Kirche

Hüstener Gemeinde St. Petri stellt sich neu auf

Zu Beginn des neuen Kirchenjahres kommen engagierte Kräfte aus der Pfarrei St. Petri im Petrushaus zusammen. Pfarrer Daniel Meiworm (Zweiter von links) hält Rückschau und Ausblick. Foto:Karl-Heinz Keller

Zu Beginn des neuen Kirchenjahres kommen engagierte Kräfte aus der Pfarrei St. Petri im Petrushaus zusammen. Pfarrer Daniel Meiworm (Zweiter von links) hält Rückschau und Ausblick. Foto:Karl-Heinz Keller

Hüsten.  Die Hüstener wollen ihre Kirchengemeinde fit für die Zukunft machen und verteilen Aufgaben neu – an Haupt- und Ehrenamtliche.

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Schon seit vielen Jahren findet zu Beginn des neuen Kirchenjahres im Petrushaus ein Kirchen-Neujahrsempfang statt, seit vier Jahren für alle haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeiter der knapp 14.000 Seelen starken Gesamtpfarrei St. Petri. Nach einem Gottesdienst mit den fünf Priestern vor Ort – Daniel Meiworm, Josef Slowig, Dominik Niemiec, Tobias Hasselmeier und Gisbert Wisse – wurde im Petrushaus Rückschau gehalten auf ein wohl „kirchengeschichtlich dunkles Jahr 2018“, wie es Pfarrer Daniel Meiworm formulierte, „nachdem schon 2011 die Missbrauchsvorwürfe die Kirche erschütterten.“

Missbrauchsprävention

Seitdem, aber ganz bewusst seit den Veröffentlichungen dieses Jahres, arbeiten man intensiv an Präventionsschulungen, die helfen sollen einen sensiblen Blick zu bekommen. Weitab von Verdächtigungen und von Verurteilungen sei es notwendig, gewissenhaft mit dieser Thematik umzugehen, so der Geistliche.

Und weiter: „Dies legen uns die Oberen nicht nur ans Herz, sondern geben uns klare und bestimmte Richtung vor, wodurch das institutionelle Schutzkonzept verfasst wurde, welches vom Kirchenvorstand gebilligt wurde.“ Es werde noch bis Ende des Jahres dem Generalvikar und auch der Öffentlichkeit vorgelegt. Einher ging die Entscheidung, dass alle haupt- und ehrenamtlich Mitarbeitenden an den Präventionsschulungen in geschulten Modulen teilnehmen.

Pilotprojekt im Erzbistum

Nicht nur überregionale kirchliche Themen, sondern auch Veränderungen innerhalb der Gemeinde St. Petri gab es in diesem Jahr. Etwa mit der Einrichtung eines Verwaltungsleiters. Hüsten ist damit eine von sechs Pilotstellen im Erzbistum. Pfarrer Meiworm dankte besonders dem Kirchenvorstand für das Entscheiden und Begleiten, und für die Bereitschaft, dieser Rolle in St. Petri einen Raum zu geben und das Vertrauen des Erzbistums.

Pfarrer Meiworm zog ein kurzes Resümee: Bereits nach einem halben Jahr zeige sich aus den Reflektionen der Gremien vor Ort und untereinander, dass die Entlastung von Pfarrer und Kirchenvorstand spürbar werde. Es habe sich also gelohnt.

Die größte Veränderung wird es im kommenden Jahr in der Bestattungslandschaft geben. Dem Antrag zum „Beerdigungsdienst durch Laien“ habe der Erzbischof zugestimmt und die beiden Gemeindereferenten Christiane Feldmann und Michael Swoboda mit dem Beerdigungsdienst beauftragt. Eine dritte Person - Alfred Hilbig - lässt sich für diesen Dienst noch ausbilden. Mit Beginn dieses Jahres werden sie diesen Dienst mit den Priestern und dem Diakon übernehmen.

Meiworm gab noch bekannt, dass sich fünf Frauen zu Wortgottesdienst-Leiterinnen haben ausbilden lassen. Acht junge Mütter seien an den Start gegangen, um die Taufvorbereitung, neben Gesprächen mit Priester oder Diakon, aufzuwerten.

Kapelle und Orgel

2018 wurden zwei Projekte ihrer Bestimmung übergeben: die renovierte Rodentelgenkapelle in Bruchhausen und die Erweiterung der Feith/Rieger-Orgel in der Petrikirche. Sie hätten nur realisiert werden können, weil sich Menschen gewagt haben, die Sache anzupacken: „Der Förderverein Rodentelgenkapelle mit Hand, Geld und Schweiß.“ Daniel Meiworm dankte auch den treuen Seelen im Förderverein Kirchenmusik, die sich um die Orgel kümmerten.

Explizit erwähnte er Martin Hamm, der im Namen des Kirchenvorstandes das Projekt mit viel Geduld, Nerven, Gesprächen und Einsatz begleitete. „Und jetzt ist die Orgel da und erfreut unser musikalisches Herz und Ohr. In Liturgie und Konzerten, selbst mit ,Star Wars’ wurde unser Kantor Peter Volbracht ein Facebookstar“, so Pfarrer Meiworm. Damit nahm er Bezug auf das WP-Projekt „Zukunftsrauschen“ für das Peter Volbracht die Filmmusik auf der Orgel gespielt hatte.

Es sei auch ein (gebrauchter) Gemeindebulli angeschafft worden, ein dunkler Ford-Transit, dessen amtliches Kennzeichen mit der Zahl 802 endet. „802 ist das Geburtsjahr von Hüsten und der Petrigemeinde“, so der Pfarrer. Alle Gruppierungen der Pfarrei könnten den Bulli kostenlos über die Homepage buchen, nur der Tank müsse wieder gefüllt werden.

Lob für besonderes Engagement

Zum Abschluss hob Meiworm das besondere Engagement in der Gemeinde hervor: „Im zurückliegenden Kirchenjahr waren kreative Personen am Werk, um Pastoral anders, neu zu denken.

Dadurch konnten wir durch den Fonds der innovativen Projekte des Erzbistums im Rahmen des Zukunftsbildes manches Projekt realisieren: Herzzeit in Oelinghausen; Broschüre zur Ehrenamtsförderung in caritativer Pastoral; Kirmesaktion zur Tierschau im Vorhof des Pfarrhauses; Nachbarschaftspicknick.“

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