Arnsberger Ideenschmiede

Ideenschmiede: Organisatoren ziehen positives Zwischenfazit

Der Arnsberger Schlossberg besitzt großes Potenzial.

Der Arnsberger Schlossberg besitzt großes Potenzial.

Foto: Hans Blossey

Arnsberg.   Zwar folgt auf die anfängliche Begeisterung ernüchternde Passivität, aber ein „sehr gutes Gespräch“ mit den Stadtplaner gibt Hoffnung.

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Auch wenn letztlich nicht alle in der „1. Arnsberger Ideenschmiede“ vorgestellten Projekte umgesetzt werden können, so ziehen jetzt deren Organisatoren Heinz Hahn und Tarek Jumah ein - mit einigen Einschränkungen - positives Zwischenfazit.

Dies auch, weil es ein sehr konstruktives Gespräch mit Stadtplaner Thomas Vielhaber gegeben hat, das besonders auf die langersehnte Aufwertung des Schlossberges hoffen lasse.

„Sehr enttäuschend“: Der Begeisterung folgt Passivität

Zunächst die Einschränkungen in der überwiegend positiven Einschätzung der Ideenschmiede: „Dieses Angebot,“ sagt Heinz Hahn, „ist von den Bürgerinnen und Bürgern sehr begeistert aufgenommen worden, aber dann ist es leider nie zu den Arbeitsgruppen zu den jeweiligen Themen gekommen, wie wir und das vorgestellt haben. Denn als es konkret werden sollte, hatten plötzlich alle keine Zeit mehr. Das war schon sehr enttäuschend.“

Ideen liefern, verfeinern und Netzwerke knüpfen

Enttäuschend auch deshalb, ergänzt Tarek Jumah, weil niemand persönlich und schweißtreibend die Schüppe in die Hand nehmen sollte.

„Es sollten vielmehr nur die Ideen geliefert und verfeinert sowie Netzwerke geknüpft werden.“ Eine konkrete Umsetzung im positiven Fall wäre schließlich, „was immer klar gewesen ist“, professionellen Kräften vorbehalten.

„Die Ideenschmiede war kein Schuss in den Ofen“

Deshalb, so Heinz Hahn, leuchte ein solch plötzliches Desinteresse einfach nicht ein, weil man so die Gelegenheit habe verstreichen lassen, „sich für seine Stadt aktiv zu engagieren. Dennoch werden wir das Projekt ,Ideenschmiede’ nicht einschlafen lassen, es war letztlich kein Schuss in den Ofen“.

Zumal man nicht erwartet habe, „überall sofort offene Türen einzurennen“. Bei einer neuerlichen Auflage werde man aber die Ideenschmiede unter ein konkretes Motto stellen. „Das könnte noch effektiver sein.“ Vor allem, was die Bildung von Arbeitsgruppen betreffe.

Doch wie sieht es - Stand heute - konkret bei den im April im „Blauen Haus“ präsentierten Vorschlägen aus?

Der Schlossberg

Das größte Potenzial zur Umsetzung hat die Realisierung einer Gastronomie auf dem Schlossberg. Zu diesem Punkt habe es ein sehr gutes Gespräch mit Arnsbergs oberstem Stadtplaner Thomas Vielhaber gegeben.

Mit dem Ergebnis, so Hahn, dass auch die Stadt in dieser Hinsicht ähnliche Gedanken hege, „denn die Planer sehen eine entsprechende Nutzung des Schlossbergs für Touristen und Einheimische als wünschenswert an.“

Daher sei diese Idee auch in das Integrierte Handlungskonzept für die Altstadt aufgenommen worden. Was Thomas Vielhaber bestätigt: „Für uns spielt der Schlossberg eine wichtige Rolle.“

Das Kamera- und Fotomuseum

Tatsächlich eine Arbeitsgruppe entstanden ist zu dieser Idee. Allerdings nur eine zweiköpfige, was jedoch der Effektivität nicht schaden muss. Das Problem: Es wurde bislang in Arnsberg kein Gebäude gefunden, die Stadt sehe aber ein solches Museum strukturell eher im Stadtteil Neheim aufgehoben - zum Beispiel im „Kunstwerk“.

Heinz Hahn: „Es wäre zwar schade, wenn es abwandern würde, aber gesamtstädtisch in Ordnung, weil es allen etwas bringt.“

Der Glockenturm als Adventskerze

Advent, Advent - ein Türmchen „brennt“: Diese außergewöhnliche Adventsbeleuchtung ist für 2019 in Überlegung. Heinz Hahn: „Die Leuchtenindustrie hat schon Interesse signalisiert - wenn die Stadt mit im Boot ist.“

Der Baumwipfelpfad im Eichholz

Dessen Realisierung ist - zumindest im Eichholz - aus vielerlei Gründen vom Tisch.

Der Uferpfad an der Ruhr

Es habe Einigkeit zwischen Stadtplanung und Ideenschmiede gegeben, dass dort im Bereich zwischen den Ruhrterrassen und Promenade (Höhe Festhalle) etwas gemacht werden müsse.

Doch einen direkten Uferpfad wird es wohl eher nicht geben. Dem würden Hochwasser- und Naturschutz entgegenstehen, so Thomas Vielhaber. „Und es gibt dort auch Privatbesitz, über den man nicht unbedingt verfügen kann .“

Doch wolle man auch diesen Bereich aufwerten. Und zwar im Zuge der - wie berichtet - vorgesehenen Neugestaltung der Festwiese der Bürgerschützen. „In diesem Rahmen,“ erklärt Vielhaber, „werden wir uns gemeinsam mit Schützen und auch Ideenschmiede-Vertretern den Uferbereich ganz genau anschauen.“

Der Arnsberger Osterlauf

„Der Osterlauf ist der Passivität zum Opfer gefallen,“ sagt Tarek Jumah. Ein solcher benötige viele helfende Hände, doch seitens der Vereine bestehe kein Interesse.

Die Stadtplaner „müssen schließlich integrativ denken“

Heinz Hahn und Tarek Jumah jedenfalls schauen mit einem guten Gefühl in die Zukunft. Hahn: „Denn wenn die Stadt Teile der Ideen aufgreift, dann kann etwas daraus werden. In manchen Dingen waren wir mit unseren Vorstellungen und denen der Stadtplaner deckungsgleich, aber in manchen auch weit auseinander. Aber das ist ja auch normal. Sie müssen schließlich integrativ denken.“

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