Comic

Hüstener Feder zeichnet „Ustica Verschwörung“

Comic-Zeichner Michael Feldmann aus Hüsten.

Comic-Zeichner Michael Feldmann aus Hüsten.

Foto: Ted Jones

Hüsten.   Comic-Zeichner Michael Feldmann aus Hüsten veröffentlicht heute den Anfang seiner 22. Veröffentlichung: Die „Ustica Verschwörung“

Ein Comic-Zeichner in Deutschland muss ungewöhnliche Wege gehen. Der Hüstener Michael Feldmann setzt bei der Fertigstellung seines neuen, heute veröffentlichten Comics „Die Ustica-Verschwörung“ auf die Unterstützung interessierter Leser. Zusammen mit seinem Verlag startet er eine 30-tägige Crowdfunding-Kampagne auf dem Portal „Kickstarter“.

Leseprobe soll neugierig machen

Comic Zeichner Michael Feldmann

Seine Leseprobe stellt er heute im Rahmen der „Gratis Comic Tage“ am Nachmittag von 15 bis 17 Uhr in der Mayerschen Buchhandlung in Neheim vor. Wer die Geschichte zu Ende lesen will, kann seinen Beitrag zur vollständigen Produktion des Comics leisten. Solche Verfahren sind in der Szene nicht unüblich: „Anders als in Frankreich oder Belgien kannst du hier in Deutschland mit Comics nicht groß Geld verdienen“, sagt der 41-Jährige. So ist die „Ustica Verschwörung“ zwar schon die 22. Veröffentlichung des ehemaligen Kunst- und Architekturstudenten, der seit zehn Jahren Comics zeichnet und auch die Texte dazu schreibt, doch muss er immer noch mühsam seine Gelder für die Produktion der Hefte zusammentrommeln. Verkaufen kann er seine Comics in der Regel auf Fachmessen, die es auch in Deutschland gibt.

Spannender Polit-Thriller

„Die Ustica-Verschwörung“ ist ein Polit-Thriller vor dem Hintergrund der Flugtag-Katastrophe von Ramstein im Jahr 1988. Die erfahrene Kriegsreporterin Melissa wird bei einem Bürgerkriegs-Einsatz in Libyen im Jahr 2011 mit ihrer Vergangenheit konfrontiert, erinnert sich an den Tod ihres Bruders bei einem fast 30 Jahre zurückliegenden und ungeklärten Flugzeugabsturzes in der Nähe der Mittelmeerinsel Ustica. Der Comic erzählt von der Verwicklung, in die sie bei den 1988 aufgenommenen Recherchen gerät. Nato-Flugzeuge, libysche Kampfflugzeuge und skrupellose Geheimdienste sind der Stoff, aus dem die Geschichte ihre Spannung bezieht. Geschlagen wird ein Bogen in den Sommer 1988 mit der Ramstein-Katastrophe und dem Geiseldrama von Gladbeck, in das Melissa als junge und über ihre verantwortungslosen Kollegen schockierte Journalistin involviert gewesen war.

„Jetzt ist es mal ein Thriller“, sagt Michael Feldmann, „sonst zeichne ich oft auch Endzeitgeschichten“. Seine gewählte Stilform ist das realistische Zeichnen, das im Gegensatz zum lustigeren Cartoon auf fast abfotografiert wirkendes Darstellen von Gesichtern und Szenerien setzt.

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