Orts-Historie

Hüstener Bürger planen Thankgrim-Denkmal

Unter dem Hüstener Straßenschild „Thankgrimweg“ steht Manfred Schellberg. Er zeigt ein Plakat, das für den Bau des Thankgrim-Denkmals wirbt.

Unter dem Hüstener Straßenschild „Thankgrimweg“ steht Manfred Schellberg. Er zeigt ein Plakat, das für den Bau des Thankgrim-Denkmals wirbt.

Foto: Martin Schwarz

Hüsten.   An historische Schenkung aus dem Jahr 802 soll im Hüstener Ortsbild erinnert werden. Verein steht vor der Gründung

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An das für Hüsten historische Jahr 802, als mit einer Schenkung des Hüstener Bauern Thankgrim an den damaligen „Abt Liudger“ ein wesentlicher Impuls für die kirchliche und gewerbliche Entwicklung Hüstens gesetzt wurde, soll mit einem Denkmal zu Ehren von Thankgrim erinnert werden.

Dieses Ziel verfolgen die Hüstener Manfred Schellberg und Marita Voss-Hageleit. Sie wollen zusammen mit weiteren Bürgern den gemeinnützigen Verein „Thankgrim-Denkmal e.V.“ gründen, um die notwendigen finanziellen Mittel zusammenzutragen. Die Vereinsgründung soll in der 2. Oktoberhälfte erfolgen. Zuvor wollen die geschichtsbewussten Hüstener den Bürgern an einem Info-Stand während des „Hüstener Herbstes“ am Sonntag, 14. Oktober, das Vorhaben erläutern.

Erste urkundliche Erwähnung

Die Schenkung Thankgrims an den Abt Liudger ist in der ältesten, erhaltenen Urkunde über Hüsten niedergeschrieben. Diese erste urkundliche Erwähnung aus dem Jahr 802 nahm Hüsten bereits im Jahr 2002 zum Anlass, das 1200-jährige Bestehen von Hüsten mit einem großen historischen Festzug durch Hüsten zu feiern. Historiker gehen allerdings davon aus, dass Hüsten noch viel älter ist und damals aus einigen Bauernhöfen bestand.

Ein Mord ging späterer Schenkung voraus

„Zu diesen Landwirten gehörte auch Thankgrim, dessen Sohn Bosoko um das Jahr 800 ermordet wurde“, berichtet Manfred Schellberg und fügt an: „Thankgrims Sohn Bosoko war damals von Bruniko und dessen Söhnen ermordet worden. Das Freigericht verurteilte Bruniko, seinen gesamten Besitz an Thankgrim abzutreten. Thankgrim wiederum, der wegen seiner tiefen Trauer über den ermordeten Sohn Trost und Beistand bei den Missionaren Liudgers gesucht hatte, schenkte nach dem Gerichtsurteil seinen neuen Besitz dem Abt Luidger. „Thankgrims 802 beurkundete Schenkung ist ein kulturhistorischer Glanzpunkt, mit dem die Wirkung der späten Christianisierung im Sauerland dokumentiert wird“, betont Schellberg die Denkmalwürdigkeit der Schenkung.

Standort ist noch ungewiss

Zusammen mit Marita Voss-Hageleit, die am Thankgrimweg in Hüsten wohnt, hat Manfred Schellberg ein Konzept für das geplante Denkmal entwickelt. Es sollen drei, etwa menschengroße Bronze-Figuren geschaffen werden, von denen eine Figur den schockierten und trauernden Thankgrim, die zweite Figur den Mörder Bruniko und die dritte Figur Thankgrims ermordeten und auf dem Boden liegenden Sohn Bosoko zeigt. Der Verein hat auch schon ein Logo mit drei Figuren erstellt, das aber noch nicht die endgültige Figuren-Komposition zeigt. Wo das Denkmal in Hüsten aufgestellt wird, steht noch nicht fest. „Es sind mehrere Standorte im Gespräch“, erklärt Manfred Schellberg.

Bronze-Denkmal wird rund 80.000 Euro kosten

Der kurz vor der Gründung stehende Verein „Thankgrim-Denkmal“ hat die Gesamtkosten für das Denkmal auf rund 80.000 Euro veranschlagt. Hiervon entfallen etwa 77.000 Euroauf das eigentliche Bronze-Denkmal. Der restliche Geldbetrag ist für Arbeiten beim Aufstellen des Denkmals (Fundament) notwendig. Der neue Verein bemüht sich um einen
50-Prozent-Zuschuss vom NRW-Heimatministerium (= 40.000 Euro). Dieser kann aber erst dann beantragt werden, wenn der 50-Prozent-Eigenanteil durch Einzelspenden oder Sponsoring aufgebracht ist. Der neue Verein wird sich auch um 4000 Euro Zuschuss von der Stadt bemühen.

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