Treue schon seit vielen Jahren und wissen Rat. Als Treue selbst Großmutter wurde, befasste sie sich immer mehr mit der Wichtigkeit von gut ausgebildeten Babysittern. Da die beiden schon seit vielen Jahren miteinander arbeiteten, beschlossen sie, Babysitter-Kurse im Jugendzentrum Hüsten ins Leben zu rufen.

Den beiden ausgebildeten Erzieherinnen ist es wichtig, dass die Jugendlichen nicht nur den Umgang mit den Kindern besser verstehen, sondern auch die verschiedenen Phasen, in die das Kind kommt. Der Kurs dauert circa 20 Stunden und wird über drei Tage verteilt. Ausführlich werden die Themen Elternkontakt, Verträge, Säugling, Kleinkind / Kindergartenkind und das Schulkind behandelt. Mithilfe einer möglichst realistischen Babypuppe üben die Teilnehmer das Wickeln und Baden, in Rollenspielen unter den Teilnehmern werden Elternkontakte und verschiedene Umgangsmethoden von Kindern geübt. Das praxisnahe als auch theoretische Lernen steht im Fokus des Kurses.

Am Ende des Kurses wird den Teilnehmern ein Zertifikat ausgestellt und bei Interesse können sich diese sogar in eine Babysitter-Kartei eintragen lassen und dann an Eltern vermittelt werden – unter der Bedingung, dass vor dem Eintrag in die Kartei ein Erste-Hilfe-Kurs für Kinder abgeschlossen wurde und diese Bescheinigung vorliegt.

Um sich in der Gruppe wohler fühlen zu können, werden zu Beginn ein paar Aufwärmspiele gespielt. „Es wird für eine gesunde Mischung zwischen Spiel und Wissen gesorgt“, erklärt Marion Treue. Sowohl Rollenspiele als auch die Theorie bei Themen wie Aufsichtspflicht und Verträgen sind Themen der Stunden. Vor allem die flexible Gestaltung ist den beiden Kursleiterinnen wichtig, die Jugendlichen sollen sich nicht langweilen, sondern die wichtigen Dinge spielerisch erarbeitet.

Kennenlernen der Familien

Zum Feinschliff der Kursgestaltung tragen aber vor allem die Kursteilnehmer bei, denn zum Ende des Kurses können die Teilnehmer anonym ein kurzes Feedback geben – meistens ist dieses sehr positiv gewesen. Die Kursleiterinnen betonen aber auch, dass es wichtig für die Babysitter ist, vor dem Aufpassen der Kinder die Familien kennenzulernen und zu schauen ob die Chemie passt. Den Jugendlichen wird Eigeninitiative ans Herz gelegt und auch beigebracht, dass sie Kennenlerntreffen selbst organisieren und sich mit den Familien auf ein passendes Entgelt einigen.

Der für die weit gefächerte Thematik bekannte Babysitter-Kurs findet in der Corona-Zeit erstmalig kostenlos statt. Die dafür geplanten Termine waren sofort vergriffen und auch Plätze für den nächsten Kurs sind bereits vergeben. „Wir versuchen den nächsten Kurs möglichst zeitnah zu planen“, erzählt Sigrid Ewers.

Trotz des umfangreichen Angebots kostet der Kurs normalerweise nur 25 Euro, ohne den Erste-Hilfe-Kurs, um den müssen sich die Jugendlichen kümmern, wenn sie in der Babysitter-Kartei eingetragen werden möchten. Zum Kursende bekommen alle Teilnehmer Broschüren mit den behandelten Themen und eine Urkunde, dass sie dort teilgenommen haben.

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