Freiwilligen-Dienst

Hüstenerin hilft kranken Kindern in Kapstadt

Cornelia Keller bei ihrer Arbeit in Kapstadt

Foto: Privat

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Hüsten / Kapstadt.   Die 22-jährige Hüstenerin Cornelia Keller leistet zurzeit einen Freiwilligendienst in einem Heim für kranke Kinder in Südafrika.

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Kranken Kindern zu helfen ist für Cornelia Keller eine Herzensangelegenheit. Dies spürt man sofort, wenn man ihre Mails aus Kapstadt liest, wo sie aidskranken Kindern aus armen Familien hilft. Die 22-jährige Hüstenerin hatte sich nach Abschluss ihrer Ausbildung zur Gesundheits- und Krankenpflegerin entschlossen, einen neunmonatigen Freiwilligen-Dienst im „St. Joseph’s Home for chronically ill children“ (St.-Joseph-Heim für chronisch kranke Kinder) in Kapstadt zu leisten. Seit November 2016 arbeitet sie in Südafrika. Im Juli 2017 wird sie nach Hüsten zurückkehren.

Heim auf Spenden angewiesen

Im St.-Jospeh-Heim werden Kinder aufgenommen, die an Aids oder Tuberkulose erkrankt sind oder nach schweren Unfällen oder umfangreichen Operationen eine Reha-Maßmaßnahme benötigen. Das Kinderheim befindet sich in Kapstadts Stadtteil Montana, wo Townships (Armenviertel dunkelhäutiger Stadtbewohner) ganz in der Nähe sind. „Das Heim konzentriert sich darauf, kranke Kinder aus Familien zu behandeln, die kaum oder keine finanzielle Ressourcen zur Verfügung haben“, schreibt Cornelia Keller in der Mail-Korrespondenz mit der Neheimer WP/WR-Redaktion.

Das Kinderheim werde zu einem geringen Teil vom Staat unterstützt und finanziere sich zum Großteil aus Spenden bzw. aus Fördermitteln von Sponsoren. Angesichts dieser finanziellen Situation des Heims war es für Cornelia Keller klar, dass in diesem Heim ein Freiwilligendienst besonders wichtig ist.

Keine Angst im Umgang mit aidskranken Kindern empfindet die junge Frau, die am Neheimer St.-Ursula-Gymnasium ihr Abitur machte und dann am Klinikum Arnsberg eine Ausbildung zur Gesundheits- und Krankenpflegerin absolvierte. Cornelia Keller weiß natürlich, dass ein reiner Hautkontakt mit Aidskranken nicht ansteckend ist. Sollte ein Kind stürzen und sich eine blutende Wunde zuziehen, würde sie die Wunde selbstverständlich nur mit Schutzhandschuhen versorgen.

Cornelia Keller hat sich ganz bewusst für die ehrenamtliche Mitarbeit in diesem Kinderheim in Kapstadt entscheiden, weil sie dort auch ihre beruflichen Fähigkeiten einbringen kann. „Ich arbeite vormittags auf Station als Gesundheits- und Krankenpflegerin mit allen anfallenden Aufgaben: Waschen, Windeln wechseln, Medikamente verabreichen, Ernährung und Medikation über Magensonden. Nachmittags arbeite ich in der Gruppentherapie für kranke Kinder mit“, schreibt sie und gibt ein Beispiel: „Die Ergotherapeuten machen zweimal in der Woche eine Gruppentherapie mit aidskranken Babys. Da diese in ihrer Entwicklung oft insgesamt langsamer und in ihrem Bewegungsdrang deutlich weniger aktiv und eher träge sind im Vergleich zu gesunden Kindern, wird mit einfachen Mitteln an Balance und Motorik gearbeitet.“ Bei diesen Übungen hilft die Hüstenerin den Kindern, ihre motorischen Fähigkeiten besser zu entwickeln.

Ergotherapie für aidskranke Babys

Cornelia Keller konnte aber auch ihr musikalisches Talent einsetzen. Nachdem Sponsoren die dringende Renovierung von Stationen ermöglicht hatten, war die Sauerländerin gebeten worden, zur Neueröffnung Geige zu spielen. Ein Instrument konnte ihr ihre Freundin und Geigenspielerin Joyce ausleihen. Bei der gelungenen Veranstaltung wuchs dann die Idee, Musikworkshops für Kinder ab sechs Jahren zu halten. Genau dies passiert nun. Mit Hilfe gespendeter Trommeln können Joyce und Cornelia nun mit den kranken Kindern musizieren.

Die 22-Jährige, die nach ihrer Rückkehr aus Südafrika Gesundheitspychologie und Medizinpadägogik studieren will, arbeitet derzeit auch - gemeinsam mit einer niederländischen Praktikantin - an einer Arbeitshilfe für neue Praktikanten und Freiwillige. Dieses Dokument wird u.a. Stationsabläufe erklären, die Zuständigkeiten aller Mitarbeiter aufführen sowie Krankheiten näher erläutern, um Neulingen mögliche Unsicherheiten im Umgang mit Kindern zu nehmen.

Nach ihren achtstündigen Arbeitstagen (montags bis freitags) bleibt Cornelia Keller aber auch noch Zeit, an den Wochenenden Land und Leute in Südafrika näher kennen zu lernen.

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